Ungemütlicher Wiesn-Auftakt für einige Jugendliche: Mehrere Minuten sollen Besucher des Fahrgeschäfts "Predator" auf dem Oktoberfest über Kopf gehangen haben. Das berichtete am Samstagabend die Aicher-Ambulanz. Beim Eintreffen des Sanitätsdienstes – gleichzeitig mit Polizei und Feuerwehr – waren die Personen bereits wieder auf dem Boden und außerhalb des Fahrgeschäfts angekommen. Grund für den Stillstand war laut Betreiber ein defekter Sensor, der nun ausgetauscht wurde. Der "Predator" empfängt weiterhin Fahrgäste.
Betreiber: Nur zwei Minuten über Kopf
Am Sonntagmorgen äußerte sich der Betreiber des Fahrgeschäfts "Predator", Willy Kaiser, im BR-Interview zu dem Vorfall: "Der Evakuierungsplan hat fünf Minuten gedauert. Die Leute standen etwa 120 Sekunden über Kopf", so Kaiser. Die restliche Zeit habe man gebraucht, um alle Personen aus den Sitzen zu holen und sie auf den Boden zu bringen.
Ursache war demnach ein Sensor, der das Karussell gestoppt hatte. Der Sensor sei inzwischen ausgetauscht worden, der TÜV habe das Fahrgeschäft erneut geprüft – ohne Beanstandung, so der Schausteller. Noch am Abend wurde es wieder freigegeben.
Gäste erleiden Kreislaufprobleme
Vor allem einige Jugendliche klagten über leichten Schwindel und Kreislaufprobleme. Nach kurzer Betreuung und Untersuchung durch die Einsatzkräfte vor Ort konnten alle Personen selbstständig zurück auf das Festgelände gehen, so die Aicher-Ambulanz.
Bei dem Überkopf-Fahrgeschäft "Predator" werden Fahrgäste in rotierenden Gondeln auf bis zu 16 Meter Höhe mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde bewegt.
TÜV: Ablauf war korrekt
Aus TÜV-Kreisen heißt es, der Ablauf sei korrekt gewesen: Ein Sicherheitsschalter müsse im Zweifel auslösen – dafür sei er da. Zudem seien die Fahrgäste in relativ kurzer Zeit aus ihrer Lage befreit worden. Zum Vergleich: Bei Seilbahnen gelten in ähnlichen Fällen bis zu drei Stunden als zulässiger Richtwert für eine Rettung.
Fahrgeschäfte müssen grundsätzlich jedes Jahr vom TÜV geprüft werden. Nach dem Aufstellen auf einem Volksfest folgt zusätzlich eine Gebrauchsabnahme, die normalerweise die örtliche Bauaufsicht übernimmt. Für das Münchner Oktoberfest beauftragt die Stadt allerdings den TÜV Süd. Während auf kleineren Volksfesten sicherheitsrelevante Teile wie Haltebügel stichprobenartig kontrolliert werden, müssen auf der Wiesn vor Beginn des Festes alle Sicherheitsmechanismen eines Fahrgeschäfts geprüft werden.
Zum Hören: TÜV prüfte Fahrgeschäft
Mehrere Minuten sollen Besucher eines Fahrgeschäfts auf dem Oktoberfest über Kopf gehangen haben.
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