Blick in eine Integrierte Leitstelle: Viele grüne Punkte, die auf den Bildschirmen blinken. Ein gutes Zeichen. Kurz zuvor war in der Kommandozentrale der Integrierten Leitstelle Landshut bei Essenbach der Warntest gestartet worden.
Sven Gäbel, einer der Disponenten, hatte die Knöpfe gedrückt – um Sirenen in der Stadt Landshut und den Landkreisen Landshut, Kelheim und Dingolfing-Landau zu starten. Das Ergebnis war durchs Fenster zu hören: die Sirenen heulen. Auch Sven Gäbel zeigt sich zufrieden: "Ist soweit störungsfrei gelaufen. Nichts aufgefallen, was die Warnung beeinflusst hätte."
Mehrere Disponenten in der Einsatzzentrale
In der Einsatzzentrale sitzen gleich mehrere Disponenten, jeder an einem großen hochmodernen Schreibtisch mit einer Batterie an Bildschirmen und Touchscreens. Auch wenn nicht gerade Probealarm ist, dann haben die Disponenten einen sehr wichtigen und verantwortungsvollen Job: Sie gehen ans Telefon, wenn Menschen Hilfe brauchen und die 112 wählen.
Nach dem Probealarm am Donnerstag wird nochmal gecheckt, ob alles funktioniert hat. Ob irgendein Computer oder ein Gerät eine Fehlermeldung aufgenommen hat. Es bleibt spannend, weil die Technik immer digitaler wird: Sirenen werden immer mehr über Digitalfunk gesteuert, das birgt auch Tücken – aber um diese zu erkennen, sind die Tests da, sagt Gäbel: "Es ist ja auch Sinn und Zweck, das Ganze zu testen und wenn hier natürlich was auftritt, was es beim Probealarm auch kann und darf, dann kann man entsprechend nachbessern." Denn bei einem echten Alarm soll alles funktionieren.
Sven Gäbel überwacht in der Integrierten Leitstelle Landshut (ILS) den Ablauf des Probealarms.
Innenminister zieht positive erste Bilanz
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zieht nach dem heutigen bundesweiten Warntag eine positive erste Bilanz: "Nach einem ersten Überblick ist der Warntag bei uns in Bayern sehr erfolgreich verlaufen und wir konnten die Bevölkerung mit den unterschiedlichen Warnmitteln schnell und zuverlässig erreichen." Die bundesweit zentral ausgelöste Warnung über Cell Broadcast und das Modulare Warnsystem sei erfolgreich an die Mobiltelefone übermittelt worden, so der Minister. Auch die Sirenenwarnung in den teilnehmenden Kommunen habe insgesamt sehr gut funktioniert.
Vereinzelt Verzögerungen bei den Warn-Apps
Lediglich vereinzelt sei es zu einer leichten Verzögerung bei der Warnung über die Warn-Apps, heißt es in einer Pressemitteilung des bayerischen Innenministeriums. Neben der Warnung ab 11 Uhr sei auch die Entwarnung ab 11:45 Uhr über Cell Broadcast, die Warn-Apps und digital ansteuerbare Sirenen im Freistaat insgesamt störungsfrei verlaufen, hieß es. Herrmann betonte, dass der Mix aus digitalen und analogen Warnmöglichkeiten für den Ernstfall unabdingbar ist: "Es ist daher wichtig, dass wir die Funktionsfähigkeit unserer verschiedenen Warnmittel regelmäßig im Rahmen der bundesweiten Warntage und der landesweiten Probealarme testen und die Bevölkerung für die Warnmöglichkeiten sensibilisieren." Die Ergebnisse des Warntags werden nun vom Bayerischen Landesamt für Bevölkerungsschutz detailliert ausgewertet und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeldet.
Herrmann: Bayern gut beim Katastrophenschutz aufgestellt
Insgesamt sieht Herrmann den Freistaat gut beim Bevölkerungs- und Katastrophenschutz aufgestellt. Seit Jahren investiere die Staatsregierung kräftig in den Katastrophenschutz. "Allein im Doppelhaushalt 2024/2025 haben wir die Mittel für den Katastrophenschutz auf jeweils über 45 Millionen Euro angehoben. Dieses hohe Niveau setzen wir auch im Doppelhaushalt 2026/2027 fort", sagte Herrmann.
"Sind noch nicht am Ziel"
Dennoch bestehe insbesondere beim Ausbau der Sireneninfrastruktur noch immer ein großer Investitionsbedarf, für den es gemeinsame Anstrengungen von Bund, Ländern und Kommunen brauche. "Wir verfügen inzwischen über mehr als 11.000 Sirenen im Freistaat. Damit haben wir bereits einiges erreicht, sind aber noch nicht am Ziel. Sirenen als klassisches Warnmittel sind unabdingbar bei der Warnung der Bevölkerung, vor allem aufgrund ihres Weckeffekts etwa in den Nachtstunden oder auch bei einem Stromausfall." Laut Herrmann hat der Bund erklärt, sich auch künftig an der Sirenenförderung zu beteiligen.
Im Video: Bundesweiter Warntag erfolgreich
Heute um 11 Uhr hat Deutschland mal wieder ganz offiziell Alarm gemacht. Auf den Handys, im Radio und natürlich auch über Sirenen.
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