Symbolbild: EIn Hacker tippt auf einer Laptoptastatur
Symbolbild: EIn Hacker tippt auf einer Laptoptastatur
Bild
Eine 60-jährige Münchnerin hat beim Kauf einer Wohnung rund 1,1 Millionen Euro auf ein falsches Konto überwiesen.
Bildrechte: picture alliance / empics | Graeme Roy
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / empics | Graeme Roy
Audiobeitrag

Eine 60-jährige Münchnerin hat beim Kauf einer Wohnung rund 1,1 Millionen Euro auf ein falsches Konto überwiesen.

Audiobeitrag
>

Münchnerin überweist Million bei Immobilienkauf an Betrüger

Münchnerin überweist Million bei Immobilienkauf an Betrüger

Eine Frau aus München wollte sich eine Wohnung für den Ruhestand kaufen. Sie überwies das Geld an den Makler – dachte sie zumindest. Doch Betrüger nutzten eine Masche, die bisher nur aus anderen Bereichen bekannt war.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Eine 60-jährige Münchnerin hat beim Kauf einer Wohnung rund 1,1 Millionen Euro auf ein falsches Konto überwiesen. Bislang unbekannte Täter hatten die E-Mail-Kommunikation mit dem Makler manipuliert. Die Ermittler sprechen von einem neuen Phänomen bei privaten Immobiliengeschäften.

Frau wollte Ruhestandswohnung kaufen

Nach Angaben der Polizei wollte die 60-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Wohnung in Bogenhausen für den Ruhestand kaufen. Für den 17. August war die Schlüsselübergabe geplant. Wenige Tage zuvor erhielt die Frau eine E-Mail, die vermeintlich vom Makler stammte, mit dem sie seit Monaten in Kontakt stand. Darin wurde sie zur Überweisung des vereinbarten Kaufpreises aufgefordert. Die Frau suchte daraufhin am 14. August persönlich ihre Bank auf und veranlasste die Zahlung von rund 1,1 Millionen Euro auf das in der E-Mail angegebene Konto.

Betrüger hackte sich wohl in E‑Mail-Postfach

In einer weiteren angeblichen Mail des Maklers wurde die geplante Schlüsselübergabe abgesagt. Als die Frau deshalb nicht zu dem Termin erschien, rief der echte Makler an und fragte, wo sie bleibe. Dabei flog der Betrug auf. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten unbekannte Täter ein E-Mail-Postfach unberechtigt übernommen und die Kommunikation manipuliert. Die tatsächliche Zahlungsaufforderung wurde abgefangen und durch eine falsche mit einer geänderten Bankverbindung ersetzt.

Nun auch Privatleute im Visier

Die 60-Jährige verständigte umgehend ihre Bank und die Polizei. Ein Teil des Geldes war zu diesem Zeitpunkt bereits auf Konten im europäischen Ausland weiterüberwiesen worden. Rund 900.000 Euro konnten noch sichergestellt werden. Das Kriminalkommissariat 122 spricht von einem neuen Phänomen bei privaten Immobiliengeschäften. Bislang war den Ermittlern dieses Vorgehen vor allem aus dem Geschäftsbereich bekannt.

Die Experten raten bei Änderungen von Bankverbindungen, diese immer über einen zweiten, unabhängigen Kommunikationsweg zu überprüfen. Bei einem Immobilienkauf sollte insbesondere die in der notariellen Urkunde genannte IBAN mit späteren Zahlungsaufforderungen abgeglichen werden.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!