Der Fund empörte die Menschen weit über die Region hinaus: In einem Wohnhaus fanden Kontrolleure des Veterinäramtes im Februar eine ganze Sammlung an verwahrlosten Geckos (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt). 64 noch lebende Tiere wurden beschlagnahmt, für 32 Geckos kam jede Hilfe zu spät.
Wie das Landratsamt Haßberge auf Nachfrage mitteilt, sind drei männliche Tiere danach noch in der Obhut eines Fachtierarztes für Reptilien gestorben. Die anderen konnten erfolgreich in "gute Hände" gegeben werden.
Fachgerecht versorgt und aufgepäppelt
Bei der Vermittlung war es wichtig, dass die Tiere nur an Halter und Halterinnen übergeben wurden, die die erforderlichen Kenntnisse haben, um sich ordnungsgemäß um die Geckos zu kümmern, betont das Landratsamt. Zunächst waren alle überlebenden Tiere bei einem Fachtierarzt für Reptilien untergekommen. In der Praxis wurden sie fachgerecht versorgt und aufgepäppelt: Einige wenige Tiere mussten laut Landratsamt jedoch eingeschläfert werden. Das Veterinäramt Haßberge ist zuversichtlich, dass auch die restlichen Tiere bald vermittelt werden können.
Veterinär: "Unerträgliche" Zustände
Bei der Kontrolle am 12. Februar hatten Mitarbeiter des Veterinäramtes bei einem Ehepaar im Landkreis Haßberge 32 tote und 64 stark vernachlässigte Geckos gefunden. Die Haltungsumstände vor Ort wären auch für die Mitarbeiter des Veterinäramtes schockierend gewesen, so der zuständige Veterinärarzt Christopher Bogdahn im Februar. Die Bedürfnisse der Geckos seien bei der Haltung "nicht annähernd" berücksichtigt worden.
Verhungert und verdurstet
Keinem der Tiere habe Wasser zur Verfügung gestanden, das Futter sei nicht artgerecht gewesen. "Die haben alle erst mal 20 Minuten getrunken", so Bogdahn. Zudem seien sie alle von Parasiten befallen gewesen. 33 der Tiere waren zudem jeweils einzeln in 36 × 25 Zentimeter großen Schubladen gehalten worden. Vom Landratsamt veröffentlichte Fotos zeigen tote Tiere in Plastikboxen, teils während der Häutung verendet.
Ermittlungen gegen Reptilienhalter
Gegen das Ehepaar wird nun unter anderem wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Die Folge könnte ein Halte- und Betreuungsverbot sein, aber auch Bußgelder drohen. Aufgrund schwerwiegender Tierschutzverstöße prüfe das Veterinäramt sämtliche verwaltungsrechtlichen Möglichkeiten, so der Tierarzt.
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