Wegen Brandgefahr haben Rettungskräfte einen Zug im oberbayerischen Traunstein evakuiert. Der Großalarm ging laut Kreisfeuerwehrverband Traunstein um 5.10 Uhr morgens ein, eine Minute später beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Es befanden sich rund 250 Fahrgäste in dem Zug, der gerade auf der Strecke zwischen Salzburg und München fuhr. Laut BRK waren die Bremsen eines Waggons so heiß geworden, dass ein Brand befürchtet wurde.
Bei dem Pannenfahrzeug handle es sich um einen Nightjet der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), der von der kroatischen Hauptstadt Zagreb unterwegs nach Stuttgart war, heißt es bei der Deutschen Bahn auf BR-Anfrage, und weiter: "Der technische Defekt hat mit uns nichts zu tun."
Lokführer bemerkte Brand am Fahrgestell
Um 5.03 Uhr hatte laut ÖBB der Lokführer einen Brand am Fahrgestell bemerkt. Er hielt daraufhin den Zug in Traunstein an. Das Zugpersonal selbst habe den Brand mit einem Feuerlöscher innerhalb von 30 Sekunden gelöscht, so ein ÖBB-Sprecher.
Da sei aber schon der Großalarm gegeben gewesen und man habe bereits begonnen, die rund 250 Passagiere aus dem Zug zu geleiten. Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Schulz nannte die Evakuierung der vielen Fahrgäste eine "herausfordernde Situation".
Feuerwehr kümmerte sich um Passagiere
Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein erklärte, die Feuerwehrleute hätten sich zusammen mit den Einsatzkräften vom BRK um die gestrandeten Passagiere gekümmert. Sie setzten demnach außerdem eine Wärmebildkamera ein, um die Temperatur an der Bremsanlage zu überwachen. Mehrere Atemschutztrupps der Feuerwehr sorgten für die Belüftung der Waggons. Vor dem Eintreffen der Feuerwehr war etwas Rauch ins Innere mancher Waggons gelangt. Einige Passagiere hatten dadurch Rauch eingeatmet.
"Herausfordernde Situation" bei Panne im Nachtzug
Auf BR-Nachfrage in Österreich heißt es, für das Notfallmanagement sei immer der Schieneninfrastrukturbetreiber des Landes zuständig, in dem die Panne passiert, hier also die Deutsche Bahn. Ersatzbusse habe die Deutsche Bahn nicht organisiert; die Passagiere des gestrandeten Zuges seien später einfach mit den folgenden Zügen weitergefahren.
Keine Verletzten
Die Passagiere wurden zunächst in der Turnhalle einer nahegelegenen Schule untergebracht und von Notärzten untersucht. Ins Krankenhaus musste niemand.
Der Zugverkehr auf der Strecke musste für etwa eine Stunde vollständig eingestellt werden. Insgesamt waren rund 125 Einsatzkräfte zwischen einer und drei Stunden im Einsatz.
Nach ersten Erkenntnissen dürfte ein Defekt an der Bremsanlage die Rauchentwicklung verursacht haben. Die Panne habe sich an einem kroatischen Schlafwagen ereignet, der in dem österreichischen Zug mitgefahren sei und mit 22 Personen besetzt war. Die Bundespolizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Ursache des Feuers genauer zu untersuchen, heißt es von der Feuerwehr. Der Sachschaden am Zug sei gering.
Mit Informationen der dpa
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