"Es ist unglaublich und zwar so unglaublich, dass ich gar kein zweites Adjektiv mehr dazu habe" – Thomas Burger von der SPD fehlen fast die Worte, als alle Stimmen ausgezählt sind und klar ist: Die Aufholjagd ist gelungen, die SPD behält den OB-Posten in Regensburg. Von 19,1 Prozent im ersten Wahlgang auf 53,2 Prozent bei der Stichwahl – das sei "überwältigend" und gebe viel positive Energie, so Burger: "Ich habe jetzt richtig Bock darauf, mit all den Menschen, die was in Regensburg machen wollen, mit denen gemeinsam anzugreifen."
Kandidatin der CSU überrundet
Nach dem ersten Wahlgang lag noch CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein vorn, mit 37,5 Prozent. Die frühere Bundestagsabgeordnete ist seit 2020 Bürgermeisterin der Stadt Regensburg im Bereich Jugend und Senioren, Soziales und Sport. "Wir sind natürlich schon alle enttäuscht", so ihre Reaktion auf das Wahlergebnis, "wir haben wahnsinnig gekämpft, monatelang und hatten auch eine ganz große Teamleistung, aber wir werden uns das Ergebnis jetzt natürlich anschauen und dann wieder nach vorne schauen". Im neu gewählten Stadtrat von Regensburg bleibt die CSU die stärkste Kraft – mit einem Stimmenanteil von 26,8 Prozent.
Mehrere Parteien unterstützten Burger
Im ersten Wahlgang hatte sich Thomas Burger noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Grünen-Kandidatin Helene Sigloch (18,9 Prozent) geliefert, landete nur wenige Zehntelprozentpunkte vor ihr. Danach unterstützten die Grünen Burger, und auch von der Brücke, der ÖDP, Volt und Ribisl gab es eine Wahlempfehlung. Die Freien Wähler wiederum unterstützten CSU-Konkurrentin Astrid Freudenstein. Es sei ein fairer Wahlkampf gewesen, lobte Burger.
Erste Amtsvorhaben: Wohnraum, Mobilität und Kaufhof-Leerstand
Als erstes will Burger für eine "stabile Mehrheit im Stadtrat" sorgen, wie er in der BR-Wahlsendung sagte, und dann an die Arbeit gehen. Die ersten Prioritäten: "Bezahlbarer Wohnraum, wo wir das Bauland-Modell gerade weiterentwickeln, bei der Mobilität angreifen, und natürlich unser Kaufhof-Gebäude – was Chefsache sein muss. Diese Themen wollen wir zuerst anpacken. Davor aber auch viel mit Menschen reden."
Das seit zwei Jahren leerstehende Kaufhof-Gebäude mitten in der Altstadt war eines der prominentesten Wahlkampfthemen. Sowohl Burger als auch Freudenstein sprachen sich dafür aus, dass die Stadt es kauft. Man müsse von der Situation wegkommen, zwischen den Stühlen zu sitzen – "zwischen denen, die investieren wollen und denen, denen es gehört", so Burger.
SPD behält dritten OB-Posten in Folge
Thomas Burger ist nach Joachim Wolbergs und Gertrud Maltz-Schwarzfischer, die nicht wieder angetreten war, der dritte SPD-OB der Welterbestadt seit 2014 in Folge (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). Der 55-jährige ist gebürtiger Regensburger, Diplom-Physiker und arbeitet bislang bei einem Autozulieferer als Abteilungsleiter im Bereich Elektromobilität. Im Regensburger Stadtrat ist er seit 2002.
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