Über rund 185.000 Soldatinnen und Soldaten verfügt die Bundeswehr aktuell. Angesichts der Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Aufgaben soll die aktive Truppe aber wachsen. So wünscht es sich die Koalition aus Union und SPD.
Rund 24 Prozent mehr Bewerbungen als im Vorjahreszeitraum
Seit Beginn des Jahres verzeichnet die Bundeswehr einen deutlichen Anstieg bei den Bewerbungen für alle Laufbahnen. In den ersten sechs Monaten seien bislang rund 38.500 Bewerbungen aus unterschiedlichsten Altersgruppen eingegangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Das sei ein Plus von rund 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Neueinstellungen sei um 13 Prozent auf rund 11.000 gestiegen.
Für den neuen Wehrdienst, bei dem sich Interessenten als Teil des Aufwuchses für bis zu zwei Jahre verpflichten können, gebe es aktuell rund 10.000 Einplanungen für 2026. Das Ziel des neuen Wehrdienstes war und ist es, mehr Personal für die Bundeswehr zu gewinnen. Unter anderem wurden dafür neue Dienstzeitmodelle eingeführt, zudem gibt es mehr Geld.
Positive Bilanz auch bei Rücklauf der Fragebögen
Auch die neu eingeführte Wehrerfassung läuft nach Angaben des Ministeriums erfolgreich. Bis Mitte Juni seien rund 298.200 Anschreiben verschickt worden, davon gut die Hälfte an volljährig werdende Männer. Von diesen hätten rund 96 Prozent den verpflichtenden Fragebogen fristgerecht beantwortet. Bei den übrigen vier Prozent werde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren geprüft.
Mehr als jeder fünfte männliche Befragte hat dabei Interesse an einem Dienst in den Streitkräften signalisiert, wie es aus dem Verteidigungsministerium heißt. Personen anderen Geschlechts erhalten den Fragebogen ebenfalls, müssen ihn jedoch nicht ausfüllen. Hier lag die Rücklaufquote bei rund vier Prozent.
Bundeswehr wirbt mit geänderten Dienstzeiten und mehr Geld um junge Menschen
Auch wenn der Fragebogen in erster Linie dazu dienen soll, Daten zu erfassen: Mehr als 530 18-Jährige haben sich bereits für einen Wehrdienst entschieden und sind fest eingeplant. In etwa zwei Drittel der Interessierten seien jedoch etwa wegen noch andauernder Schul- und Ausbildungsverhältnisse erst in ein bzw. zwei Jahren verfügbar.
Mit Informationen von Reuters
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