100 Meter weit haben ihn die Schneemassen laut der Vorarlberger Polizei mitgerissen, dann lag ein 39-jähriger Skifahrer aus München unter einer fast eineinhalb Meter dicken Schneeschicht begraben.
Zusammen mit einem 40-jährigen Snowboardfahrer war er in Lech im österreichischen Vorarlberg abseits einer Tourengeher-Route unterwegs gewesen und hatte ein Schneebrett ausgelöst. Sein Begleiter setzte einen Notruf ab. Schließlich gelang es dem Verunglückten laut Polizei, sich selbst zu befreien.
Erhebliche Lawinengefahr oberhalb von 1.800 Metern
Weniger glimpflich ging es vor einer Woche in Südtirol aus. Dort waren mehrere Tourengeher von einer Lawine verschüttet worden, zwei Menschen starben. Auch aktuell warnen die Dienste: In Bayern sind es etwa die Allgäuer und Ammergauer Alpen sowie das Karwendel, an denen oberhalb von 1.800 Höhenmetern die Lawinengefahr erheblich ist (Stufe 3 von 5).
Schneebrettlawinen durch geringe Zusatzbelastung
Demnach können Lawinen dort groß werden. Aus dem sonnenbeschienenen, felsdurchsetzten Steilgelände lösten sich Lockerschneelawinen von selbst, berichtet der Lawinenwarndienst Bayern. Auch an sehr steilen, sonnigen Wiesenhängen könnten sich mittelgroße Lawinen von selbst lösen. Zudem könnten Schneebrettlawinen schon durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Diese Gefahr bestehe vor allem im schattigen, kammnahen Steilgelände, hinter Hangkanten sowie in Rinnen und Mulden.
Lawinenlage bleibt kritisch
Das Hauptproblem sei der gefallene Neuschnee der letzten Tage. In Hochlagen ist laut Lawinenwarndienst Bayern bis zu ein Meter Neuschnee gefallen. Die Experten raten dazu, den Neuschnee vorsichtig zu beurteilen. Windzeichen deuteten auf Gefahrenstellen hin. Das Wetter sei wechselhaft, die Lawinenlage werde zunächst kritisch bleiben.
Münchener löst Großeinsatz aus
Als der 39-jährige Münchener mit seinem Begleiter in Vorarlberg unterwegs war, herrschte laut Polizei gar große Lawinengefahr (Stufe 4 von 5). Die beiden blieben unverletzt und konnten letztlich eigenständig abfahren.
Die Alpinpolizei, ein Polizeihubschrauber und die örtliche Berg- und Pistenrettung waren nach dem Notruf aber trotzdem im Einsatz. Wer am Ende die Kosten dafür tragen muss, das wird laut Polizei noch bewertet.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
