München geht für Deutschland ins Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Sollte sich das Konzept der bayerischen Landeshauptstadt auch gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen, erhoffen sich Stadtentwickler, Bürger und Politiker erneut einen Schub für die Stadt. Und auch andere Regionen wie Augsburg, Bad Wiessee, der Landkreis Erding oder der Starnberger See dürften profitieren.
Die Austragung von Olympischen Spielen kann bei der Stadtentwicklung, etwa dem Aufbau neuer Infrastruktur, richtig helfen. Siehe München 1972. Neben dem Olympiapark, der mit seinen Anlagen nun seit mehr als 54 Jahren das Leben der Münchnerinnen und Münchner bereichert, gehören auch der Bau der U-Bahn oder der Bau des Olympischen Dorfes dazu, das vielen Menschen ein neues Zuhause geworden ist.
Olympiapark als Herzstück der Bewerbung
Kern der Münchner Bewerbung ist der Olympiapark von 1972 mit Stadien und Hallen unter dem ikonischen Zeltdach. Das Gelände ist eines der wenigen der olympischen Geschichte, das immer noch genutzt wird für Spitzen- und Breitensport, aber auch für Konzerte.
Und der Park entwickelt sich weiter. Seit einigen Jahren gibt es hier auch den SAP Garden: Deutschlands modernste Halle ist Heimat der Münchner Basketballer und Eishockey-Profis. Weitere Sportstätten sollen temporär entstehen.
Einmalige Nachnutzung
Der neue Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) spricht von einem "sehr nachhaltigen Olympiakonzept": "So eine Nachnutzung hätte keine andere Olympia-Gastgeberstadt zu bieten." Die Zahlen geben ihm Recht: Fast die Hälfte der Sportstätten kommt im Olympiapark unter. Darunter klassische Sportarten wie die Leichtathletik, aber auch junge Sportarten wie 3x3 Basketball. 90 Prozent der Sportstätten liegen laut Planern zudem im Radius von 30 Kilometern zum Olympischen Dorf.
Weitere Sportarten sollen wie bei den European Championships 2022 über die Stadt verteilt werden und eine historische Bühne bekommen, ähnlich wie 2024 in Paris. So ist geplant, das Dressurreiten wie 1972 vor Schloss Nymphenburg und das Bogenschießen vor dem Schloss Schleißheim stattfinden zu lassen oder das Freiwasserschwimmen im Starnberger See.
Augsburg, Nürnberg und Regensburg im Boot
Dazu kommt Boxen auf dem Messegelände, Rugby im Grünwalder Stadion, Badminton in der Rudi-Sedlmayer-Halle. Außerhalb Münchens sollen die Medaillen im Wildwasser-Kanuslalom im Augsburger Eiskanal vergeben werden, das Beckenschwimmen soll temporär in einer Sporthalle am Flughafen Platz finden, die auch ohne Olympia gebaut wird. Auch hier wird also nicht extra gebaut, sondern (bis dahin) vorhandener Raum genutzt.
Fußball würde in Nürnberg, Regensburg, Stuttgart und Karlsruhe gespielt und die Segelwettbewerbe fänden, wie schon 1972, in Kiel statt und alle Entscheidungen im Mountainbike-Cross-Country in Bad Wiessee am Tegernsee.
Olympisches Dorf würde Wohnraum in Daglfing schaffen
Das neue Olympische Dorf ist in Daglfing geplant. Als Nachnutzung soll daraus klimaneutraler und barrierefreier Wohnraum für mehr als 10.000 Menschen entstehen. Auch da ist Paris ein Vorbild, das mit den Olympischen Sommerspielen 2024 ein ganz neues Stadtquartier in Saint-Denis umsetzte.
Natürlich muss in München auch noch einiges renoviert werden, zum Beispiel die Tribünen der Regattastrecke für Rudern und Kanu in Oberschleißheim. Doch alles in allem punktet München schon jetzt mit vielen erstklassigen Sportstätten, wie der Arena des FC Bayern.
Im Video: Was bedeutet die Olympia-Bewerbung für die Münchner Infrastruktur?
Münchner Olympiapark
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