Junge Burschen stehen vor einem Maibaum, den sie gerade gestohlen haben.
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Die Inninger Landjugend mit dem gestohlenen Testbaum
Bildrechte: privat / Instagram "Landjugend Inning"
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Die Inninger Landjugend mit dem gestohlenen Testbaum

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Kurioser Maibaum-Diebstahl: Ein Testbaum, Kardinal Marx und Rom

Kurioser Maibaum-Diebstahl: Ein Testbaum, Kardinal Marx und Rom

Bald ist der 1. Mai, das heißt, sie sind wieder unterwegs: die Maibaum-Diebe. Eine kuriose Maibaum-Aktion hat in Oberbayern stattgefunden, in Schwaig bei Erding und Inning am Ammersee. Was Kardinal Marx, Rom und ein Testbaum damit zu tun haben.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Viele Maibäume, die am 1. Mai aufgestellt werden, werden davor noch gestohlen. So wills der Brauch. Zur Auslöse gibts dann eine gscheide Brotzeit und Bier. Bald ist der 1. Mai, das heißt, derzeit sind die Maibaum-Diebe wieder unterwegs. Wer seinen Baum nicht anständig bewacht, muss damit rechnen, dass er in der Früh weg ist. Eine in vielen Facetten außergewöhnliche Maibaum-Klau-Geschichte hat sich in Schwaig im Landkreis Erding abgespielt. Der Verein "Moosmotor Schwaig" wurde von Kardinal Reinhard Marx beauftragt, einen Maibaum für den Garten des Begegnungszentrums der Erzdiözese München-Freising, Casa Santa Maria in Rom, herzurichten und ihn dort auch aufzustellen.

Inninger Landjugend ist aus auf Bäume mit besonderer Geschichte

Das hat ein Bursch aus Inning am Ammersee herausgefunden. Die Inninger Landjugend ist erfahren im Maibaumdiebstahl. Und auf besondere Bäume aus. 08/15 aus dem Nachbarort reicht den Inningern nicht mehr. Sie waren bereits in Kroatien beim Maibaum aufstellen und wollten heuer mit nach Rom. Also haben sie in einer Nacht- und Nebelaktion den Baum aus Schwaig gestohlen.

Warum braucht's einen Testbaum?

Doch dann hat sich herausgestellt: Dieser geklaute Maibaum ist gar nicht der für Rom. Sondern ein Testbaum. Höchst ungewöhnlich. Michael Miesbauer, der Vorstand vom Moosmotor Schwaig, erklärt die besonderen Bedingungen in Rom, die einen Testbaum nötig gemacht haben. Erstens ist der Baum nur 15 Meter hoch, also halb so hoch wie übliche Maibäume. Aus diesem Grund waren die Propotionen für den Schmuck nicht klar. Der Durchmesser des kleineren Baumes passt dementsprechend auch nicht zu den Aufstellhilfen, den sogenannten Schwalben, die sonst verwendet werden. Die Schwaiger wollten zudem erstmal testen, wie lange sie brauchen, den 15-Meter-Baum aufzustellen.

Und da die Mitglieder vom Moosmotor Schwaig den Auftrag von Kardinal Marx freilich sehr ernst nehmen, haben sie all das mit einem Testbaum ausprobiert, vermessen und geübt. Der echte Baum für Rom, liegt noch gut versteckt in einem Kirchenholz. Mehr wird nicht verraten.

Was passiert jetzt mit dem Testbaum?

Die kuriose Geschichte nimmt noch eine weitere Wendung. "Verkehrte Welt" ist es, erzählt Gerdl von der Inninger Landjugend. Denn der Testbaum wird jetzt tatsächlich aufgestellt. Nicht in Rom, nicht in Schwaig. Sondern bei den Dieben in Inning. "Der bleibt bei uns. In Inning kriegt der jetzt einen Gnadenhof", so Gerdl. Und somit müssen die Inninger den selbst gestohlenen Baum auch selbst auslösen. Die Schwaiger kommen zum Rollbratenessen nach Inning.

Das Fazit: A riesen Gaudi!

Die Enttäuschung bei den Maibaumdieben aus Inning hält sich also in Grenzen. Im Gegenteil: Gerdl zieht ein durchweg positives Fazit. Die Landjugend habe neue Menschen kennengelernt, die Schwaiger und Inninger verstünden sich gut. Und die ganze Aktion war ein riesen Spaß, findet Gerdl.

Den echte Baum für Rom präsentiert Moosmotor Schwaig in voller Pracht am Samstag, 25. April ab 18 Uhr bei einem Maibaum-Fest. Damit alle, die nicht mit dürfen nach Rom, diesen mittlerweile sehr berühmten Maibaum einmal anschauen können.

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