Auf Bierdeckeln stellen sich die verschiedenen Raufußhühnerarten vor.
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Neue Bierdeckel sollen Wanderer zur Rücksicht vor den Raufußhühnern mahnen - "Nicht querfeldein, das wäre fein!", lautet das Motto.
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Neue Bierdeckel sollen Wanderer zur Rücksicht vor den Raufußhühnern mahnen - "Nicht querfeldein, das wäre fein!", lautet das Motto.

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"Nicht querfeldein": Bierdeckel für den Schutz von Auerhahn & Co

"Nicht querfeldein": Bierdeckel für den Schutz von Auerhahn & Co

Auerhühner, Birkhühner und Alpenschneehühner waren einst typisch für die Alpen. Inzwischen sind sie selten, denn Bergsteiger erobern ihren Lebensraum. Zu ihrem Schutz soll eine ungewöhnliche Aktion beitragen: Bierdeckel mahnen zur Rücksicht.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

Ein sonniger Juninachmittag auf dem Wank bei Garmisch-Partenkirchen. Das Karwendelgebirge leuchtet im Osten, im Süden erheben sich die Riesen vom Wetterstein. Doch Gebietsschützerin Daniela Feige lässt das Bergpanorama links liegen – sie sucht mit den Augen den Boden ab. Dann findet sie, was sie gesucht hat: "Eine Feder, recht schwarz, glänzend, wahrscheinlich von einem Birkhahn. Das ist ein Nachweis: Wir sind im Habitat des Birkhuhns."

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Die scheuen Birkhühner sieht man nur selten, ihre Federn schon eher. Man erkennt sie an der flauschigen, zweiten sogenannten Afterfeder.

Das Birkhuhn gehört zusammen mit Auerhuhn und Alpenschneehuhn zur Gruppe der Raufußhühner. Alle drei Arten sind stark vom Aussterben bedroht. Vom Birkhuhn gibt es in Deutschland nur noch rund 1.000 Brutpaare, vor 15 Jahren waren es noch doppelt so viele. Das Problem: die Wanderer.

Bedrohung durch den Bergtourismus

In den vergangenen Jahrzehnten ist das Aufkommen an Wanderern stetig gestiegen. Sie stören die Ruhe, die die Vögel dringend brauchen. Besonders empfindlich sind sie im Frühsommer, während der Brutzeit. Feige erklärt: "Wenn jetzt Leute unterwegs sind oder freilaufende Hunde, dann verlassen die Hennen die Nester und in dem Augenblick kühlen die Eier oder Küken aus oder sie können gefressen werden – von zum Beispiel Fuchs oder Marder."

Frühmorgens und spätabends sind solche Störungen besonders gefährlich. "Früher ist ein Mensch aufgestanden, hat gefrühstückt und war dann irgendwann um zehn, elf Uhr oben am Gipfel", sagt Feige. "Jetzt fahren die E-Biker teilweise sehr früh hoch und sind in der Dämmerung schon im Gebiet, wo die Tiere bei der Nahrungsaufnahme oder am Balzen sind – und dann stören sie."

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Einfache Verhaltensregeln für Wanderer sollen Birkhühner schützen.

Bierdeckel mahnen zur Rücksicht

Zum Schutz der Raufußhühner haben die Gebietsschützerin und ihre Kollegin zusammen mit dem Naturpark Karwendel in Österreich Bierdeckel gedruckt. Sie sollen Wanderer über die Bedürfnisse der Tiere aufklären und zur Rücksicht mahnen.

Vier Regeln stehen auf den Bierdeckeln: Auf dem Weg bleiben, nur tagsüber wandern, Hunde anleinen und Schutz- und Schongebiete meiden. "Nicht querfeldein – das wäre fein", lautet das Motto. Ein QR-Code verweist auf eine Website mit mehr Infos (externer Link). Die EU fördert das Projekt. Die Bierdeckel haben Feige und ihre Kollegin auf Berghütten ringsum verteilt. "Wir haben uns überlegt, wo können wir die Menschen genau in den Lebensräumen erreichen, wo sie stören, dann wenn sie stören?"

50 Hütten sind bei der Aktion dabei

50 Hütten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und im Naturpark Karwendel beteiligen sich an der Aktion, auch das Wankhaus. Den meisten Gästen hier gefallen die Bierdeckel. "Wir haben erst vor uns welche gesehen, die dieses Schild ignoriert haben: 'Vogelschutzgebiet, man soll die Wiesen nicht betreten'. Die sind querfeldein runtergegangen", erzählt ein Wanderer. "Das finde ich schrecklich, so was!"

Andere haben weniger Verständnis. "Man weiß gar nicht mehr, wo man anfangen soll. Man muss irgendwie schauen, dass man alle möglichen Tiere schützt. Was ist mit den Elefanten, was ist mit den Pflanzen?", sagt ein Mann. Hüttenwirt Florian Krempl unterstützt die Aktion: "Das ist ja eine schöne Sache, also warum sollte man nicht? Und es kostet ja nicht mal was!"

Vom Schutz der Raufußhühner profitieren auch Insekten

Beim Schutz der Raufußhühner geht es um mehr als nur diese drei Arten, erklärt Gebietsschützerin Feige. Denn sie sind sogenannte Schirmarten, also die empfindlichsten Bewohner ihres Lebensraums. "Das heißt, wenn wir den Auerhahn schützen, dann schützen wir damit auch ganz viele andere Arten, die in der gleichen Lebensgemeinschaft vorkommen." Auf den ruhigen Waldlichtungen, die Auerhähne bräuchten, fühlten sich etwa auch viele Insektenarten wohl. "Wir schützen den Auerhahn, und ganz viele andere profitieren."

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Als Gebietsschützerin des Landkreises Garmisch-Partenkirchen hat Daniela Feige die Bierdeckel-Aktion initiiert.

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