Ein Angler will vor einigen Wochen in Elchingen im Landkreis Neu-Ulm fischen und nutzt ein Echolot. In der Donau entdeckt er einen dicken Brocken, den er nicht allein an Land ziehen kann: Im Wasser liegt ein schwarz-gelbes Auto. THW, DLRG und die Feuerwehr rücken an, um das Fahrzeug zu bergen. Das dauert über sechs Stunden, denn es ist voller Schlamm und entsprechend schwer. Mit einem Kran wird der Wagen schließlich an Land gezogen. Es handelt sich um einen Manta A aus den 70er-Jahren. Er lag wohl über ein halbes Jahrhundert lang unter Wasser.
Souvenirjäger lassen Wrack-Teile mitgehen
Nun steht der Opel vor der Oldtimerfabrik in Neu-Ulm. Das Urteil des Fachmanns lässt wenig hoffen: "Das Auto hat den Point of no Return erreicht. Es wird nicht mehr auf der Straße fahren", sagt Geschäftsführer Peter Wirsching. Zumal sich beim Herausziehen aus der Donau auch noch das Dach gelöst hatte.
Doch selbst als Wrack verströmt der Manta noch eine gewisse Aura, immer wieder kommen Fans vorbei, nicht nur zum Schauen. "Es gibt auch Souvenirjäger. Da wurde das Emblem entwendet und hier eine Zierblende, die war gestern noch da", sagt Wirsching, der die Zahl der täglichen Besucher auf 50 schätzt. Er zeigt auf das Heck und die runden Rückleuchten, die an Turbinen erinnern sollten.
Opel Manta inspiriert von US-Muscle-Cars
Inspiriert war der sportliche Opel von amerikanischen Muscle-Cars, wie der Corvette oder dem Mustang, nur eben eine Nummer kleiner. Im ersten Stock der Oldtimerfabrik steht ein gut erhaltener Manta A, der zeigt, wie der Donaufund einmal aussah.
Peter Wirsching, Geschäftsführer der Oldtimerfabrik.
Manta als Popkultur
Dabei wirkt das Coupe aus heutiger Sicht fast schon untermotorisiert: Es hatte 90 PS. "Für damalige Verhältnisse war es schnell. Die meisten Autos auf dem Markt schafften um die 120, diese Fahrzeuge dagegen erreichten 150 bis 170 Stundenkilometer", sagt Wirsching. Immer mehr Tuner boten auch an, die Leistung der Fahrzeuge um zehn oder zwanzig PS zu steigern, hinzu kamen optische Veränderungen. Von 1970 bis 1988 wurde der Manta rund eine Million Mal produziert.
Er erreichte echten Kultstatus – Spielfilme, Lieder und unzählige Witze. Die Popularität des Mantas scheint auch heute ungebrochen. Fast eine halbe Million Aufrufe hat ein kurzes Video, das Wirsching auf Facebook veröffentlichte. Dabei stehen in der Oldtimerfabrik weitaus glamourösere Exemplare wie ein alter Rolls-Royce, ein Jaguar E-Type und verschiedene Porsche.
Wem gehört der Manta?
Doch eine Frage bleibt – wem gehörte der Manta? Die Polizei stand anfangs vor einem Rätsel, denn Nummernschilder hatte das Fahrzeug nicht mehr. Ein paar Tage später meldete sich allerdings eine Zeugin. Sie erzählte, dass ihr damaliger Mann einen Manta hatte, der ihm allerdings 1972 gestohlen wurde. "Der Mann lebt seit über 40 Jahren in den USA. Wir konnten ihn nicht ausfindig machen", sagt Johannes Stoll, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.
Wie der Manta in der Donau landete, ist eine Frage, die sich wahrscheinlich nie klären wird. "Ich habe noch von fünf weiteren Autos gehört, die am Flussgrund liegen", sagt Wirsching. Vor einigen Tagen wurde bei Leipheim auch ein Opel Vectra aus der Donau gefischt. Doch der ließ das Internet kalt. Der Manta hingegen hat echte Emotionen geweckt. Sechs Monate muss Wirsching warten, sollte sich doch noch ein Eigentümer melden. Der Angler als Finder habe bereits signalisiert, dass das Auto in der Oldtimerfabrik bleiben soll.
Dieser Artikel ist erstmals am 6. September 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

