Flächendeckend bewachen lässt sich das Stromnetz auch in Bayern nicht.
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Flächendeckend bewachen lässt sich das Stromnetz auch in Bayern nicht.
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Nach Stromnetz-Sabotage: Bayerische Energiewirtschaft besorgt

Nach Stromnetz-Sabotage: Bayerische Energiewirtschaft besorgt

Nach den jüngsten Sabotage-Aktionen gegen mehrere Stromanlagen bundesweit mehren sich Stimmen, die von neuer Eskalationsbereitschaft der meist unbekannten Täter sprechen. Auch Bayerns Energiewirtschaft ist besorgt. Sie verbessert ihren Schutz.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das bayerische Innenministerium betont auf Anfrage von BR24, aktuell lägen zwar "keine konkreten Gefährdungserkenntnisse für Bayern vor, jedoch ist weiterhin von einer hohen abstrakten Gefährdung für Kritische Infrastruktur, insbesondere durch Spionage oder Sabotage, auszugehen."

Die Verantwortung für Schutzmaßnahmen tragen in erster Linie die Stromversorger und Netzbetreiber selbst. Marian Rappl, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW), spricht im Interview mit BR24 von Nachbesserungen der Netzbetreiber: "Hier geht es um stärkeren Schutz durch massivere Zäune. Hier geht es um die Installation von Bewegungsmeldern. Hier geht es um Videoüberwachung." Das alles führe dazu, dass die Anlagen deutlich sicherer würden und dass die Stromversorger und Netzbetreiber vor allem sehr früh in den entsprechenden Überwachungszentralen erkennen könnten, wenn ein Angreifer in die Anlage eindringen will. "Dann wird die Polizei alarmiert", so Rappl.

"Können Leitungsnetz nicht durchgängig schützen"

Klar ist für Rappl aber auch, "dass wir natürlich in Bayern nicht Zehntausende von Kilometern Leitungsnetz durchgängig schützen können". Deswegen gehe es um die Frage: "Was können wir tun, wenn etwas passiert? Können wir das Netz möglichst schnell wieder aufbauen?"

Es gebe natürlich auch Fälle, in denen es etwas komplexer sei, die Versorgung wiederherzustellen - wie bei dem gezielten Brandanschlag in Berlin Anfang des Jahres. Hier sei mit großer Kenntnis eine Stelle im Stromnetz getroffen worden, die "dann eben auch einen maximalen Schaden erzeugt". Für mehrere Tage waren im kalten Januar in Berlin rund 45.000 Haushalte ohne Strom.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte daher schon zu Beginn des Jahres im Interview mit BR24 gesagt, Bayerns Ziel sei es, "im Laufe der Jahre jede Kreisverwaltungsbehörde, alle 96 Städte und Landkreise mit entsprechenden Notstromaggregaten auszurüsten".

"Details zum deutschen Stromnetz im Internet für jeden einsehbar"

Deshalb ist es für die Netzbetreiber laut Rappl jetzt auch dringend geboten, dass keine wichtigen Details für jedermann öffentlich recherchierbar seien. "Es gibt im Internet mehr oder weniger frei verfügbar das gesamte deutsche Stromnetz für jeden einsehbar. Das ist kein guter Zustand, denn das ist eine kritische Infrastruktur und die muss man nicht jedem auf dem Silbertablett servieren." Deutschland müsse sich von zu viel Transparenz in dieser Frage verabschieden. Inzwischen wurden bereits Informationen über Stromleitungen aus dem bayerischen Energieatlas gelöscht.

Höhere Sicherheit könnte Strompreise erhöhen

Höhere Sicherheitsmaßnahmen kosten mehr Geld. Darüber führt die Energiewirtschaft gerade mit der Bundesnetzagentur Diskussionen: "Was passiert mit diesen zusätzlichen Investitionen? Können wir die entsprechend dann auch in die Netzentgelte mit einpreisen oder ist das nicht möglich?", so Rappl. Am Ende dürfte das aber auch die Strompreise erhöhen.

Physische Angriffe aktuell wichtiger als Cyberangriffe

Die baulichen Maßnahmen für mehr Sicherheit (höhere Zäune, Kameras, Bewegungsmelder) – die im Detail aus Geheimhaltungsgründen weder vom Innenministerium noch von den Netzbetreibern näher erläutert werden – sind für VBEW-Hauptgeschäftsführer Rappl aktuell noch wichtiger als die ebenfalls wachsende Bedrohung aus dem Internet.

Doch hier habe man schon jahrelange Erfahrung bei der Cyberabwehr "Was uns jetzt umtreibt und was jetzt die Situation neu macht, sind eben wirklich physische Angriffe, dieses hybride Agieren Russlands, wie man jetzt auch nachgewiesen hat, beziehungsweise auch Angriffe von Terroristen aus dem Inland."

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