Symbolbild: Zwei Protestierende mit verschränkten Armen, im Hintergrund Teile eine Fußballtores
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Symbolbild: Zwei Protestierende mit verschränkten Armen, im Hintergrund Teile eine Fußballtores
Bildrechte: picture alliance / ZB | motivio, Sebastian Romahn, Montage: BR
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Symbolbild: Zwei Protestierende mit verschränkten Armen, im Hintergrund Teile eine Fußballtores

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Scharfer Pass von rechts – Wie Sportvereine mit der AfD umgehen

Scharfer Pass von rechts – Wie Sportvereine mit der AfD umgehen

Funktionäre in Vereinen und Verbänden, Wahlkampf im Sportheim: Die AfD versucht, Präsenz im Sport zeigen. Wie gehen Vereine damit um? Zwei Beispiele aus Bayern.

Über dieses Thema berichtet: Kontrovers am .

"Nicht nur in Sportvereinen, überall (…) auch im ländlichen Raum dringen wir selbstverständlich vor", sagt der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess in der ihm eigenen Tonart. Scharf, bestimmt, mit erhobener Stimme. Hess steht im Sportheim des Fußballstadions Bogen bei Straubing. Der AfD-Kreisverband hat zum politischen Abend geladen und Hess ist der prominente Gast. Das Versprechen an die Gäste, so steht es in der Einladung, sei ein Redner, der Klartext rede.

Beim politischen Abend redet Hess dann etwa über "kriminelle Zuwanderer" oder witzelt über Kanzler Merz, der "noch im Liegen umfalle". Doch das gefällt nicht allen.

AfD-Parteiprogramm und Vereinsrealität: unvereinbar?

Ignaz Hiendl ist seit seinem zehnten Lebensjahr im Verein TSV 1863 Bogen aktiv, auch im Bayerischen Fußballverband und in der CSU. Er war jahrelang Wirt im Sportheim Bogen, der AfD-Abend findet unter seinem Nachfolger statt. Hiendl mache sich Sorgen, sagt, er sehe das "mehr als kritisch". Die vielen Spieler im Verein mit Migrationshintergrund und das Parteiprogramm der AfD, das passe nicht zusammen.

Als Hiendl an jenem Abend Mitte Mai auf die Iraner, Syrer und Albaner, auf die Türken und Afrikaner in den Mannschaften verweist, die auf dem Fußballplatz mehrfach diskriminiert worden seien, und er den AfD-Politiker Hess fragt, wie er dazu stehe, wird der plötzlich laut. "Sie sind ein CSU-Mann und damit mitverantwortlich für die desolate Situation, in der sich unser Land befindet", so Hess. Und er brüllt geradezu hinterher: "Rassismus geht nicht und ist mit der AfD nicht zu machen." Hiendl versucht, ruhig zu bleiben, erinnert Hess daran, dass er gerade nicht im Parlament spreche, sondern im Sportheim.

Im Video: Kontrovers - Die Story: Scharfer Pass von rechts - wenn die AfD in den Sportverein kommt

Polling: Protest gegen AfD-Politiker Wieser

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend haben kürzlich in einem Positionspapier herausgestellt, dass die Werte des Sports – Vielfalt, Offenheit, Inklusion aller Menschen – ihrer Ansicht nach mit der Programmatik gewisser Gruppierungen nicht vereinbar seien. Das gelte auch in Teilen für die AfD und ihre Jugendorganisation, die Generation Deutschland, sagt Nina C. Reip vom DOSB.

Wie kontrovers die AfD-Frage in kleineren Gemeinden diskutiert wird, zeigt der Fall Polling in Oberbayern. AfD-Politiker Martin Wieser ist Kreis- und Bezirksrat in der Region und war stellvertretender Kreisvorsitzender beim Bayerischen Landessportverband. Dort wurde er ausgeschlossen, weil er eine NS-Parole im Netz verbreitet hatte und dafür rechtskräftig verurteilt worden war.

Bürgermeister: Dorfbevölkerung in Teilen erschrocken

Als Wieser in seinem Wohnort Polling mit anderen AfD-Politikern im Februar im Sportheim auftritt, gibt es Gegenwind. Die Bürgerinitiative "Polling miteinand" protestiert lautstark – mit "Nazis raus"-Rufen, mit Schildern und Lichterketten. Diese Gegendemo empfanden einige im Dorf als problematisch.

Bürgermeister Ernst Weinberg (CSU) versucht, eine Erklärung zu finden: Für viele sei das Neuland gewesen, so etwas kenne man auf dem Land nicht, der Protest habe einen Teil der Bevölkerung erschreckt. Die Pollinger sind uneins: "Die einen wollen keine AfD-Veranstaltung im Sportheim und protestieren dagegen. Den anderen ist der Gegenprotest zu viel."

Wie also umgehen mit der AfD, die in die Vereine drängt? Wie umgehen mit ihren Funktionären, die dort mitwirken? Bislang waren Sportplätze vor allem Orte der Begegnung und boten die Chance zur Integration. Diesen Sportsgeist auch in politisch aufgeheizten Zeiten zu bewahren, das ist die neue Herausforderung für alle Beteiligten.

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