Das Geiselbacher Rathaus in der Ortsmitte: Marianne Krohnen bespricht in ihrem Amtszimmer mit einem Mitarbeiter eine Anfrage, die sie vom Seniorennachmittag mitgebracht hat. Es geht um einen fehlenden Handlauf an einer Treppe in einem Vereinstreffpunkt. "Die älteren Menschen haben Probleme, da hochzulaufen. Deshalb ist es notwendig, dass wir da nachrüsten", erklärt sie.
Seit mehr als 40 Jahren landen bei der 74-Jährigen kleine und große Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auf dem Tisch. Ihr Erfolgsrezept: alle Belange ernst nehmen und zeitnah umsetzen.
Bürgermeisterin: Ehrenamt als Fulltime-Job
Um die Anliegen der Menschen in ihrer Kommune zu kennen, sitzt Marianne Krohnen nicht nur am Schreibtisch. "Ich bin in allen Vereinen aktiv und bei fast jeder Veranstaltung dabei", sagt die Bürgermeisterin. So wisse sie genau, welche Themen in der örtlichen Politik umgesetzt werden müssten.
Auch wenn das mit viel Zeitaufwand verbunden sei, lebe sie dieses Amt, sehe es als Lebensaufgabe: "Jeden Tag ein Erfolgserlebnis zu haben, weil man jemandem helfen konnte, das macht einfach Freude", erklärt sie strahlend.
Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die 74-Jährige am 8. März bei der bayerischen Kommunalwahl für ihre achte Amtszeit antritt.
Probleme bei Nachwuchs
"Ich trete für die CSU/Freie Bürger an und suche eigentlich schon seit der letzten Wahl nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für mich", betont Krohnen. Bisher sei es ihr jedoch nicht gelungen, geeignete Kandidatinnen oder Kandidaten zu gewinnen. Gerade junge Frauen mit Familie und Teilzeitjob hätten verständlicherweise andere Prioritäten gesetzt.
1984 gehörte Marianne Krohnen zu den ersten vier Frauen in Unterfranken, die das Amt einer Bürgermeisterin übernahmen. Sie selbst hat drei Kinder und erinnert sich: Damals, als diese noch klein waren, sei es ein ständiger Spagat gewesen – doch ihr Mann habe sie dabei tatkräftig unterstützt.
"Vor Anfeindungen ist man nie gefeit"
In ihren mehr als 40 Jahren Amtszeit hat Krohnen in Geiselbach zahlreiche Projekte umgesetzt, etwa den Bau eines Mehrgenerationenhauses oder die Schließung der Nahversorgungslücke. Gerade bei Bauvorhaben läuft nicht immer alles reibungslos. "Vor Anfeindungen ist man nie gefeit", gibt sie zu.
In einer kleinen Gemeinde wie Geiselbach mit rund 2.500 Einwohnern funktioniere das Miteinander jedoch überwiegend gut. "Notfalls gibt es auch Rechtsbeistand vom Landratsamt, sollte der ein oder andere mit seinen Taten oder Äußerungen über die Stränge schlagen", erklärt die Bürgermeisterin.
Zwei Herausforderer am 8. März
Bei der Kommunalwahl am 8. März treten zwei Herausforderer gegen Marianne Krohnen an: Jörg Roßhirt für die Freien Wähler und Jan Maier für die Wählergemeinschaft Bürgerforum Geiselbach. Bleibt Krohnen erfolgreich, wäre es ihre achte Amtszeit.
Doch schon mit Blick auf die Zeit nach dem Bürgermeisteramt hat die 74-Jährige Pläne: "Sofern es meine Gesundheit erlaubt, werde ich weiterhin aktiv unterwegs sein und dort, wo ich gebraucht werde, mit Rat und Tat unterstützen."
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