Barbara Paten ist 69 Jahre alt und fährt noch viel und gerne Auto. Heute möchte sie wissen, ob sie das auch noch gut macht. Dazu ist sie zu einem Fahrsicherheitstraining für Senioren nach Nürnberg gekommen. "Weil man nie einen Blick von außen bekommt und sich vielleicht auch überschätzt", sagt die 69-Jährige.
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Bremsen aus voller Fahrt, das ist die erste Übung beim Senioren-Fahrtraining in Nürnberg. An die 40 Senioren versuchen sich auf dem Übungsplatz der Bereitschaftspolizei. Bei hoher Geschwindigkeit voll in die Eisen gehen, das ist Neuland für die meisten – aber es ist wichtig, wie Fahrlehrer Kasjan Wielki erklärt. Er spricht von Übungen, die für den Alltag im Straßenverkehr wichtig seien. Gerade die Gefahrenbremsung sei eine Situation, "die man nie erleben sollte, aber wenn sie mal auftritt, muss man das können". Und eine Vollbremsung kostet Überwindung.
Vollbremsung üben
Die meisten Senioren bremsen bei dieser ersten Übung zu zaghaft, kommen erst langsam zum Stehen. Robert Schimmel ist 70 Jahre alt und erklärt das damit, dass er in Sachen Vollbremsung aus der Übung sei. Als Senior fahre er seit einigen Jahren eher langsamer und vorsichtiger.
Auch die 80 Jahre alte Christa Schmidtlein geht das Bremsen zu zaghaft an. "Ich habe mich das gar nicht getraut", sagt sie nachher. Angemeldet für das Fahrsicherheitstraining habe sie sich, weil sie den Führerschein noch brauche, sich aber oft nicht mehr sicher fühle. Die 69 Jahre alte Barbara Panten erzählt, dass sie vor der Vollbremsung "Lampenfieber" gehabt habe.
Auf den ersten Bremsversuch folgen weitere. Die Senioren werden dabei zunehmend sicherer, bekommen ihre Autos immer schneller zum Stehen.
Rückwärts einparken fällt schwerer als früher
Später üben die Senioren das Einparken, wenden ihr Fahrzeug in zwei Zügen und müssen rückwärts im Slalom durch einen Hütchenparcours. Die 80 Jahre alte Christa Schmidtlein sagt, sie habe festgestellt, dass ihr das Rückwärts-Einparken heute deutlich schwerer falle als früher. Beim Rückwärts-Slalom achten die Fahrlehrer auch darauf, dass die Senioren am Lenkrad richtig umgreifen.
Veranstaltet wird das Training auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei zwei Mal im Jahr vom Nürnberger Stadtseniorenrat. Gerhard Schiffer, der das Ganze mit organisiert hat, erklärt den Sinn der Übung: "Es soll dazu dienen, dass man sich als älterer Mensch kritisch betrachtet und sich fragt: Was kann ich noch, oder was kann mein Auto, was ich gar nicht weiß."
Fahrtraining in den eigenen Autos
Während der gesamten Übung lenken die Senioren ihre eigenen Autos. Zwischen den einzelnen Stationen bekommen sie in Ruhe Tipps von Fahrlehrern. Diese zeigen Verständnis und nehmen vieles mit Humor. Den Senioren gibt das Sicherheit für den Straßenverkehr.
Die 80 Jahre alte Christa Schmidtlein sagt: "Ich denk' schon länger drüber nach, dass ich da mal eine Fahrstunde nehme, und drum hab ich auch heute mal das Training gemacht, damit ich weiß, wo ich stehe. Also ich bin ganz glücklich drüber."
Die Teilnahme kostet 30 Euro.
BR24 auf Instagram: Fahrsicherheitstraining für Senioren
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