Ein Bild der Angeklagten und Anwälte im Gerichtssaal.
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Die in der Anklage aufgeführten Taterträge belaufen sich auf fast eine Million Euro.
Bildrechte: BR/ Veronika Scheidl
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Die in der Anklage aufgeführten Taterträge belaufen sich auf fast eine Million Euro.

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Prozess um mutmaßliches Drogennetz in Augsburg gestartet

Prozess um mutmaßliches Drogennetz in Augsburg gestartet

Ein Augsburger Dönerladen-Besitzer soll mit Komplizen große Mengen Kokain und Cannabis verkauft haben. Nun stehen drei Männer vor dem Landgericht. Es geht auch um Gewalt und Drohungen und mutmaßliche Korruption.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Es geht um mindestens 20 Kilogramm Kokain und mehr als 200 Kilogramm Cannabis: Am Landgericht Augsburg beginnt ein umfangreicher Drogenprozess gegen drei Männer. Im Mittelpunkt steht ein 27 Jahre alter Dönerladen-Besitzer aus Augsburg. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft über Jahre hinweg ein groß angelegtes Rauschgiftgeschäft betrieben haben. Die Polizei bewertet den Fall als einen der größeren Drogenfälle der vergangenen Jahre. Alle drei Angeklagten befinden sich seit Monaten in Untersuchungshaft.

Gemeinsam mit seinem Bruder, einem weiteren Angeklagten und anderen Beteiligten soll der 27-Jährige die Augsburger Drogenszene mit Kokain und Cannabis versorgt haben. Die Betäubungsmittel sollen teilweise in Kilomengen aus anderen Regionen und aus dem Ausland gekommen sein. Zudem soll die Gruppe selbst Cannabis angebaut haben.

Zum Prozessauftakt noch keine Aussagen

Zum Beginn der Hauptverhandlung äußerten sich weder die Angeklagten noch ihre Verteidiger zu den Vorwürfen. Grund dafür war nach Angaben des Gerichts die Abwesenheit einer Sachverständigen. Sie soll im weiteren Verlauf des Prozesses klären, ob die Angeklagten zu den mutmaßlichen Tatzeitpunkten voll schuldfähig waren.

Die Verteidigung des Hauptangeklagten beantragte außerdem, das Verfahren zunächst auszusetzen. In den vergangenen Wochen seien zahlreiche neue Unterlagen und Audioaufnahmen hinzugekommen, die noch nicht vollständig hätten geprüft werden können. Das Gericht lehnte den Antrag ab. Die Staatsanwaltschaft erklärte, neue Erkenntnisse seien in einem laufenden Verfahren nicht ungewöhnlich.

Der Prozess soll am Dienstag, 6. Oktober, fortgesetzt werden. Dann könnte sich der 27-jährige Hauptangeklagte erstmals zu den Vorwürfen äußern. Im weiteren Verlauf der Verhandlung sollen auch verdeckte Ermittler als Zeugen gehört werden. Ein Urteil könnte Ende November fallen.

Verdeckte Ermittlungen

Die Drogen sollen zwischen 2023 und 2025 im Raum Augsburg und darüber hinaus verkauft worden sein. Als Lager sollen mehrere Wohnungen, ein Keller und ein gemieteter Container gedient haben.

Bei den Ermittlungen kamen der Staatsanwaltschaft zufolge mehrfach verdeckte Ermittler zum Einsatz. Sie sollen größere Scheinkäufe vereinbart haben. Kurz vor der Festnahme des Hauptangeklagten soll es dabei um fast sechs Kilogramm Kokain und 180.000 Euro gegangen sein.

Die beiden Mitangeklagten sollen den 27-Jährigen bei der Lagerung und beim Verkauf unterstützt haben. Außerdem wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor, selbst mit größeren Mengen Drogen gehandelt zu haben.

Weitere Vorwürfe gegen den Hauptangeklagten

In einem verbundenen Verfahren geht es auch um Gewalt und Bedrohungen. Der 27-Jährige soll einen Käufer geschlagen haben, nachdem dieser nicht gezahlt hatte. Zudem soll er damit gedroht haben, dessen Haus anzuzünden. Aus der Untersuchungshaft heraus soll der Angeklagte außerdem versucht haben, einen Mitbeschuldigten durch Drohungen von einer belastenden Aussage abzuhalten.

Staatsanwaltschaft will Vermögen abschöpfen

Dem Verfahren waren Ende November 2025 groß angelegte Durchsuchungen in Bayern und Hessen vorausgegangen. Dabei wurden zahlreiche Gebäude durchsucht, mutmaßliche Drogenlager entdeckt und 17 Verdächtige festgenommen.

Nach Einschätzung der Ermittler soll der Hauptangeklagte Erlöse im hohen sechsstelligen Bereich erzielt haben. Die in der Anklage aufgeführten Taterträge belaufen sich demnach auf fast eine Million Euro. Die Staatsanwaltschaft will Vermögenswerte von rund 850.000 Euro einziehen lassen.

Im Fall einer Verurteilung sind nach Angaben des Landgerichts bei allen drei Angeklagten Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu 15 Jahren möglich. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

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