Ein Streit eskaliert – mit tödlichen Folgen. In Ingolstadt soll im vergangenen Dezember ein Mann auf offener Straße seine Ex-Partnerin erstochen haben. Nun muss sich der Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten.
Söhne kamen der sterbenden Mutter zu Hilfe
Bei dem tödlichen Streit waren auch die beiden 17 und 23 Jahre alten Söhne dabei. Sie kamen ihrer Mutter zur Hilfe. Mit Tritten und Schlägen versuchten sie, den 49-Jährigen von der Tat abzuhalten. Laut Polizei soll einer der beiden dabei leicht an der Hand verletzt worden sein. Die 45-jährige Deutsche kam ins Krankenhaus in Ingolstadt, wo sie kurz darauf starb. Die beiden Söhne werden im Prozess als Nebenkläger auftreten. Laut dem Ingolstädter Landgericht handelt es sich bei dem Angeklagten um den Vater der beiden jungen Männer.
Urteil im Oktober erwartet
Nach Angaben des Landgerichts sind bislang 20 Zeugen geladen. Zum Auftakt sind allerdings keine Zeugenaussagen geplant. Es wird zunächst die Anklage verlesen. Ob der Anklagte sich einlassen wird, ist derzeit noch offen. Ebenso ist noch unklar, was der Auslöser der Tat war. Das wird Gegenstand der Verhandlung sein. Termine sind bis Ende Oktober angesetzt. Dann sollte es ein Urteil geben.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich kurz zuvor
Erst in der vergangenen Woche ging ein ähnlich gelagerter Fall am Ingolstädter Landgericht zu Ende. Die Ehefrau hatte den Messerangriff ihres Mannes damals überlebt. Der Fall spielte sich wenige Wochen vor dem aktuellen ab. In der Innenstadt von Ingolstadt hatte der Afghane seine Frau ebenfalls mit einem Messer angegriffen, weil diese sich von ihm trennen wollte. Die Frau hatte laut Gericht Glück, die Tat zu überleben. Den Mann verurteilte der Richter zu neuneinhalb Jahren Haft wegen versuchten Mordes.
💡 Was ist ein Femizid?
Unter dem Begriff Femizid sind alle Tötungen von Mädchen und Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts umgebracht werden, zu verstehen. Die Tötung durch den Partner oder Ex-Partner macht nur einen Teil der Femizide aus, der Täter kann aber beispielsweise auch der Bruder oder der Cousin sein. Das European Observatory on Femicide, eine europäische Beobachtungsstelle bei Femiziden, sammelt in mehreren Ländern Daten und wertet diese aus. Seit Jahren bemühen sich Soziologen, Feministinnen und Politiker unter anderem von B‘90/Grüne und Die Linke um eine juristische Anerkennung des Begriffs.
Hilfe bei Gewalt
Sollten Sie selbst von Gewalt betroffen sein: Die Hilfetelefone "Gewalt gegen Frauen" und "Gewalt an Männern" beraten kostenfrei und anonym. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" erreichen Sie unter 08000/116016, das Hilfetelefon "Gewalt an Männern" unter 0800/123 9900.
Auch der "Weisse Ring" hilft Menschen, die Opfer von Gewalt und Kriminalität geworden sind. Sie erreichen den "Weissen Ring" telefonisch unter 116 006.
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