(Symbolbild) Transporter von DPD stehen geparkt in einer Reihe
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(Symbolbild) Pakete um jeden Preis – so läuft die Ausbeutung der Fahrer
Bildrechte: picture alliance / ANP | ROB ENGELAAR
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(Symbolbild) Pakete um jeden Preis – so läuft die Ausbeutung der Fahrer

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Pakete um jeden Preis – so läuft die Ausbeutung der Fahrer

Pakete um jeden Preis – so läuft die Ausbeutung der Fahrer

Fahrer, die für DPD ausliefern, berichten von unbezahlten Überstunden, Schwarzgeld und fragwürdigen Wohnverhältnissen. Dahinter steckt ein System teilweise dubioser Subunternehmer.

Über dieses Thema berichtet: Kontrovers am .

In Deutschland werden täglich zehn Millionen Pakete zugestellt. Von Lieferanten, die es immer eilig haben. Und nicht jeder im Geschäft arbeitet seriös. Kontrovers – die Story über den Alltag von DPD-Paketboten, fragwürdige Arbeitsbedingungen und Lohndumping.

Georgu kommt aus Rumänien, ist erst seit wenigen Wochen in Deutschland und verdient sein Geld als Paketbote bei der DPD. Doch er ist nicht direkt dort angestellt, sondern bei einem Subunternehmen. Um sieben Uhr fange er an, zu arbeiten, sagt Georgu. Schluss sei dann, wenn alle Pakete ausgeliefert sind. Bezahlt würden aber nur acht Stunden, ganz gleich, wie viel er arbeitet. Ohne Ausgleich. Im Schnitt blieben ihm weniger als neun Euro pro Stunde.

"Die behandeln uns wie Sklaven"

"Die denken nicht an uns, die denken nur daran, Geld zu machen, und behandeln uns wie Sklaven", sagt Georgu. Sein Kollege Stefan empfindet das ähnlich, auch er schuftet oft 13, 14 Stunden, bekommt aber nur acht bezahlt. Dabei ist im Arbeitsvertrag klar festgelegt: Die Fahrer dürfen 37,5 Stunden pro Woche arbeiten, für den gesetzlichen Mindestlohn.

Hinzu kommt, dass manche Subunternehmer das Gehalt zum Teil bar auszahlen – sobald die Fahrer dieses Geld annehmen, machen sie sich mitschuldig, erklärt der Sozialwissenschaftler Stefan Sell. "In dem Moment, wo sie auch aus der Not heraus – sie brauchen ja jeden Euro – sagen: 'Okay – ich kriege einen Teil des Geldes formal korrekt überwiesen und den Rest bekomme ich schwarz (…)'. Dann sind sie in dem Moment selber Teil der Rechtsverstöße", erklärt Sell bei Kontrovers – die Story.

Zu viert in einem Zimmer – für 450 Euro pro Monat

Die Fahrer stammen oft aus Osteuropa und kommen nach Deutschland, um mehr Geld zu verdienen. Doch das hat seinen Preis. Die Fahrer arbeiten und leben unter fragwürdigen Bedingungen. Ein Fahrer, der anonym bleiben möchte, zeigt sein Zimmer. Dort lebt er mit drei anderen Fahrern auf engem Raum. Ein Bett für 450 Euro im Monat, erzählt er. Der Subunternehmer, für den er und Georgu arbeiten, will nicht mit Kontrovers sprechen und beantwortet auch Fragen nicht.

Kontrovers - Die Story im Video: Pakete um jeden Preis – so läuft die Ausbeutung der Fahrer

Und was sagt die DPD zu den Vorwürfen? Auf der Homepage gibt sich das Unternehmen betont gewissenhaft: Von sozialer Verantwortung ist da zu lesen, die regional und überregional gelte. In einer Stellungnahme heißt es:

Sämtliche vertraglichen Partnerunternehmen von DPD müssen sich zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben, insbesondere zum Mindestlohn, zur Einhaltung der (…) Arbeitszeit und zu fairen Arbeitsbedingungen verpflichten.

DPD hat mehr als 1.000 Subunternehmer

DPD beschäftigt mehr als 1.000 Subunternehmer. Bundesweit arbeiten insgesamt mehr als 1.000 Systempartner für den Konzern, die rund 11.000 Fahrer beschäftigen. Einer ist bereit, mit Kontrovers zu reden. Er spricht von viel Druck, der auf ihm und seinen Mitarbeitern laste. Die Arbeit werde nicht richtig bezahlt: Er bekomme 2,15 Euro für jede angefahrene Adresse. In manchen Monaten mache er so 300 Euro Gewinn pro Fahrer, in anderen aber Minus.

DPD schreibt auf Anfrage dazu: "Wir beobachten unsere Systempartner/Subunternehmen und deren wirtschaftliche Situation genau, und im Einzelfall unterstützen wir diese, damit sie wirtschaftlich tragfähig bleiben." DPD wolle außerdem bald eine lange geplante Auditierung seiner Subunternehmer durchführen und verweist auf externe Kontrollen, wie durch den Zoll.

Experte: Es braucht mehr als Zollkontrollen

Aus Sicht des Experten Sell reichen Zollkontrollen nicht aus, um die Kurierdienstbranche zu reformieren. Man müsse die großen Profiteure zwingen, die Leute direkt zu beschäftigen – um gar nicht mehr auf Subunternehmer zurückgreifen zu können.

Der Bundesrat hatte bereits vor drei Jahren deutliche Veränderungen in den Beschäftigungsverhältnissen von Paketfahrern gefordert. Zuständig wäre das Bundesarbeitsministerium. Es hat diese Entschließung bis heute nicht umgesetzt.

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