Allein in Österreich kamen seit Freitag sieben Wintersportler unter Schneemassen ums Leben. Am Arlberg und in Sölden waren am Sonntag zahlreiche Lifte und Pisten wegen Lawinengefahr gesperrt.
Mit einer Entspannung der Lage rechnen Experten nicht. "Davon kann in den nächsten Tagen keine Rede sein", sagte ein Sprecher der Lawinenwarnzentrale Salzburg. Alle Wintersportler werden dringend aufgerufen, auf den Pisten zu bleiben und keinesfalls im freien Gelände unterwegs zu sein. In den vergangenen Tagen war verbreitet rund ein halber Meter Schnee gefallen.
Wie ist die extrem gefährliche Lawinenlage zu erklären? Darüber sprach BR24 mit Christoph Hummel vom Lawinenwarndienst Bayern. BR-Bergexpertin Katharina Kestler gab zudem Tipps zum richtigen Verhalten bei Lawinengefahr und wie man sich als Bergsportler effektiv vor Lawinen schützen kann. Das Video zu Sendung finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Lage auch in Bayern angespannt
Auch wenn Österreich der Lawinen-Hotspot ist, ist auch die Lage in Bayern angespannt. Im Süden des Freistaats erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Lagen bis 2.000 Metern in den kommenden Tagen Plusgrade und damit Tauwetter. Oberhalb von 1.600 Metern ist die Lawinengefahr laut Lawinenwarndienst Bayern weiter groß, unterhalb erheblich.
Die Hauptprobleme seien Neuschnee und Regen, der teils bis in eine Höhe von 1.800 Metern falle und die Schneedecke schwäche. Lawinen könnten sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen und auch exponierte Wege treffen.
Mehrere Todesfälle in Österreich und der Schweiz
Kürzlich kam es nach Lawinenabgängen immer wieder zu Unfällen – insbesondere in Österreich. Unter den seit Freitag sieben Todesopfern befand sich auch ein 41-Jähriger. Er wurde laut Polizei in Serfaus in Tirol abseits der Piste von einem Schneebrett erfasst. Der Österreicher konnte zwar aus einer Tiefe von rund zweieinhalb Metern ausgegraben werden, starb allerdings später im Krankenhaus. Ein 21-jähriger Slowake wurde in den Wölzer Tauern in der Steiermark von einem Schneebrett verschüttet, wie die Behörden berichteten. Er starb unter den Schneemassen.
Ähnliche Vorfälle gab es auch in der Schweiz. Wie die Polizei mitteilte, wurde am Sonntag im Kanton Graubünden die Leiche eines jungen Italieners unter Schneemassen gefunden. Im Kanton Wallis kam nach Angaben der Polizei am Sonntag ein 22-jähriger Skifahrer ums Leben, der in Verbier von einer Lawine mitgerissen wurde. Der junge Mann war demnach abseits der Pisten unterwegs, als er in einer Höhe von 2.600 Metern verschüttet wurde.
Tödliche Lawinenabgänge in Norditalien
In Norditalien ist die Lawinenlage ebenfalls angespannt. Bei verschiedenen Lawinenabgängen starben am Sonntag zwei Menschen. In dem Ski- und Wandergebiet Meran 2000 in Südtirol löste sich eine Lawine und erfasste einen Mann, der von den Rettungskräften nur noch tot geborgen werden konnte. Eine weitere Lawine ging im Aostatal an der Grenze zur Schweiz ab. Einsatzkräfte der Bergwacht bargen in einer Höhe von 3.000 Metern in der Nähe des Val d'Ayas den leblosen Körper eines verschütteten Skitourengehers.
Lawinengefahr auch in den französischen Alpen
Auch in den nördlichen französischen Alpen hatten am Samstag mehrere Lawinenabgänge im Oisans-Massiv (Isère) zwei Weiler isoliert. In Allemond, nahe Alpe d’Huez, wurde die einzige Zufahrtsstraße durch eine außergewöhnlich starke Lawine auf über einem Kilometer verschüttet.
Mit Informationen von dpa
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