Mehr als 2,30 Euro kostete im April der Liter Diesel zeitweise. Das trifft vor allem Pendler, aber auch Berufsgruppen wie Spediteure, Pflegedienste oder Taxifahrer hart. Um Bürger und Unternehmen zu entlasten, hat die Bundesregierung für zwei Monate einen Tankrabatt beschlossen: Die Steuersenkung von knapp 17 Cent pro Liter kommt laut der Monopolkommission inzwischen größtenteils bei den Kunden an – nach anfänglichen Verzögerungen. Die Zwölf-Uhr-Regel hingegen, nach der Tankstellenbetreiber nur noch einmal pro Tag die Preise erhöhen dürfen, hat den Sprit nicht billiger gemacht – im Gegenteil.
Verkehrsminister verteidigt Tankrabatt
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder verteidigt die beschlossenen Maßnahmen und denkt bereits über eine Verlängerung des Tankrabatts nach. Man werde "schauen, was erforderlich ist, damit das Tanken für alle bezahlbar bleibt", so der CDU-Politiker.
Die Opposition übt Kritik an der vermeintlichen "Gießkannen-Politik". So kritisiert Grünen-Chefin Franziska Brantner, der Tankrabatt sei "kein Geschenk für Pendlerinnen und Pendler, sondern vor allem ein Bonusprogramm für Konzerne". Stattdessen fordert sie ein 9-Euro-Deutschlandticket, eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne und ein Tempolimit.
Was kann die Politik tun?
Was kann die Politik also tun, damit Tanken wieder billiger wird? Oder müsste sie nicht vielmehr die Elektrowende vorantreiben? Denn schon jetzt zeigt sich: Je höher der Spritpreis, desto größer die Nachfrage nach Elektroautos. Doch die hohen Anschaffungspreise und die mancherorts immer noch mangelhafte Ladeinfrastruktur verunsichern viele potenzielle Käufer.
Große Auswirkungen haben die teuren Energiepreise auch für die bereits krisengeplagte bayerische Auto- und Zulieferindustrie. In Gegenden wie der nördlichen Oberpfalz, wo Tausende in dieser Branche arbeiten, machen sich deshalb viele Menschen Sorgen.
Mitdiskutieren!
Was bedeuten Energiepreis-Schock und Elektrowende für Bayerns Autoindustrie? Muss die Politik Benzin billiger machen – oder die E-Mobilität ausbauen? Welche Zukunft hat das Auto?
Über diese und andere Fragen diskutieren bei "jetzt red i" Bürgerinnen und Bürger live in Amberg mit CSU-Generalsekretär Martin Huber, Ludwig Hartmann, Vizepräsident des Bayerischen Landtages (B’90/Die Grünen), und Stephan Protschka, Landeschef der AfD in Bayern.
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