(Archivbild) Playmobil-Produktionshalle in Dietenhofen
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Playmobil-Werk Dietenhofen schließt – 350 Mitarbeiter betroffen

Playmobil-Werk Dietenhofen schließt – 350 Mitarbeiter betroffen

Die berühmten Playmobilfiguren werden wohl künftig nicht mehr in Dietenhofen im Landkreis Ansbach produziert – das Werk mit 350 Beschäftigten soll schließen. Die Gewerkschaft IGBCE spricht von einer "Riesensauerei" und fordert Verhandlungen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Das Playmobil-Werk in Dietenhofen im Landkreis Ansbach mit 350 Beschäftigten schließt. Das gab die Horst-Brandstätter-Group, zu der Playmobil gehört, am Dienstag bekannt.

Gestiegene Produktionskosten führen zu "Umstrukturierung"

Laut einer Pressemitteilung plant das Unternehmen, die Produktion bis Ende Juni auf andere Werke zu verlagern. In Dietenhofen wurden bislang die bekannten Playmobil-Figuren produziert. Grund für die Umstrukturierung seien die gestiegenen Produktionskosten in Deutschland. Ziel der strategischen Neuausrichtung sei, Synergien innerhalb des Konzerns zu nutzen.

Verhandlungen zwischen Leitung und Betriebsrat geplant

Die Beschäftigten wurden laut der Pressemitteilung in einer außerordentlichen Versammlung über die Veränderungen und ihre damit anstehenden Kündigungen informiert. Die Unternehmensleitung möchte laut Mitteilung gemeinsam mit dem Betriebsrat über eine sozialverträgliche Umsetzung verhandeln. Unverändert bleiben laut der Mitteilung die Standorte der Logistik in Herrieden und der Verwaltung in Zirndorf.

Scharfe Kritik von Gewerkschaft: Eine "Riesensauerei"

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte die Entscheidung scharf. "Die Verantwortung für jahrelanges Missmanagement soll nun erneut auf die Beschäftigten abgewälzt werden", sagt Gewerkschaftssekretär Maximilian Krippner. Die Entscheidung bedeute "nichts anderes als das Ende der Spielwarenproduktion am Standort Dietenhofen und damit das Ende der Playmobil-Produktion in Deutschland" so Krippner weiter. Einen solchen Schritt im Zuge des Umstrukturierungsprozesses habe die Horst Brandstätter Group mit Sitz in Zirndorf "eigentlich ausgeschlossen".

Bei Nachfragen zur Standortperspektive habe der Playmobil-Hersteller aber seit nunmehr einem Dreivierteljahr "gemauert", so der Gewerkschaftssekretär. Dass die Belegschaft in Dietenhofen nun kurz vor einer Mitarbeiterversammlung von den Schließungsplänen erfahren habe, sei "eine Riesensauerei".

IGBCE fordert Verhandlungen über Zukunft der Playmobil-Produktion in Deutschland

Die Entscheidung wollen die Gewerkschaft IGBCE und der Betriebsrat "nicht ohne Widerstand zulassen", sagt Krippner. Mit Blick auf zurückliegende Auseinandersetzungen mit Arbeitnehmervertretern sieht der Gewerkschaftssekretär nun das "letzte Vertrauen verspielt". Die IGBCE fordert von der Horst Brandstätter Group, nun ergebnisoffene Verhandlungen zum Fortbestand der Produktion von Playmobil in Deutschland zu führen.

Playmobil-Werk von außen.
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Die berühmten Playmobilfiguren werden wohl künftig nicht mehr in Dietenhofen im Landkreis Ansbach produziert-

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