Das markante Hochhaus im Münchner Westen, in dem sich die Seniorenresidenz befindet.
Das markante Hochhaus im Münchner Westen, in dem sich die Seniorenresidenz befindet.
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Gut 40 Senioren leben noch in der Seniorenresidenz am Westpark. Der Rest der über 400 Wohnungen ist mittlerweile anderweitig vermietet.
Bildrechte: BR/ Anton Kästner
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Gut 40 Senioren leben noch in der Seniorenresidenz am Westpark. Der Rest der über 400 Wohnungen ist mittlerweile anderweitig vermietet.

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Seniorenresidenz am Münchner Westpark: Bewohner in Unsicherheit

Seniorenresidenz am Münchner Westpark: Bewohner in Unsicherheit

In der Einrichtung im Münchner Westen lebten einmal mehrere hundert Senioren, mittlerweile sind es nur noch gut 40. Jetzt hat der Betreiber Insolvenz angemeldet. Wie es mit den Bewohnern weitergeht, ist unklar.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Seit zehn Jahren wohnt Gisela Schmied-Kowarzik in der Seniorenresidenz am Westpark. Von ihrer Wohnung im 19. Stock blickt sie auf die Alpen, unten vor der Tür fahren U-Bahn, Bus und Trambahn. Besonders diese "wunderbare Verkehrsanbindung" sei es auch gewesen, weswegen sie sich damals für das Haus entschieden habe, sagt die Bewohnersprecherin. Außerdem sei das Haus "gut geführt" gewesen, "hatte einen sehr guten Ruf, bot viele Hilfsmöglichkeiten".

Heute sei davon wenig übrig. Die meisten Betreuungsangebote seien in den letzten Monaten weggefallen, seit März habe der Betreiber die Mitarbeiter der Seniorenresidenz laut mehreren Quellen nicht mehr bezahlt. Anfang des Monats habe die Seniorenresidenz Insolvenz angemeldet. Was das jetzt für die Senioren bedeutet, das könne ihnen niemand sagen, so Gisela Schmied-Kowarzik.

Betreuungsleistungen weggefallen

Pflege und Essensversorgung übernehme momentan ein ambulanter Pflegedienst, der schon seit 2023 im Haus tätig ist. Aber Gisela Schmied-Kowarzik und vielen Bewohnern und ehemaligen Mitarbeitenden geht es um etwas anderes: Mentales Training, Busausflüge, geselliges Kaffeetrinken mit den Mitarbeitenden – diese Leistungen könne sie bei ihrer Pflegekasse niemals abrechnen, so Schmied-Kowarzik. Aber es waren die Leistungen, die die Seniorenresidenz für sie ausgemacht hätten. Und die als "soziale Beratungs- und Betreuungsleistungen" auch in ihrem Vertrag stehen.

Bewohner und ehemalige Mitarbeitende berichten von einer sich schon lange zunehmend verschlechternden Situation: 2019 hätten die Bewohner ein Schreiben bekommen, in dem eine große Sanierung des Gebäudes angekündigt wurde, verbunden mit der Empfehlung auszuziehen, um nicht der Lärmbelastung ausgesetzt zu sein.

Viele der damals mehreren hundert Senioren seien auch ausgezogen. Die dadurch freigewordenen Wohnungen seien nicht mehr an Senioren, sondern an andere Leute vermietet worden – häufig nur auf wenige Monate befristet. Von der 2019 angekündigten Sanierung sei bis heute wenig zu sehen.

Unsicherheit durch neue Mietverträge

Von 2024 auf 2025 habe es dann einen Wechsel gegeben. Der Pachtvertrag zwischen der Wohnungseigentümergemeinschaft und der Seniorenresidenz am Westpark sei ausgelaufen und die Firma Alpensicht stieg vor Ort ein. Den Bewohnern sei das erstmal überhaupt nicht kommuniziert worden, sagt Gisela Schmied-Kowarzik, ihre Verträge hätten sie weiterhin mit dem ursprünglichen Betreiber gehabt.

Ab Mitte 2025 seien dann immer mehr externe Leistungen wie zum Beispiel Sprachkurse weggefallen, weil externe Mitarbeiter, die diese Leistungen angeboten hatten, monatelang nicht bezahlt worden seien. Und dann sei im Oktober 2025 die "große Bombe" gekommen, sagt Gisela Schmied-Kowarzik, als die Firma Alpensicht den noch verbliebenen Senioren nämlich einen neuen Mietvertrag vorgelegt habe. Der hätte vorgesehen, dass die Miete um 15 Prozent reduziert werde und dafür nahezu alle Betreuungs- und Serviceleistungen wegfallen würden. Die Senioren lehnten ab.

Insolvenz der Seniorenresidenz

In den vergangenen Monaten habe sich die Lage dann immer weiter verschlimmert, Mitarbeiter seien monatelang nicht bezahlt worden und auch die Essensversorgung sei zeitweise nicht gesichert gewesen. Anfang Juni hat die Seniorenresidenz am Westpark Insolvenz angemeldet. Was das jetzt für die Senioren bedeutet, könne habe ihnen bisher noch niemand sagen können, so die Bewohnersprecherin Gisela Schmied-Kowarzik.

Die neu eingestiegene Firma Alpensicht schreibt uns, das Ziel sei "ausdrücklich nicht, den Wohnraum der noch verbliebenen Seniorinnen und Senioren zu gefährden", man wolle ihn erhalten. Einig geworden sind sich die Senioren und die Alpensicht allerdings dem Vernehmen nach noch nicht.

Lokalpolitiker bezeichnet Probleme als "hausgemacht"

Auch im Bezirksausschuss des Münchner Stadtteils Laim waren die Zustände in der Seniorenresidenz schon mehrfach Thema. Frank Holzkämper (SPD), der als Vorsitzender des Unterausschuss Soziales die Einrichtung im April besucht hat, sprach hinterher von "erschreckenden Zuständen". Die Probleme bezeichnet er als "hausgemacht", man habe sich entschieden, "keine Senioren mehr aufzunehmen, sondern Wohnungen mit einer Zwischennutzung oder kurzfristigen Mietverträgen zu versehen". Er habe das Gefühl, "dass da der Ertrag im Vordergrund steht und nicht mehr die vertraglich zugesicherten Leistungen".

Die Firma Alpensicht, die das Gebäude aktuell mietet, bestreitet das und verweist auf den hohen Aufwand, den Kurzzeitvermietungen bedeuten würden. Die Firma Seniorenresidenz, mit der die Senioren bisher ihre Verträge haben, äußerte sich auf BR-Anfrage nicht.

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