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"Sieg Heil"-Rufe: Strafbefehl für AfD-Stadtrat rechtskräftig

"Sieg Heil"-Rufe: Strafbefehl für AfD-Stadtrat rechtskräftig

Ein Würzburger AfD-Stadtrat soll nachts an einer Tankstelle "Sieg Heil" gerufen haben. Nun ist der Strafbefehl gegen den Kommunalpolitiker rechtskräftig. Der Mann bestreitet die Vorwürfe und spricht von "lauter Lügen", ohne ins Detail zu gehen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Mainfranken am .

Wegen mutmaßlicher "Sieg Heil"-Rufe ist ein Strafbefehl gegen den Würzburger AfD-Stadtrat Thomas Bayer nun rechtskräftig. Das hat ein Sprecher des Amtsgerichts Würzburg bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mitte 50-Jährigen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vor. Bayer bestreitet die Vorwürfe und sprach gegenüber dem BR von "lauter Lügen", ohne konkret zu werden.

Verurteilt, aber nicht vorbestraft

Es geht um einen Vorfall im Juni 2025. In den frühen Morgenstunden soll Bayer zusammen mit einer Frau an einer belebten Tankstelle unterwegs gewesen sein. Beide sollen in Richtung einer dritten Person wiederholt "Sieg Heil!" gerufen haben – die Begleiterin "Sieg", der AfD-Kommunalpolitiker "Heil".

Das Gericht setzte einen Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 70 Euro fest, also 4.200 Euro Geldstrafe. Als vorbestraft gilt der Stadtrat damit nicht. Erst ab 90 Tagessätzen gilt man in Deutschland als vorbestraft.

Einspruch verworfen, Urteil rechtskräftig

Gegen den Strafbefehl hatte Bayer zunächst Einspruch eingelegt. Zu einer Verhandlung am Amtsgericht Würzburg im Frühjahr 2026 erschien er jedoch unentschuldigt nicht. Der Einspruch wurde daraufhin verworfen. Anschließend beantragte Bayer, das Verfahren in den vorigen Stand zurückzuversetzen, und erklärte, er sei unverschuldet verhindert gewesen. Nach Angaben des Gerichts blieb dieser Antrag erfolglos – damit ist der Strafbefehl nun rechtskräftig.

Wie die Stadtverwaltung damit umgeht, dass ein gewählter Stadtrat rechtskräftig verurteilt ist, dazu hat sich die Stadt Würzburg auf BR24-Anfrage noch nicht geäußert. Auch die Antwort auf eine BR24-Anfrage an den AfD-Kreisverband steht noch aus.

AfD-Stadtrat und Rechtsanwalt

Thomas Bayer arbeitet als Rechtsanwalt und war in der Vergangenheit für das Landesschiedsgericht der AfD Bayern tätig, die interne Schlichtungsstelle der Partei. Bei der Kommunalwahl 2026 trat er auf Listenplatz vier der AfD in Würzburg an und erhielt 11.892 Stimmen. Anfang Mai wurde Bayer als Stadtrat vereidigt und gehört seither dem Würzburger Stadtrat an.

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