Eine Ramp-Agent winkt einem A380.
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Der Airbus A380 ist ready to take off. Die Ramp-Agent Alex winkt ihm zum Start.
Bildrechte: BR / Robin Köhler und Erik Häußler
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Der Airbus A380 ist ready to take off. Die Ramp-Agent Alex winkt ihm zum Start.

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Ausgemusterte fliegen länger: Die Abfertigung des A380

Ausgemusterte fliegen länger: Die Abfertigung des A380

Der Airbus A380 galt bereits als Auslaufmodell. Doch das größte Passagierflugzeug der Welt fliegt allen Prognosen zum Trotz. In München zeigt sich, wie viel Logistik-Aufwand hinter dem Riesenflieger steckt.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Mehr als 500 Passagiere, rund 600 Gepäckstücke und bis zu 15 Tonnen Fracht: Wenn ein Airbus A380 am Münchner Flughafen für den Abflug vorbereitet wird, müssen viele Zahnräder ineinandergreifen, damit ein pünktlicher Start gelingen kann.

An diesem Tag soll die Maschine nach Delhi fliegen. Bei Ramp-Agentin Alex laufen dafür viele Fäden zusammen. Sie ist für die Koordination der Be- und Entladung zuständig und steuert die Kommunikation zwischen Cockpit, Kabine, Frachtraum und Gate.

Mehr als zehn Tonnen Gepäck händisch verladen

Rund drei Stunden vor dem Abflug beginnt die Abfertigung mit der Aufgabe der ersten Koffer am Check-in-Schalter. In der Gepäckanlage werden die Koffer automatisch sortiert, geröntgt und ihrem Ziel zugeordnet. Für den A380-Flug nach Delhi werden etwa 600 Gepäckstücke erwartet. Während die ersten Schritte vollautomatisch laufen, werden danach die Koffer händisch in die Gepäckcontainer verladen. Bei durchschnittlich 20 Kilogramm pro Koffer sind das mehr als zehn Tonnen für die Mitarbeiter – echte Knochenarbeit.

Für die Passagiere ist die Arbeit hier unsichtbar. Kaum einer könne sich vorstellen, was nach der Gepäckabgabe passiert, erklärt der Leiter der Zentralen Infrastruktur Andreas, dessen Team die Gepäckstücke verlädt: "Da müssen ja so viele Beteiligte mitspielen. Wir sind ein Zahnrad, das in dem großen Uhrenwerk funktionieren muss. Eine Kleinigkeit kann den Ausschlag geben, dass ich die komplette Planung, die ich in der Früh gemacht habe, wieder überdenken muss." Das sei aber das Besondere an seiner Arbeit, die Flexibilität, vor allem für den A380.

Im Flieger kontrolliert Ramp-Agentin Alex inzwischen, ob die Reinigung geklappt hat. Kurz darauf kommt bereits das Catering an Bord. Der Zeitplan ist eng getaktet. Alex ist noch immer fasziniert vom A380, auch wenn er viel Arbeit für sie bedeutet: "Das ist so ein Flugzeug, egal was man gerade macht, man dreht sich immer um."

Der A380 wurde bei der Lufthansa bereits ausgemustert

Dabei schien die Karriere des A380 bereits beendet. Der vierstrahlige Großraumjet war nach dem Einbruch des internationalen Flugverkehrs während der Corona-Pandemie bei mehreren Airlines vor dem Aus. Auch die Lufthansa, deren Flieger heute nach Delhi fliegt, hatte ihre Maschinen 2021 aus dem Betrieb genommen. Zu groß und zu teuer, so die Argumente damals.

Im Juni 2023 dann die Rückkehr. Auch, weil das Flugzeug bei vielen Passagieren als sehr beliebt gilt. Neben der Faszination ist der Flieger aber auch eines: eine logistische Herausforderung. Inzwischen werden die ersten Gepäckcontainer verladen und Ramp-Agentin Alex spürt: Sie hängen dem Zeitplan hinterher. Alex muss eine erste Verzögerung melden.

Der A380 kann mit einem maximalen Startgewicht von 560 Tonnen abheben. Bis zu 32 Gepäckcontainer passen in das Flugzeug, dazu kommt Fracht. Doch während die letzten Container verladen werden, fehlen noch Passagiere. Gerade bei einem Flug nach Delhi mit vielen Umsteigern kann sich das Boarding verzögern, sagt Alex. Weil kein Gepäckstück ohne dazugehörigen Besitzer abheben darf, müssen diese Koffer wieder raus aus dem Bauch des A380. Am Ende fehlen zwei Fluggäste. 486 Passagiere sind schließlich an Bord. "Boarding completed" – eigentlich könnte es losgehen.

Selbst kurz vor dem Start kann noch etwas passieren

Doch dann wird ein Problem von der Technik gemeldet. In der Kabine müssen letzte Arbeiten erledigt werden, eine Toilette mache Probleme. Für Alex bedeutet das: wieder eine Verzögerung. Erst als die Techniker das Flugzeug verlassen haben, kann sie die letzten Schritte einleiten.

Nach Stunden der Vorbereitung setzt sich der A380 schließlich in Bewegung. Der Pushback beginnt – mit etwas Verspätung. Für Alex ist das trotzdem ein besonderer Moment. Beim Start der Triebwerke spüre man die Größe des Flugzeugs besonders. "Das ist echt ein tolles Gefühl", sagt sie.

Auch wenn der Flieger München heute nur verspätet verlassen konnte, am Ende zählt für Alex vor allem eines: Dass der A380 sicher starten und an sein Ziel gelangen kann. Zum Abschied winkt sie dem Rekord-Flieger hinterher.

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