Für fast fünf Milliarden Euro soll das deutsche Familienunternehmen ebm-papst, einer der weltweit führenden Ventilatorenhersteller, in die USA verkauft werden. Die Behörden müssten noch zustimmen, hieß es. Am Standort im niederbayerischen Landshut arbeiten etwa 900 Menschen.
ebm-papst will besseren Zugang zum US-Markt
Der börsennotierte US-Konzern Madison Air will das deutsche Unternehmen mit Hauptsitz in Baden-Württemberg zum Jahresende übernehmen. Die bisherigen Gesellschafterfamilien würden nach einem Verkauf ausscheiden. Der Deal müsse jedoch noch genehmigt werden.
Wie es weiter hieß, erhofft sich ebm-papst durch den Verkauf einen besseren Zugang zum US-Markt. Firmenchef Klaus Geißdörfer sagte, das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe sei nicht ausgeschöpft, und mit Madison habe man einen Partner gefunden, der genau verstehe, was ebm-papst ausmache und was man brauche, um die Marktführerschaft auszubauen.
Madison Air ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert. Der Industriekonzern hat weltweit 9.000 Mitarbeiter. Der Umsatz betrug zuletzt 3,5 Milliarden Dollar. Die Gesellschafterfamilien von ebm-papst sehen Madison als idealen Partner: Es setze seit Jahrzehnten auf nachhaltige Unternehmensentwicklung.
Arbeitsplätze in Landshut sollen bleiben
Die Übernahme habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Geschäft – auch nicht in Landshut, so Geschäftsführer Geißdörfer. In der niederbayerischen Bezirkshauptstadt ist der Bereich Heiztechnik angesiedelt. Die Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung sollen ihre Arbeitsplätze behalten, hieß es. Die Geschäftsleitung teilte auf Anfrage des BR mit: "Durch die Transaktion werden Tarife, Verträge und Betriebsvereinbarungen nicht berührt."
Kristin Dittmar, zweite Bevollmächtigte der IG Metall Landshut, machte auf BR-Anfrage deutlich, dass man erwarte, dass die Geschäftsführung ihre Zusagen einhalte. Sie hob hervor, dass der überraschende Verkauf mitten in den Betriebsferien erfolgt sei. Entscheidend sei jetzt aber "vor allem, dass die Beschäftigten in das weitere Vorgehen eingebunden werden. Sie haben ein Recht darauf, zu wissen, wie es weitergeht."
Geschäftsfeld: Wärmepumpen
Erst vor kurzem hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ebm‑papst in Landshut besucht. Söder sagte, es sei ein "Vorzeigeunternehmen aus Niederbayern".
Über Jahrzehnte hatte das Unternehmen eine führende Position in der Gasbrennwerttechnik. Jetzt stellt es in Landshut immer weiter auf die Optimierung von Wärmepumpen um. 2025 wurde dazu unter anderem ein "Innovationszentrum" am niederbayerischen Standort aufgebaut, um unter realen Bedingungen, Wärmepumpen erproben zu können. Ziel sei es, die Technik effizienter und leiser zu machen.
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