Seit Juli werden im Allgäu neue Regeln im Kampf gegen bettwanzen getestet.
Seit Juli werden im Allgäu neue Regeln im Kampf gegen bettwanzen getestet.
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Damit sich mögliche Bettwanzen auf den Allgäuer Hütten nicht ausbreiten, muss der Wanderrucksack in einem Plastiksack verstaut werden.
Bildrechte: BR/Markus Wessely
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Damit sich mögliche Bettwanzen auf den Allgäuer Hütten nicht ausbreiten, muss der Wanderrucksack in einem Plastiksack verstaut werden.

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Plastiktüte und Mikrowelle: Erfolgreicher Kampf gegen Bettwanzen

Plastiktüte und Mikrowelle: Erfolgreicher Kampf gegen Bettwanzen

Immer öfter tragen Wanderer Bettwanzen in ihrem Gepäck mit auf Berghütten – ein großes Problem. Die Alpenvereins-Sektionen im Allgäu haben deshalb testweise eine Regel eingeführt: Rucksäcke müssen in "BugBags" verstaut werden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Als Anna, Sarah, Jennifer und Melanie am Edmund-Probst-Haus unterhalb des Nebelhorns ankommen, packen sie wie selbstverständlich große durchsichtige Plastikbeutel aus. Mit wenigen Handgriffen verstauen sie ihre Wanderrucksäcke darin und schließen den Zipper. Die vier Freundinnen aus Nordrhein-Westfalen sind vom Prinz-Luitpold-Haus herübergewandert und haben dort – für jeweils drei Euro – schon die so genannten "BugBags" gekauft. "Das ist natürlich spitze", sagt Matthias Geiger, Hüttenwirt des Edmund-Probst-Hauses, als er die jungen Frauen empfängt. Die nächsten Wanderer lassen sich von Geiger schnell überzeugen und kaufen zwei Beutel.

Bettwanzen-Beutel knistern und benötigen Organisation

"BugBags" sind überdimensionale Gefrierbeutel, die dabei helfen sollen, dass sich Bettwanzen auf den Allgäuer Alpenvereinshütten nicht weiter ausbreiten. Die vier Freundinnen aus NRW finden die Säcke "okay". Sind aber der Meinung, dass sie "ganz schön viel knistern" und man vorher wissen müsse, wohin man was packe, damit es nicht zu viel Herumgeräume werde. Trotzdem benutzen sie die Säcke zuverlässig. Aus gutem Grund, sagt Sarah: "Mit nach Hause nehmen muss ich die Tiere nicht, ehrlich gesagt."

Das Edmund-Probst-Haus ist zwar zurzeit nach eigenen Angaben bettwanzenfrei. Das könne sich allerdings schnell ändern: Über 70 Wanderer verbringen jetzt in der Hochsaison täglich die Nacht auf der Hütte. Jeder könnte Bettwanzen einschleppen.

Kampf gegen Blutsauger ist teuer

Seit Anfang Juli sind die Bettwanzen-Beutel auf den Allgäuer Alpenvereinshütten Pflicht. "Der Druck ist einfach sehr groß geworden", berichtet Michael Fracaro, Geschäftsführer der Alpenvereinssektion Allgäu-Immenstadt. Allein in seinem Zuständigkeitsbereich sind vergangenes Jahr zwei Hütten von Bettwanzen befallen worden. Beide Male musste der Kammerjäger kommen, um die lästigen Tiere auszurotten. Pro Hütte seien ca. 25.000 Euro fällig gewesen. Geld, das in dem Fall der DAV als Eigentümer der Hütten bezahlt hat.

Alternative: Trockenraum statt Plastiksack

Neben Aufklärung und Information wollte Fracaro deshalb aktiver etwas im Kampf gegen die Bettwanzen tun. Weil es sich die blutsaugenden Insekten vor allem an Gurten und Rückenteil der Rucksäcke oder in der getragenen Wäsche der Wanderer gemütlich machen – "also überall dort, wo es warm ist und nach Menschen riecht", sagt Fracaro, sei die Idee mit den Zip-Beuteln aufgekommen. Wenn Rucksäcke darin verstaut werden, haben potentielle Bettwanzen kaum eine Chance, sich auf den Zimmern oder in den Lagern der Hütten auszubreiten. Wer keinen Sack kaufen möchte, kann seinen Rucksack alternativ im Trockenraum der Hütte abstellen und nur das Nötigste mit aufs Zimmer nehmen.

Schlafsäcke müssen in die Mikrowelle

Außerdem müssen alle Hüttenschlafsäcke, bevor sie ausgebreitet werden, für 30 Sekunden in die Mikrowelle. Die Hitze tötet die Insekten und ihre Eier ab.

Für Hüttenwirt Matthias Geiger bedeuten die neuen Regeln: viel erklären. Beim Check-in muss er den Gästen nun nicht mehr nur die Hüttenregeln und Essenszeiten, sondern eben auch die neuen Übernachtungsregeln erläutern. Überraschend viele Wanderer sind laut Geiger aber bereits umfassend für das Thema sensibilisiert und setzen die Maßnahmen freiwillig um. "Es lohnt sich. Da bin ich mir sicher, sonst wäre der Befall schon viel größer", meint Geiger. Und auch Fracaro bestätigt, dass die Allgäuer Hütten bisher von größeren Bettwanzen-Plagen verschont geblieben sind und die neuen Regeln erstaunlich gut angenommen werden.

Ziel: "BugBags" dauerhaft und plastikfrei anbieten

Weil die Testphase so positiv läuft, denkt der Alpenverein inzwischen darüber nach, Bettwanzen-Beutel auch in anderen Regionen und dauerhaft einzuführen.

Ziel ist außerdem, nach der Probephase plastikfreie "BugBags" anbieten zu können. Fracaro sagt: "Ich stelle mir vor, dass die Wanderer die Beutel künftig standardmäßig dabeihaben, so wie den Hüttenschlafsack."

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