Frau in Aschaffenburg bemalt die über einen Regenbogen gesprühte Deutschlandflagge mit Blumen und dem Schriftzug "Wir bleiben bunt".
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Frau in Aschaffenburg bemalt die über einen Regenbogen gesprühte Deutschlandflagge mit Blumen und dem Schriftzug "Wir bleiben bunt".
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Frau in Aschaffenburg bemalt die über einen Regenbogen gesprühte Deutschlandflagge mit Blumen und dem Schriftzug "Wir bleiben bunt".

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Regenbögen in Aschaffenburg mit Deutschlandfahnen übermalt

Regenbögen in Aschaffenburg mit Deutschlandfahnen übermalt

Das Thema Regenbogenflagge und wo man sie öffentlich zeigt, hat dieses Jahr Aschaffenburg beschäftigt. Seit Montag gab es zwei frisch aufgemalte Regenbögen auf der Willigisbrücke. Nach nur fünf Tagen wurden sie mit einer Deutschlandfahne übermalt.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Schwarz, rot, gold statt bunt: In Aschaffenburg haben ein oder mehrere Unbekannte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zwei frisch aufgemalte Regenbögen auf der Willigisbrücke in Aschaffenburg beschädigt und mit der Deutschlandflagge übermalt. Die Farbstreifen auf beiden Seiten des Fuß- und Radwegs über den Main waren erst seit wenigen Tagen fertiggestellt. Die Stadt hat laut dem Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU) Anzeige erstattet.

Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung

Die Polizei Aschaffenburg bestätigt auf BR-Anfrage, dass wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt ermittelt wird. Am Freitagmorgen sei ein Hinweis eingegangen, anschließend seien Beamte vor Ort gewesen. Die Ermittlungen wurden ohne vorherige Anzeige aufgenommen. Konkrete Hinweise auf mögliche Täterinnen oder Täter liegen bislang nicht vor, die Ermittlerinnen und Ermittler stehen nach eigenen Angaben "noch ganz am Anfang" und ermitteln "in alle Richtungen".

Regenbogen erst ein paar Tage alt

Der Regenbogen auf der Willigisbrücke war erst am 7. September fertiggestellt worden. Den Antrag dazu hatte das Aschaffenburger Jugendparlament im Stadtrat eingebracht, der im Juli dieses Jahres beschlossen wurde. Das Jugendparlament, in dem 19 gewählte Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren sitzen, hatte im Juli gegenüber BR24 erklärt, Aschaffenburg solle "ganzjährig bzw. dauerhaft auch außerhalb der Beflaggung während des Pride Month ein Zeichen setzen für die Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Freiheit der LGBTQIA+-Community". Das Projekt, dessen Kosten von 5.900 Euro die SPD über Einzelspenden übernommen hatte, erstreckt sich auf jeder Seite des Fuß- und Radwegs über eine Breite von rund fünf Schritten.

Reaktion der SPD: "Völlig inakzeptabel"

Die SPD-Landtagsabgeordnete und Stadträtin Martina Fehlner, deren Partei die Regenbogen-Markierung über Einzelspenden finanziert hatte, zeigte sich entsetzt: "In Aschaffenburg leben Menschen aus 180 Nationen friedlich, respektvoll und in Freiheit zusammen. Wir sind eine weltoffene, vielfältige und liberale Stadt. Das soll auch in Zukunft so bleiben." Die Übermalung des Fußgängerübergangs sei daher völlig inakzeptabel. "Die Regenbogen-Markierung war ein Antrag des Aschaffenburger Jugendparlaments, dem wir als Stadtrat gerne entsprochen haben. Sie setzt ein Zeichen für Toleranz, Gemeinschaft und Vielfalt", so Fehlner weiter.

Widerstand von Stadt und Zivilbevölkerung

Oberbürgermeister Schlemmer teilte am Freitagmittag mit, die Stadt habe Anzeige erstattet: "Dass jetzt Gestalten die Regenbögen einfach übermalen, ist sehr enttäuschend. Insbesondere, dass sie die Deutschlandfahne missbrauchen, um ein Zeichen setzen zu wollen. Das sind sie nicht würdig."

Auch aus der Zivilbevölkerung kommt Widerstand: Eine Frau, die anonym bleiben möchte, hat mit Straßenkreide auf der übermalten Deutschlandflagge den Satz "Wir bleiben bunt!" ergänzt. "Ich habe gehört, was hier passiert ist und bin sofort hingefahren, um jetzt eine positive Botschaft zu verbreiten", sagte sie BR24.

Keine Regenbogen-Flagge am Aschaffenburger Rathaus

Das Thema Regenbogenflagge hatte bereits im Sommer für Diskussionen in Aschaffenburg gesorgt. Schlemmer hatte im Juni erklärt, die Fahne nicht am Rathaus hissen zu wollen, zentrale Fahnenmasten und öffentliche Gebäude sollten staatlichen, städtischen und besonderen hoheitlichen Anlässen vorbehalten bleiben. Nach Protesten berief Schlemmer den Ältestenrat ein. Der einigte sich auf einen Kompromiss: Die Regenbogenflagge wurde weiterhin nicht am Rathaus gehisst, aber an zwei zentralen städtischen Fahnenmasten in der Stadt.

Bildrechte: Stadt Aschaffenburg, BR/Barbara Ecke
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Die frisch aufgemalten Regenbögen auf der Willigisbrücke in Aschaffenburg wurden mit Deutschlandflaggen übersprüht.

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