Der frühere Freund der 2005 in Australien getöteten Unterfränkin Simone Strobel verklagt die Polizei des Bundesstaates New South Wales. Er wirft den Ermittlern vor, ihn zu Unrecht und aus unlauteren Motiven strafrechtlich verfolgt zu haben. Das teilte seine Anwaltskanzlei mit, das Schreiben liegt dem BR vor.
Ex-Freund: Sie war ein ganz besonderer Mensch
Der Ex-Freund erklärte, die Klage sei ein wichtiger Schritt, um seinen Namen reinzuwaschen und die verantwortlichen Polizeibeamten zur Rechenschaft zu ziehen. Er sei aus unlauteren Motiven verfolgt worden – "und nicht, weil man wirklich die Wahrheit herausfinden wollte", sagte er. Zudem hoffe er, dass die Klage die Ermittlungen zu Simones Tod wieder stärker in den Fokus rücke. "Sie war ein ganz besonderer Mensch und hätte etwas Besseres verdient. Auch ihre Familie hat Besseres verdient", erklärte er. Alle Betroffenen verdienten Antworten und die Möglichkeit, mit dem Fall abschließen zu können.
Mordverfahren 2023 eingestellt
Das Zivilverfahren ist vor dem Bezirksgericht von New South Wales für den 27. Januar 2027 angesetzt. Das Gericht muss prüfen, ob die Strafverfolgung rechtswidrig war. Strobels Ex-Freund war am 26. Juli 2022 in Perth im Bundesstaat Western Australia festgenommen worden. Er ließ sich freiwillig nach New South Wales überstellen, um sich dort wegen des Mordes an seiner damaligen Freundin zu verantworten.
Am 14. Juni 2023 stellte die Staatsanwaltschaft das Mordverfahren ein. Zu einer Verurteilung kam es nicht. Der Bundesstaat New South Wales wurde verpflichtet, seine Anwaltskosten in Höhe von rund 190.000 australischen Dollar zu übernehmen.
Der Fall Strobel: Die Vorgeschichte
Simone Strobel war 25 Jahre alt und arbeitete als Kindergärtnerin. Im Februar 2005 reiste sie mit ihrem damaligen Freund und weiteren Begleitern durch Australien. In Lismore verschwand sie. Sechs Tage später wurde ihre Leiche in der Nähe eines Campingplatzes unter Palmwedeln entdeckt.
Der Fall ist bis heute ungeklärt. Eine zweite Untersuchung bewertete den Fall 2025 neu. Die zuständige Rechtsmedizinerin bestätigte, dass Simone Strobel durch ein Tötungsdelikt starb, wie genau und woran, ist weiter unklar. Wer für ihren Tod verantwortlich ist, blieb ebenfalls offen. Sie empfahl, den Fall erneut von einer spezialisierten Cold-Case-Einheit untersuchen zu lassen. Nach den vorliegenden Angaben läuft derzeit eine erneute forensische Untersuchung.
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