Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) schätzt das Risiko für die deutsche Bevölkerung durch Ebola als äußerst gering ein. Das sagte sie im ARD-"Bericht aus Berlin". "Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen", so Warken. Das Risiko für die deutsche Bevölkerung sei "als äußerst gering einzuschätzen".
WHO ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus
Am Sonntagmorgen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil es in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda einen Ebola-Ausbruch mit einer seltenen Variante des Virus gibt.
Gesundheitsministerin Warken, die gerade an der WHO-Tagung in Genf teilnimmt, sagte, der WHO-Gesundheitsnotstand diene vor allem dazu, die Behörden in den betroffenen afrikanischen Ländern zu unterstützen, etwa um größere Feste abzusagen.
Warken: Weltweite Ausbreitung "nahezu ausgeschlossen"
Warken hält es für nahezu ausgeschlossen, dass die WHO den Ebola-Ausbruch zu einer Pandemie, also zu einer weltweiten Ausbreitung, hochstuft. "Es ist ein örtliches Geschehen, und es ist aus meiner Sicht nahezu ausgeschlossen, dass es jetzt noch weitere Warnstufen geben muss", sagte die CDU-Politikerin.
Ebola-Viren übertragen sich nicht über die Luft, sondern nur beim Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Bereits 2014 und 2019 hatte die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund von Ebola-Ausbrüchen in Afrika ausgerufen.
Deutschland will medizinisch unterstützen
Nach Angaben der UN-Gesundheitsbehörde wurden bis Samstag in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo 80 mutmaßliche Todesfälle, acht im Labor bestätigte Fälle und 246 Verdachtsfälle gemeldet. "Bei dem jetzt zirkulierenden Stamm handelt es sich um einen Erreger, für den es noch keine antiviralen Therapien oder Impfungen gibt", sagte Warken. Insofern sei man besonders vorsichtig.
Deutschland ist laut der Ministerin bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten – etwa über das Robert-Koch-Institut mit mobilen Laboren. Auch wenn es noch keine Hilfsanfragen aus Afrika gebe, sei zu erwarten, dass diese noch kämen, so die Ministerin.
Mit Informationen von Reuters
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