Im Zuge einer erneuten Welle von betrügerischen Schockanrufen in Ostbayern hätte am Montag beinahe ein Rentner aus Amberg viel Geld verloren. Wie die Polizei mitteilt, hatte sich eine falsche Polizistin telefonisch bei dem 83-Jährigen gemeldet und behauptet, es habe mehrere Einbrüche in seiner Nähe gegeben und es sei ein Zettel der Täter gefunden worden, auf dem auch seine Adresse stehen würde. Zur Sicherheit solle er seine Wertsachen in einen Beutel geben, dieser würde von einem Polizisten abgeholt. Der Senior befolgte die Anweisung.
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Beutel mit den Goldbarren sollte nach Baden-Württemberg
Stutzig wurde er allerdings, als nicht ein Polizist, sondern ein Taxifahrer den Beutel mit mehreren Goldbarren abholte. Er notierte sich das Kennzeichen des Taxis und fragte nochmal bei der Polizei nach, allerdings erst, als das Taxi schon mit den Wertsachen abgefahren war. Die Polizeibeamten erfuhren vom Taxiunternehmen, dass der Beutel per Kurierfahrt nach Baden-Württemberg gebracht werden soll. Sie informierten die Kollegen dort, die sich am vereinbarten Übergabeort auf die Lauer legten. Allerdings scheint der Abholer misstrauisch geworden zu sein, er kam nicht. Zumindest konnte aber das Gold des Ambergers im Wert von mehreren Zehntausend Euro im letzten Moment gesichert werden. Wo genau die Polizei das Gold entgegennahm, wollte ein Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.
Taxifirma hatte keine Ahnung
Die Taxifirma hatte laut Polizei keine Ahnung, was sich in dem Beutel befand. Die Betrüger hatten dort lediglich eine Kurierfahrt ins Nachbarbundesland gebucht.
Die Polizei warnt immer wieder eindringlich davor, unbekannten Personen Geld oder Wertsachen zu übergeben. Im Zweifel sollte man selbst bei der Polizei anrufen oder eine nahestehende Person um Rat fragen. Jüngere Menschen sollten ihre Eltern oder Großeltern eindringlich vor dieser Betrugsmasche am Telefon warnen. Kriminelle durchforsten Telefonbücher, um potenzielle Opfer zu finden. Dabei haben sie es vor allem auf Menschen mit altmodisch klingenden Namen abgesehen, wie Herta, Edeltraud, Marianne, Siegfried oder Alfons. Meist sitzen die Drahtzieher im Ausland.
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