Mehrere Lkw stehen auf einem asphaltierten Parkplatz.
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An den Raststätten herrscht Hochbetrieb: Zu wenig Stellplätze für Lkw
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Andreas Arnold
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An den Raststätten herrscht Hochbetrieb: Zu wenig Stellplätze für Lkw

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Roulette am Fahrbahnrand: Der verzweifelte Kampf um Stellplätze

Roulette am Fahrbahnrand: Der verzweifelte Kampf um Stellplätze

Jeden Abend wiederholt sich an deutschen Autobahnen ein gefährliches Spiel. Denn es fehlen zehntausende Lkw-Parkplätze. Das treibt nicht nur Fernfahrer zur Verzweiflung, sondern kann für alle Verkehrsteilnehmer zur tödlichen Gefahr werden.

Über dieses Thema berichtet: Der Funkstreifzug am .

Der Arbeitstag ist für viele fast vorbei, als auf der A99 an der Raststätte Vaterstetten bei München der tägliche Kampf beginnt. Gegen 17 Uhr steuert Markus Tauschek seinen 40-Tonner auf das Gelände. Der erfahrene Fahrer einer bayerischen Logistikfirma weiß: Ab dem späten Nachmittag wird die Suche nach einem sicheren Platz für die Nacht zur reinen Lotterie. Doch was für den Trucker puren Stress bedeutet, ist längst auch zu einer massiven Gefahr für die Allgemeinheit geworden. Unrechtmäßig abgestellte Lkw kosten auf den Autobahnen immer wieder Menschenleben.

Fehlende Infrastruktur und unwürdige Bedingungen

Der Platzmangel ist an vielen Transitstrecken spürbar. Wer an einfachen Parkplätzen wie dem Seehamer See noch eine Lücke findet, muss oft deutliche Abstriche machen. Vielfach handelt es sich nur um asphaltierte Flächen ohne fließend Wasser oder Verpflegungsmöglichkeiten. Leben aus der Kühlbox. Für Lkw-Fahrer Tauschek fühlt es sich an wie "eingesperrt auf der Autobahn. Man kann auch nicht weg. Man kann auch nicht irgendwo hin, wo man einkaufen kann oder wo man was essen kann".

Laut Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen fehlen deutschlandweit etwa 20.000 Stellplätze im Umfeld von Autobahnen. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung geht sogar von rund 40.000 fehlenden Plätzen aus.

Potenziell tödliche Hindernisse

Die Folgen dieser strukturellen Lücke zeigen sich in den Abendstunden. Fernfahrer parken aus der Not heraus auf Sperrflächen, auf Pkw-Stellplätzen, in Ausfahrten oder direkt vor Tankstelleneinfahrten. Das wiederum gefährdet andere Verkehrsteilnehmer beim Ein- und Ausfädeln. Bei blockierter Sicht kann es keine Toleranz geben, sagt Polizeioberrat Holger Siegemund, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim: "Wir sprechen hier nicht darüber, dass jemand falsch parkt. Aus unserer Sicht wird hier ein Hindernis auf der Autobahn bereitet, was potenziell tödlich ist."

Wie real diese Gefahr ist, bewies ein tragischer Unfall vor einigen Monaten an der A8 am Grenzübergang bei Salzburg. Ein Pkw prallte auf einen unbeleuchteten, rechtswidrig abgestellten Laster auf der Autobahn. Die Beifahrerin verstarb, der Fahrer wurde schwer verletzt.

Gescheiterte Technik

Versuche, den begrenzten Raum durch intelligente Parklösungen besser zu nutzen, liefen bisher ins Leere. Ein System zum digitalen Lkw-Kolonnenparken an der Raststätte in Kiefersfelden wurde nach der Insolvenz des Technologiepartners wieder abgeschaltet. Geplant war, dass Lkws sortiert nach Abfahrtszeit, dicht hintereinander abgestellt werden können. Das sollte das Parken effizienter und platzsparender gestalten. Die Autobahn GmbH verweist auf Anfrage allerdings darauf, dass aktuell kein konkreter Zeitpunkt zur Wiederinbetriebnahme genannt werden kann.

Ein Akt der Verzweiflung

Und so versuchen sich die Fahrer teilweise selbst zu behelfen, hängen Warnwesten an das Heck ihres Lasters. Auf die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer dürfte sich das nur bedingt auswirken. Und so bleibt dem restlichen Verkehr im abendlichen Autobahnumfeld nur eines: extreme Vorsicht.

Die ganze Recherche hören Sie im Funkstreifzug am 03.06.2025 um 12.15 Uhr im Radioprogramm von BR24 oder als Podcast in ARD Sounds.

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