Es war ein Paukenschlag, als der Betriebsrat der für seine Playmobil-Figuren bekannten Horst-Brandstätter-Group aus Zirndorf Anfang vergangenen Jahres seinen Rücktritt angekündigt hatte. Begründet hatte das Gremium seine Entscheidung mit "Unsicherheiten" wegen der durch den Arbeitgeber angefochtenen Betriebsratswahl von 2022. Mit Blick auf die vergangenen Jahre war das aber wohl nur einer von vielen Streitpunkten zwischen den Arbeitnehmervertretern und dem Zirndorfer Unternehmen. Immer wieder gab es massive Vorwürfe gegen die Unternehmensführung. Angst und Demütigungen seien an der Tagesordnung, hieß es etwa im Sommer 2023.
Betriebsratswahlen ohne "Vorkommnisse oder Behinderungsversuche"
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) zeigte sich nach den Wahlen zufrieden. Besondere "Vorkommnisse oder Behinderungsversuche" seien nicht bekannt, sagte Gewerkschaftssekretär Maximilian Krippner dem BR. Im Vorfeld hatte es durchaus die Befürchtung gegeben, dass die Wahl beziehungsweise deren Vorbereitung schwierig werden könnte. Oder dass sich angesichts der Vorgeschichte an Streitigkeiten beispielsweise nicht genug Kandidaten für die Betriebsratswahlen finden lassen. Das sei aber kein Problem gewesen, so Krippner.
Vier Betriebsratsgremien statt einem
Und doch liefen die Betriebsratswahlen bei dem Zirndorfer Playmobil-Hersteller ganz anders als ursprünglich angenommen. Statt eines Gremiums mussten vier gewählt werden. Der Grund: Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Horst-Brandstätter-Group ihre Unternehmensstruktur geändert. Wie ein Firmensprecher dem BR damals bestätigte, wurden die Logistik, der Playmobil-Funpark und die Pflanzgefäß-Marke Lechuza in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert. Damit wolle man die "Organisation stärken" und den einzelnen Bereichen "mehr Eigenverantwortung, mehr Freiheiten und mehr Selbstständigkeit" geben, hieß es. In der Folge der Neustrukturierung wurden die Betriebsratswahlen mehr als ein Jahr verschoben.
Betriebsrat des Werks Dietenhofen vor schwieriger Aufgabe
Die Wahl eines neuen Betriebsrats für das Werk in Dietenhofen wertet die IGBCE als "wichtiges Signal", so Gewerkschaftssekretär Krippner. "Die Beschäftigten haben weiterhin jemanden, der sich in der Diskussion um die Schließung für ihre Belange einsetzt", sagt er. Krippner spielt damit auf die von der Geobra-Brandstätter-Group im Februar angekündigte Schließung des Werks in Dietenhofen an. Ende Juni sollen hier die Lichter ausgehen. Das Unternehmen hatte die Entscheidung mit gestiegenen Produktionskosten in Deutschland begründet. 350 Beschäftigte verlieren wohl ihre Jobs. Die Gewerkschaft will das nicht ohne Weiteres hinnehmen.
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