Dieser Gecko konnte zum Glück lebend gerettet werden.
Dieser Gecko konnte zum Glück lebend gerettet werden.
Bild
Dieser Gecko konnte zum Glück lebend gerettet werden. Die meisten Geckos wurden mittlerweile vermittelt.
Bildrechte: Veterinäramt Haßberge
Schlagwörter
Bildrechte: Veterinäramt Haßberge
Audiobeitrag

Dieser Gecko konnte zum Glück lebend gerettet werden. Die meisten Geckos wurden mittlerweile vermittelt.

Audiobeitrag
>

Nach schockierendem Fund – verwahrloste Geckos gerettet

Nach schockierendem Fund – verwahrloste Geckos gerettet

Der Anblick ist selbst für Tierärzte schockierend gewesen. Im Februar fand das Veterinäramt Haßberge bei einem Reptilienhalter fast 100 vernachlässigte Geckos. Mehr als 30 davon waren bereits tot. Die überlebenden Tiere konnten jetzt gerettet werden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Der Fund empörte die Menschen weit über die Region hinaus: In einem Wohnhaus fanden Kontrolleure des Veterinäramtes im Februar eine ganze Sammlung an verwahrlosten Geckos (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). 64 noch lebende Tiere wurden beschlagnahmt, für 32 Geckos kam jede Hilfe zu spät.

Wie das Landratsamt Haßberge auf Nachfrage mitteilt, sind drei männliche Tiere danach noch in der Obhut eines Fachtierarztes für Reptilien gestorben. Die anderen konnten erfolgreich in "gute Hände" gegeben werden.

Fachgerecht versorgt und aufgepäppelt

Bei der Vermittlung war es wichtig, dass die Tiere nur an Halter und Halterinnen übergeben wurden, die die erforderlichen Kenntnisse haben, um sich ordnungsgemäß um die Geckos zu kümmern, betont das Landratsamt. Zunächst waren alle überlebenden Tiere bei einem Fachtierarzt für Reptilien untergekommen. In der Praxis wurden sie fachgerecht versorgt und aufgepäppelt: Einige wenige Tiere mussten laut Landratsamt jedoch eingeschläfert werden. Das Veterinäramt Haßberge ist zuversichtlich, dass auch die restlichen Tiere bald vermittelt werden können.

Veterinär: "Unerträgliche" Zustände

Bei der Kontrolle am 12. Februar hatten Mitarbeiter des Veterinäramtes bei einem Ehepaar im Landkreis Haßberge 32 tote und 64 stark vernachlässigte Geckos gefunden. Die Haltungsumstände vor Ort wären auch für die Mitarbeiter des Veterinäramtes schockierend gewesen, so der zuständige Veterinärarzt Christopher Bogdahn im Februar. Die Bedürfnisse der Geckos seien bei der Haltung "nicht annähernd" berücksichtigt worden.

Verhungert und verdurstet

Keinem der Tiere habe Wasser zur Verfügung gestanden, das Futter sei nicht artgerecht gewesen. "Die haben alle erst mal 20 Minuten getrunken", so Bogdahn. Zudem seien sie alle von Parasiten befallen gewesen. 33 der Tiere waren zudem jeweils einzeln in 36 × 25 Zentimeter großen Schubladen gehalten worden. Vom Landratsamt veröffentlichte Fotos zeigen tote Tiere in Plastikboxen, teils während der Häutung verendet.

Ermittlungen gegen Reptilienhalter

Gegen das Ehepaar wird nun unter anderem wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Die Folge könnte ein Halte- und Betreuungsverbot sein, aber auch Bußgelder drohen. Aufgrund schwerwiegender Tierschutzverstöße prüfe das Veterinäramt sämtliche verwaltungsrechtlichen Möglichkeiten, so der Tierarzt.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!