Mehrere Männer heben einen Maibaum durch ein kleines Fenster.
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Für so einen Maibaum-Diebstahl wie hier vom Burschen- und Madlverein Königsfeld braucht es viele helfende Hände mitten in der Nacht.
Bildrechte: Burschen- und Madlverein Königsfeld
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Für so einen Maibaum-Diebstahl wie hier vom Burschen- und Madlverein Königsfeld braucht es viele helfende Hände mitten in der Nacht.

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Maibaumstehlen: Wieso es wohl nie einen Rekord geben wird

Maibaumstehlen: Wieso es wohl nie einen Rekord geben wird

Das Maibaumstehlen wird immer mehr zum Volkssport. Vereine versuchen sich gegenseitig zu überbieten. Doch wer wirklich die meisten Bäume in einer Saison klaut, bleibt wahrscheinlich für immer ungeklärt. Der Knackpunkt: Das Regelwerk.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Der Burschen- und Madlverein Königsfeld aus dem Landkreis Pfaffenhofen hat dieses Jahr Großes vor. Sie wollen den Rekord an gestohlenen Maibäumen in einer Saison erreichen. Ein Nachbarort hat vor ein paar Jahren sechs Bäume geschafft. Insgesamt fünf Bäume haben die Königsfelder eine Woche vor dem 1. Mai schon stehlen können.

Bis zu 60 Personen beim Maibaumstehlen im Einsatz

Der Organisator der Maibaumjagden im Verein, Patrick Promberger, schätzt, ungefähr 5.000 Kilometer habe er allein an Strecke in den umliegenden Landkreisen gemacht. Nur um auszukundschaften, wo der nächste unbewachte Maibaum sein könnte. Bei solchen Suchen und Diebstahl-Aktionen seien bis zu 60 Leute unterwegs.

Allerdings ist die Jagd nach dem Rekord-Titel nur inoffiziell. Denn es fehlt ein allgemeines Regelwerk. Patrick Promberger und sein Verein nehmen zum Beispiel auch Bäume, die schon weiß-blau bestrichen sind. Für andere Gruppen ist das streng verboten.

Sorge vor Bürokratisierung

Ein einheitliches "Gesetzbuch" beim Brauchtum vom Maibaumklau (externer Link), sei historisch bislang kein Thema gewesen, sagt der Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, Rudolf Neumaier. Er findet das auch gut so. Neumaier erklärt: "Bräuche sind immer etwas Regionales oder Lokales, da braucht es nichts bayernweites." Denn man rede immer von Entbürokratisierung und dann müsse man nicht etwas zusätzlich bürokratisieren, was keine Bürokratisierung brauche. "Ein Brauch braucht jedenfalls keine", so Neumaier.

Patrick Promberger vom Burschen- und Madlverein Königsfeld würde sich mehr Einheit wünschen. Er stört sich vor allem daran, dass nicht jede Gruppe beim Stehlen darauf achten würde, dass nichts kaputt geht. Dabei sei das mit das wichtigste Gesetz, dass nicht einmal ein kleines Vorhängeschloss beim Klauen kaputtgemacht werden darf.

Geteilte Meinung, ob Regelwerk notwendig oder nicht

Bei anderen Vereinen und Gruppen nachgefragt, fallen die Meinungen unterschiedlich aus. Martin Pelzer von den Donaumooser Maibaumdieben kann sich auch vorstellen, dass ein, zwei grundsätzliche festgeschriebene Regeln helfen könnten. Aber viele Regeln seien einfach lokal zu unterschiedlich – das seien Details, die nicht zu vereinheitlichen sind.

Bei den Inninger Maibaumdieben aus dem Landkreis Starnberg sind sie hingegen glücklich, dass nichts vorgeschrieben ist. Die meisten würden sich an die wichtigsten Regeln beim Stehlen halten, sagt ein Sprecher des Vereins. Dazu gehöre der Grundsatz, möglichst nichts zu beschädigen. "Wenn man jetzt irgendwelche scharfen Regeln aufstellt, geht die Gaudi verloren", so der Sprecher. Man sehe aber schon, dass das Stehlen zum Hype geworden ist. Dadurch seien immer mehr Gruppen beteiligt, wodurch das Risiko steigt, dass manche es übertreiben. Doch feste Regeln würden das auch nicht verhindern, vermutet das Mitglied der Maibaumdiebe aus Inning.

Ein Gesetzbuch fürs Maibaumstehlen wird womöglich auch in Zukunft kein Thema sein. Deswegen müssen weiterhin die Dörfer untereinander ausmachen, welcher Rekord von der Gemeinschaft anerkannt wird und welcher nicht.

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