Modell wie das Multifunktionsarena am Ende aussehen soll.
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Multifunktionsarena: 85-Millionen-Projekt sorgt für Streit
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Multifunktionsarena: 85-Millionen-Projekt sorgt für Streit

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Multifunktionsarena in Würzburg: Bürgerentscheid kurz vor Bau?

Multifunktionsarena in Würzburg: Bürgerentscheid kurz vor Bau?

Seit Jahrzehnten diskutiert Würzburg über den Bau einer neuen Arena. In der sollen Bundesliga-Basketballspiele und Konzerte stattfinden. Jetzt gibt es eine Baugenehmigung, aber es formiert sich auch Protest.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Von einem "point of no return" sprach Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig (Grüne) vor wenigen Wochen, an einem heißen Freitag Ende Juli. Tags zuvor hatte der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung einem millionenschweren Immobiliengeschäft zugestimmt – dem Kauf eines Grundstücks in Nähe des Hauptbahnhofs.

Dort soll sich nach den Plänen Heiligs und vieler Stadträte bald die neue Würzburger Arena befinden: eine Heimat für die Würzburg Baskets, bei Konzerten sollen bis zu 7.000 Besucher Platz haben. Die Pläne dafür werden immer konkreter. Doch eine Bürgerinitiative will die Stadt auf den letzten Metern zu einer Kehrtwende bewegen.

Mehrheit im Stadtrat will Arena

Die Ausgangslage im Würzburger Stadtrat ist seit Monaten ähnlich. Eine Mehrheit will die Arena verwirklichen, Rathaus-Spitze inklusive. Mit 41 zu acht Stimmen haben die Stadträte nun die Baugenehmigung erteilt.

Zwei der Gegenstimmen kamen von Stadtratsmitgliedern, die auch prominent in der Initiative gegen die Arena vertreten sind: die parteilose Barbara Meyer (ehemals Linke) und ÖDP-Stadtrat Raimund Binder. Bei einer Pressekonferenz nannten sie nun mehrere Kritikpunkte. Die geplante Arena halten sie und ihre Mitstreiter für einen schweren Fehler.

Initiative kritisiert Dimension, Standort und Kosten

Die Initiative kritisiert unter anderem die Dimension der Arena. Sie sei zu groß für eine Stadt wie Würzburg und könne daher nicht ausreichend häufig bespielt werden. Außerdem sei der Standort nicht geeignet – es drohe eine hohe Verkehrsbelastung. Zudem befinde sich das geplante Bauwerk in einer Luftschneise. Das wirke sich schlecht auf das Stadtklima aus.

Derartige Befürchtungen hat die "Arena Würzburg Projektgesellschaft" wiederholt zurückgewiesen. Beispiel Verkehr: Die Arena befinde sich nahe am Hauptbahnhof und einer Straßenbahnlinie. In einem Umkreis von 15 Minuten Fußweg stehen demnach 3.000 Parkplätze zur Verfügung. Das sei mehr als doppelt so viel, wie benötigt werde.

Ein weiterer Kritikpunkt der Initiative zielt auf die Kosten. "Wenn wir es finanzieren könnten, wenn wir viel Geld hätten, dann kann man auf jeden Fall dafür sein", sagt Raimund Binder. Doch die städtischen Rücklagen sind aufgebraucht. An anderer Stelle fehle Geld: bei Schulen oder Straßen etwa. "Das sind alles Dinge der Grundversorgung", sagt Binder. Eine Frage der Prioritäten also.

Arena-Kosten um Millionen gestiegen

Tatsächlich liegen die Kosten für die Arena inzwischen weit über dem, was einst geplant war. 2019 gingen die Planer noch von Gesamtbaukosten von 35 Millionen Euro aus. Das Grundstück sollte zunächst unentgeltlich in Erbpacht zur Verfügung gestellt werden.

Mittlerweile haben sich die Gesamtprojektkosten mehr als verdoppelt, auf etwa 85 Millionen Euro. Die Stadt Würzburg will diese mit bis zu 34,5 Millionen bezuschussen. Hinzu kommt das Grundstück – inzwischen doch nicht in Erbpacht: Das kostet die Stadt rund 14 Millionen Euro.

Hoffnung auf Besucher und Übernachtungen

Die Befürworter argumentieren: Die Arena sei ein Standortfaktor, das Geld sinnvoll investiert. Die Projektgesellschaft hofft auf rund 400.000 Besucher pro Jahr, bis zu 90.000 zusätzliche Übernachtungen. Wer in der Arena ein Konzert oder einen Kongress besucht, verbringt davor oder danach Zeit in Würzburg – so die Erwartung. Etwa zwölf Millionen Euro Umsatz jährlich seien außerhalb des Arenabetriebs möglich, berechnete eine Wirtschaftsberatung 2021 im Auftrag der Stadt.

Hinzu komme: Der städtische Haushalt muss die Arena-Kosten nicht allein tragen. 16 Millionen Euro wollen Geschäftsleute aus der Region über eine Stiftung einbringen. Um den kommunalen Anteil zu decken, hat der Stadtrat vor kurzem eine Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer beschlossen.

5.000 Unterschriften für Bürgerentscheid notwendig

Ziel der Bürgerinitiative sind 5.000 Unterschriften. Das entspricht etwa fünf Prozent der Wahlberechtigten in Würzburg. So viele sind für einen Bürgerentscheid nötig.

Die Projektgesellschaft plant derweil weiter. Bis Anfang Oktober läuft die Suche nach einem Betreiber für die Halle. Die Bauarbeiten könnten nach Angaben des Planungsteams bereits im kommenden Jahr beginnen.

Außenansicht der geplanten Arena in Würzburg
Bildrechte: Brückner & Brückner Architekten / PONNIE Images
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Seit Jahren diskutiert Würzburg über eine Multifunktionsarena. Nun gibt es eine Baugenehmigung. Eine Bürgerinitiative will die Arena stoppen.

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