Das Landratsamt Regensburg hat nach den BR-Berichten über den Rattenbefall im Norma-Zentrallager in Regenstauf auf Anfrage weitere Details zu Kontrollen dort genannt. Die Behörde wusste demnach bereits seit Anfang August von dem Befall. Ob möglicherweise kontaminierte Waren an Filialen ausgeliefert wurden, ist allerdings weiterhin nicht vollständig geklärt. Seitens der Behörden gibt es hierzu zumindest keine Erkenntnisse.
Hygienemängel, bauliche Mängel und Rattenbefall
Nach Angaben des Landratsamts hatte es am 4. August 2026 eine Verbraucherbeschwerde gegeben. Daraufhin kontrollierte die Lebensmittelüberwachung des Landratsamts das Lager. Dabei wurden Hygienemängel, bauliche Mängel und Rattenbefall festgestellt.
Bei zwei Nachkontrollen in den folgenden Wochen waren die Mängel jeweils noch nicht vollständig behoben. Deshalb wurden Bußgeldverfahren eingeleitet und später Zwangsgelder festgesetzt.
Norma wurde außerdem aufgefordert, die Hygienemängel bis zum 16. September zu beseitigen. Bei einer weiteren Kontrolle an diesem Stichtag war der Schädlingsbefall noch vorhanden, allerdings in geringerem Umfang.
Behörde: Kein Hinweis auf Kontaminierung
Ob kontaminierte Waren an Filialen ausgeliefert wurden, dazu hat das Landratsamt nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse. Bei den Kontrollen seien Kotspuren ausschließlich bei noch nicht kommissionierter Ware festgestellt worden. Bei bereits zur Auslieferung bereitgestellter Ware habe es keine entsprechenden Spuren gegeben. Betroffene Ware sei vor Ort entsorgt worden.
Landratsamt will einmal pro Woche kontrollieren
Das Landratsamt kündigt nun weitere Kontrollen an, mindestens einmal pro Woche, bis der Rattenbefall vollständig beseitigt ist. Für die Beseitigung letzter baulicher Mängel, unter anderem defekter Rolltore und Wandlöcher, hat Norma noch bis zum 12. Oktober Zeit.
Nach BR-Informationen soll der Rattenbefall im Norma-Zentrallager bereits seit rund einem Jahr bestehen. Außerdem soll auf Anweisung der Regenstaufer Lagerleitung nur klar angefressene Ware aussortiert worden sein, mit Kot und Urin kontaminierte Ware sei nur oberflächlich gesäubert und in den freien Verkauf weitergegeben worden. Norma teilte auf BR-Anfrage mit, die Lage sei unter Kontrolle. Bei einer Nachkontrolle habe es keine Beanstandungen mehr gegeben.
Handlungsbedarf bei der Lebensmittelüberwachung?
Die SPD hat im Landtag eine Anfrage gestellt. Sie will unter anderem wissen, wie häufig das Lager kontrolliert wurde und welche Konsequenzen die Staatsregierung aus dem Fall für die Lebensmittelüberwachung großer Lager- und Verteilzentren in Bayern zieht.
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