Seit ein paar Monaten stehen die Gewächshäuser leer. Aus Altersgründen haben Cornelia Reim und ihr Mann ihre Gärtnerei im unterfränkischen Veitshöchheim aufgegeben. Jetzt haben sie viel Platz – und den wollen sie nutzen. Wenn vom 13. bis 17. Mai in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag stattfindet, verwandelt sich die ehemalige Gärtnerei in einen Campingplatz. Die Familie Reim stellt ihr Firmengelände für Übernachtungsgäste zur Verfügung.
Bis zu 30.000 Besucher in Würzburg erwartet
Etwa 20.000 Besucher kamen vor zwei Jahren, beim vorangegangenen Katholikentag in Erfurt. In Würzburg erwarten die Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, bis zu 10.000 Personen mehr. Die Innenstadt soll sich an den fünf Veranstaltungstagen rund um Christi Himmelfahrt in eine Art Festival-Gelände verwandeln: Vorträge, Gottesdienste unter freiem Himmel, Konzerte auf dem Residenzplatz. Das Problem: Hotelbetten sind in Würzburg knapp. Viele Unterkünfte sind seit Monaten ausgebucht. Die Preise sind teils deutlich gestiegen.
Im Herbst haben die Organisatoren des Katholikentags deshalb einen Aufruf gestartet – und damit begonnen, private Quartiere zu suchen. Cornelia Reim hat davon mitbekommen: "Da haben wir uns gedacht – wir haben eine Menge Platz, wäre doch ein super Angebot."
Katholikentag: Viel Hilfe von Privatpersonen
Zehn Wohnmobilstellplätze und zehn Zeltplätze stellt die Familie Reim nun bereit, zum Beispiel auf den früheren Kundenparkplätzen der Gärtnerei. Würzburg ist von dort mit Bus und Bahn gut erreichbar. Die Vermittlung der Schlafplätze übernimmt das Team des Katholikentags. Das berichtet von "reger, aktiver Unterstützung", täglich gingen neue Quartiermeldungen ein – viele aus dem Umland.
So wie bei der 89-jährigen Jutta Valentini-Sasse in Reichenberg, wenige Minuten vom Veranstaltungsort entfernt. Vier Gästebetten bietet sie an, im Obergeschoss ihres Hauses. Kostenlos. Ihr selbst sei im Leben immer wieder geholfen worden, sagt die Seniorin: "Deswegen will ich auch was helfen." Zwei Gäste habe das Team des Katholikentags bereits an sie vermittelt – sie kommen aus Hannover.
400 private Gastgeber bieten Betten an
Knapp 400 private Gastgeber haben sich nach Angaben der Veranstalter innerhalb weniger Wochen gemeldet. Einzelpersonen, Paare und Familien. Auch Gemeinden aus dem Umland hätten unentgeltlich Schlafplätze und Wohnmobil-Stellplätze angeboten. Bedeutet bislang: 1.500 private Betten. 2.000 bis 2.200 sind das Ziel.
Bei Cornelia Reim haben sich bereits fünf Wohnmobil-Fahrer für das Gärtnereigelände angekündigt. Hauptsächlich aus dem Saarland. "Wir lassen uns überraschen, was da für Leute kommen", sagt Reim. Sogar einen Toilettenwagen haben sie und ihr Mann für die Gäste organisiert. All das sei aber keine große Sache, findet Cornelia Reim. Sie und ihr Mann seien christlich veranlagt: "Diesen Geist, den wollen wir weitertragen."
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