Halter aus Bernau am Chiemsee in ihrem Gatter
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Auch Vanessa Süss und Nino Buchner kämpfen um ihre Tiere
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Invasives Sikawild – Halter protestieren gegen Tötung der Tiere

Invasives Sikawild – Halter protestieren gegen Tötung der Tiere

Sind es die letzten Sikababys, die diesen Sommer geboren wurden? Laut einer EU-Verordnung aus dem vergangenen Sommer ist Sikawild eine invasive Art in Europa und soll verschwinden. Die Gehege-Halter laufen dagegen Sturm und hoffen auf die Politik.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Vanessa Süss und Nino Buchner halten am Chiemsee Tiere, die auf den ersten Blick wie Hirschkühe aussehen. Hirsche sind es auch - aber es ist kein Rotwild, sondern Sikawild, eine ursprünglich aus Ostasien stammende Art. Im Frühsommer wurden die Kälber der Herde geboren. In den ersten Tagen gut von ihren Müttern versteckt, laufen sie inzwischen ganz selbstverständlich in der Gruppe mit. Sikas sind Herdentiere – doch ihre Herden könnten in Europa bald der Vergangenheit angehören, auch die von Vanessa Süß und Nico Buchner.

EU-Verordnung schreibt vor: Sikawild muss getötet werden

Laut einer EU-Verordnung gilt Sikawild als invasive Art - und ihre Vertreter müssen bis Sommer 2027 getötet werden. Das betrifft sowohl freilebende Tiere als auch Tiere im Gehege. Grundlage für diese Entscheidung ist eine wissenschaftliche Risikobewertung der EU. Befürchtet wird unter anderem, dass Tiere ausbrechen und sich mit heimischen Wild paaren könnten. Es gebe bereits Hybride, heißt es auf Nachfrage. Laut EU sind Haltung, Züchtung, Transport und Einfuhr aber jetzt verboten - mit einer Übergangsfrist bis zum Sommer 2027. Dabei haben in den vergangenen Jahren viele Wildtier-Halter auf Sika umgestellt, denn Sikas gelten als ruhiger und versprechen einen sehr gutem Fleischertrag.

Die Verordnung, dass sich Sikas nicht fortpflanzen dürfen, hat konkrete Folgen. Denn im Herbst findet die nächste Brunft statt und Halter, die ihre Hirsche nicht so einfach von der Herde trennen können, wären gezwungen, die Hirsche zu töten.

Gehege-Halter kämpfen um ihre Tiere

Diese Einordnung von Sika als invasive Art sei weit weg am Schreibtisch in Brüssel gefallen, kritisieren die Wildtier-Halter. Die Gehege seien ausbruchssicher, zudem gebe es unterschiedliche Brunftzeiten bei Sika- und Rotwild. Betroffene Halter - darunter viele Landwirte, die Sika im Nebenerwerb halten - haben sich in den vergangenen Wochen in einer Whats-App-Gruppe zusammengefunden. Daraus ist die Arbeitsgruppe "Sika Save" entstanden. Sie tritt an die Politik heran und setzt sich für die Gehege und die landwirtschaftlichen Betriebe ein. Wie viele Sika-Halter es in Bayern genau gibt, weiß der Wildtierhalter-Verband nicht. Deswegen werden nun alle Halter gebeten, sich beim Verband zu melden.

Staatsregierung "auf der Seite der Wildhalter"

Die Sika-Halter haben sich bereits Gehör verschafft und Mistreiter gefunden. Das Bayerische Umweltministerium teilt auf Anfrage mit, die Staatsregierung stehe an der Seite der Wildhalter. Eine Ausnahmegenehmigung soll beantragt werden, formell über das Bundesumweltministerium. Die Europäische Kommission habe dann über den Antrag zu entscheiden und werde im Falle einer Zulassung die Voraussetzungen für die Haltung formulieren, beispielsweise in Sachen Ausbruchssicherheit, heißt es auf Nachfrage.

Bund Naturschutz: Sika im Gehege weniger problematisch

Der Bund Naturschutz Bayern unterscheidet zwischen freier Wildbahn und Gehege: Freie Sikas sollten stärker und intensiver bejagt werden, auch mit Nachtsichttechnik, dazu sollten Bescheide der Jagdbehörden verfasst werden. Ziel sollte die "Entnahme", also die Tötung, sein. Die reine Gehege-Haltung würde man mittragen, wenn ausbruchssichere Zäune sichergestellt seien und ausgebrochene Tiere auf Kosten der Halter geschossen würden.

Jagdverband fordert Rücknahme der EU-Verordnung

Der Bayerische Jagdverband fordert die Rücknahme der EU-Einstufung als invasive Art. Ökologische oder biologische Probleme oder Nachteile seien im Zusammenhang mit dieser Art nicht bekannt. In Bayern komme die kleine Hirschart fast ausschließlich in der Oberpfalz vor, diese Tiere seien aus Tschechien eingewandert.

Dieser Artikel ist erstmals am 24. August 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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