(Symbolbild) Ein Fahrradhelm liegt auf dem Asphalt. Um ihn herum ist ein weißer Kreis gezeichnet. Im Hintergrund ist ein weiterer weißer Kreis zu sehen, in dem ein kleiner weißer Gegenstand liegt.
(Symbolbild) Ein Fahrradhelm liegt auf dem Asphalt. Um ihn herum ist ein weißer Kreis gezeichnet. Im Hintergrund ist ein weiterer weißer Kreis zu sehen, in dem ein kleiner weißer Gegenstand liegt.
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(Symbolbild) Bei einem Unfall auf dem Rad kann ein Helm schützen. Dennoch fahren viele Radler und Radlerinnen ohne.
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(Symbolbild) Bei einem Unfall auf dem Rad kann ein Helm schützen. Dennoch fahren viele Radler und Radlerinnen ohne.

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Fahrradhelme neu gedacht: Überzeugen andere Konzepte?

Fahrradhelme neu gedacht: Überzeugen andere Konzepte?

Laut einer Statistik der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen tragen nur 37 Prozent der Radfahrer einen Helm. Auch wenn erwiesen ist, dass Helme schützen, sind die Gründe der Gegner vielfältig. Könnten Helm-Alternativen Kritiker überzeugen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

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Mit E-Bikes und E-Scootern sind Menschen heute schneller als früher in den Innenstädten unterwegs. Weil die Verletzungsgefahr durch das Tempo bei einem Unfall hoch ist, wird immer wieder über eine Helmpflicht diskutiert.

Bei BR24 haben sich User darüber ausgetauscht, dass viele Menschen, zum Beispiel beim Radeln, keinen Helm tragen. In diesem Zuge wurden neue Designs angesprochen. Nutzer "Ramdi" kommentierte: "Helmpflicht, ja, unbedingt. Es könnten neue Faltbare für Hosentasche und Co. entwickelt werden. Dann hätte jeder für jedes fahrbare Gerät zumindest einen Schutz dabei – wenn auch so etwas einen Vollhelm nicht gänzlich ersetzen würde."

Warum tragen so wenig Menschen Fahrradhelme?

Generell gibt es viele Gründe, wieso Menschen heutzutage beim Fahrradfahren oder auf dem E-Scooter keinen Helm tragen. "Ich glaube, dass es noch relativ verbreitet ist, dass der Fahrradhelm nicht unbedingt nötig sei, was ein Trugschluss ist", sagt Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung der Versicherer. Und: "Ich glaube, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die aus optischen Gründen oder aus Gründen der Praktikabilität auf den Helm verzichten."

"Wenig spontan und unhandlich"?

"Fahrradfahren wird assoziiert mit etwas sehr Spontanem", sagt Claus-Christian Carbon von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Carbon ist dort Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre. Für viele Menschen sei das Fahrradfahren so: "Ich spring schnell auf und kann schnell mal losradeln", wenn man etwa kurz etwas vom Bäcker holen oder zum Kiosk fahren möchte. "Diese Spontanität gefährde ich, wenn ich viele Sachen mitbedenken muss, zum Beispiel einen Helm." Ähnliches beim E-Scooter.

Leichter zu transportieren: Falt- und klappbare Helme

Einige Hersteller haben solche Kritikpunkte aufgegriffen und Helm-Alternativen entwickelt. So gibt es etwa Modelle, die das Thema Handlichkeit in den Fokus gestellt haben. Herausgekommen sind dabei klapp- oder faltbare Helme. Diese könnten vor oder nach dem Tragen etwa um die Hälfte verkleinert werden, sodass sie leichter in Rucksack oder Handtasche verstaut werden können.

Doch: Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile, sagt Dirk Zedler, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Fahrräder und Elektrofahrräder. So seien falt- oder klappbare Helme für den innerstädtischen Betrieb gut geeignet, für Radsportler aber eher nicht zu empfehlen, weil häufig die Lüftung am Kopf nicht so gut sei, meint Zedler.

So bleibt die Frisur schick: Airbagsystem statt Helm

Eine andere Helm-Alternative geht auf den optischen Aspekt ein. "Die Frisur ist das relativ heilige Thema bei vielen Leuten, wenn sie Fahrrad fahren", sagt Zedler. "Manche argumentieren auch mit der Freiheit und dem Rauschen des Windes um ihre Ohren." Ein Anbieter hatte vor Jahren ein Airbagsystem ausgearbeitet. Dabei trägt der Radfahrende keinen klassischen Helm, sondern lediglich eine Art Kragen am Hals. Bei einem Sturz soll dann ein Airbag ausgelöst werden, der den Kopf bei einem Aufprall schützen kann.

Das erste Modell war teuer und habe nach einmaligem Auslösen nicht mehr verwendet werden können. Zudem gab es laut Stiftung Warentest Probleme mit schnell entladenen Akkus. Bei Stürzen habe er im aufgeblasenen Zustand bessere Sicherheitsnoten als die getesteten Helme erzielt. Ein Qualitätsurteil wurde aber nicht vergeben, weil das Airbagsystem nicht alle gesetzlichen Anforderungen an einen Fahrradhelm erfüllte. Auch löste sich das System nur bei einem Sturz aus, nicht etwa bei einer Kollision mit einem tief hängenden Ast oder einem Verkehrsschild. Ende 2023 meldete der Hersteller dann Insolvenz an.

Aktuell werde aber an Nachfolgeprodukten gearbeitet, die diese Punkte besser umsetzen: "Das weiß ich, weil einige Bekannte das seit Jahren nutzen", so Zedler. "Die haben einige sehr gute Erfahrungen gemacht, was Tragekomfort und Unauffälligkeit angeht."

Sicherheit sollte im Vordergrund stehen

Auch Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung der Versicherer, versteht, dass Menschen zu Alternativen greifen, wenn diese einfacher zu transportieren oder besser zu handhaben sind. Wichtig sei aber immer, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Es gebe eine EU-Norm für Radhelme – Menschen sollten darauf achten, dass Helme auch zertifiziert sind, denn im Ernstfall sollen sie schützen.

Helm? Menschen wehren sich gegen "Freiheitseinschränkungen"

In der Diskussion um eine mögliche Helmpflicht gebe es auch negative Stimmen: Das sei nicht überraschend, sagt Claus-Christian Carbon von der Uni Bamberg. In solchen Fällen würden Menschen die Neuerung häufig als negativ ansehen und sich gegen diese "Freiheitseinschränkung" wehren, so Carbon. Bei der Einführung der Gurtpflicht im Auto oder der Motorradhelmpflicht sei es ähnlich gewesen. "Auch da gab es riesige Bedenken, Proteste, Brandbriefe." Doch die Menschen hätten sich schnell daran gewöhnt.

Dieser Artikel ist erstmals am 11.09.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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