(Symbolbild) Thermometer vor dem Main in Kitzingen
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(Symbolbild) Kitzingen gilt als einer der heißesten Orte in Bayern. Die Messstation befindet sich in einem Garten, außerhalb der Innenstadt.
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(Symbolbild) Kitzingen gilt als einer der heißesten Orte in Bayern. Die Messstation befindet sich in einem Garten, außerhalb der Innenstadt.

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Rekord-Stadt am Main: Warum wird es in Kitzingen so heiß?

Rekord-Stadt am Main: Warum wird es in Kitzingen so heiß?

Bei Hitze ist das unterfränkische Kitzingen regelmäßig in den Schlagzeilen. Die dortige Messstation weist oft besonders hohe Temperaturen aus. Das liegt an geografischen Faktoren – und auch an einer 93-Jährigen, die auf die Wetterstation aufpasst.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Der 5. Juli 2015 machte das unterfränkische Kitzingen deutschlandweit bekannt. An der dortigen Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreichte das Thermometer 40,3 Grad Celsius. Das war neuer deutscher Rekord. Vier Jahre hatte er Bestand. Seitdem zählt die Kreisstadt immer wieder zu den heißesten Orten in Bayern und dem Bundesgebiet. Die Messstation selbst ist denkbar unspektakulär. Sie liegt im Garten der 93-jährigen Magdalena Michelsen.

DWD-Messstation in Kitzinger Garten

1998 haben Magdalena Michelsen und ihr inzwischen verstorbener Mann die Anlage in Betrieb genommen. Aus Altersgründen kann sich Magdalena Michelsen nicht mehr darum kümmern. Ihre Söhne Thomas und Peter unterstützen sie. Die Messstation besteht aus einem quadratischen Erdmessfeld, einem Auffangbehälter für Regen und einem Stab, der in zwei Meter Höhe Temperatur und Luftfeuchte misst. Ein Schaltschrank übermittelt die Daten an den DWD.

"Früher hat unser Vater noch richtig viel Arbeit damit gehabt", sagt Thomas Michelsen. Dreimal pro Tag musste gemessen werden. Seit 2005 läuft die Anlage automatisch. Inzwischen, sagt Michelsen, ist er im Sommer lediglich damit beschäftigt, Unkraut aus dem Erdmessfeld zu zupfen. Auch die Hecken müsse er regelmäßig schneiden. Erst vor wenigen Tagen habe ein Mitarbeiter des DWD die Messstelle kontrolliert.

Tallage begünstigt heiße Temperaturen

Bekannt ist der Landkreis Kitzingen als Weinbauregion. Höhere Temperaturen und weniger Regen als im Süden Bayerns sind keine Besonderheit. Die Rekordwerte sorgen dennoch immer wieder für Erstaunen. Andere Messstellen in Nordbayern zeigen oft niedrigere Temperaturen an.

Der Deutsche Wetterdienst erklärt das Phänomen vor allem mit geografischen und standortbezogenen Faktoren. Das Maintal in Unterfranken sei eine der wärmsten Regionen Deutschlands. Die Tallage könne insbesondere bei schwachen Windverhältnissen die Durchlüftung begrenzen und die Erwärmung bodennaher Luft begünstigen. Hinzu komme die vergleichsweise geringe Höhenlage der Station. Die Messstelle in Kitzingen liegt auf 188 Metern. "Mit sinkender Geländehöhe steigen die Lufttemperaturen im Mittel an", heißt es vom DWD.

Trockene Böden im Kitzinger Maintal

Außerdem verweist der DWD auf die umliegenden Mittelgebirge: die Rhön, den Spessart und den Steigerwald. Kitzingen befinde sich im Regenschatten. "Trockene Böden erwärmen sich tagsüber in der Regel stärker als feuchte Böden." Diesen Effekt führt auch Thomas Michelsen an. Er zeigt auf den gelb-braunen Rasen neben der Messstation: "Das Erdreich ist völlig ausgetrocknet."

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Magdalena Michelsen mit ihren Söhnen Peter (l.) und Thomas (r.). Die Familie betreut die Messstation des Deutschen Wetterdienstes in Kitzingen.

Der DWD schreibt aber auch: Für einzelne Höchsttemperaturen sei "stets die jeweilige großräumige Wetterlage entscheidend – etwa der Zustrom sehr warmer Luftmassen, geringe Bewölkung und schwacher Wind". Die Standortfaktoren würden also lediglich beeinflussen, wie stark sich solche Wetterlagen lokal ausprägen. Fachleute sprechen derzeit von einem "Heat Dome", einer Hitzeglocke über Mitteleuropa.

Stadtverwaltung will für Abkühlung sorgen

Während "Hitzingen" regelmäßig Schlagzeilen macht, sieht die Verwaltung der Stadt Handlungsbedarf. Viele Flächen in der Altstadt sind versiegelt. Eine mögliche Frischluftschneise im Westen der Stadt wurde "schon vor vielen Jahrzehnten zugebaut", heißt es von einem Sprecher.

Die Stadt will der Problematik mit Bäumen und mobilem Grün beikommen. Für die Bevölkerung gibt es einen Trinkwasserbrunnen. In der kommenden Woche soll am Marktplatz eine "Nebeldusche" in Betrieb gehen.

"Michelsens Garten" – einer der heißesten in Deutschland

Für die Familie Michelsen bringt die Hitze im eigenen Garten etwas Schönes mit sich. Seit dem Rekord 2015 wird seine Mutter regelmäßig angesprochen, sagt Thomas Michelsen. Von der "Wetter-Oma" sei dann die Rede, der "Hitze-Fee" oder: "Oma Michelsens Garten – dem heißesten Ort Deutschlands". Die Wetterstation auf ihrem Grundstück beobachtet Magdalena Michelsen inzwischen aber nur noch aus dem Schatten.

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