Markus Söder (CSU), Anna Stolz (Freie Wähler), Judith Gerlach (CSU) werben für Gesundheitsprävention
Markus Söder (CSU), Anna Stolz (Freie Wähler), Judith Gerlach (CSU) werben für Gesundheitsprävention
Bild
Markus Söder (CSU), Anna Stolz (Freie Wähler), Judith Gerlach (CSU) werben für Gesundheitsprävention
Bildrechte: BR/Robin Raimund
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Robin Raimund
Audiobeitrag

Markus Söder (CSU), Anna Stolz (Freie Wähler), Judith Gerlach (CSU) werben für Gesundheitsprävention

Audiobeitrag
>

Sport auch in Mathe: So sollen bayerische Kinder gesund bleiben

Sport auch in Mathe: So sollen bayerische Kinder gesund bleiben

Bewegung und gute Ernährung sind Grundlagen für ein gesundes Leben. Bayerns Kinder sollen das schon früh lernen. Aber gesundheitliche Probleme bei Kindern sind heute oft nicht rein körperlich. Es gibt Ansätze, was die Politik tun kann.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

"Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune…", tönt es morgens um halb 9 aus den Lautsprechern in der Grundschule Margarethe-Danzi-Straße in München, einer Sportgrundschule. Etwa fünfzig Kinder, Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU), schwenken fleißig die Arme nach oben, nach unten und zu den Seiten.

Das Motto: In Bewegung bleiben - auch in den Hauptfächern

An der Schule wurden an diesem Morgen mehrere Stationen aufgebaut: Ein Parcours mit Schwebebalken, eine Station mit Fitnessübungen und eine, an der die Kinder Bälle werfen. Die Kinder haben keine Schwierigkeiten, die drei Politiker haben jeweils Vorlieben. Er sei kein Tänzer, gibt Söder zu. Er habe lieber Ballsportarten gemacht. Stolz und Gerlach erzählen den Kindern, dass sie regelmäßig laufen gehen.

Zur Gesundheitsprävention gehört neben ausgewogener Ernährung, regelmäßig Sport zu treiben. Und da sollen Kinder früh herangeführt werden. An der Grundschule Margarethe-Danzi-Straße gibt es deshalb nicht nur im Sportunterricht Bewegung, sondern auch in anderen Fächern, so Schulleiterin Nina Schäfer: "Wir versuchen die Hauptfächer wie Mathe, Deutsch und HSU zu rhythmisieren", etwa mit Musik, Theater oder Ausflügen.

Vermehrt psychosomatische Beschwerden

Am 12. Oktober findet der Bayerische Präventionstag statt, der für einen gesunden und bewussten Lebensstil in der Gesellschaft werben soll. Zwar zeigen Studien: Kinder und Jugendliche sind größtenteils gesund. Die HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) ergab allerdings, dass der Anteil der Kinder mit psychosomatischen Beschwerden deutlich zugenommen hat. Das bedeutet, dass die Kinder etwa Bauch- und Kopfschmerzen oder Schlafstörungen haben wegen psychischer Belastungen.

Laut Irene Moor, Co-Studienleitung von der Universitätsmedizin Halle, berichtet mittlerweile "jedes zweite Mädchen und etwa jeder dritte Junge über diese Beschwerden". Dazu kommt, dass sich Kinder nicht genug bewegen. So erreichten nur elf Prozent der Mädchen und 21 Prozent der Jungen die Bewegungsempfehlungen der WHO von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag. Durch diese und andere Studien wird auch deutlich: Kinder aus ärmeren Familien sind oft weniger gesund.

Stolz: Schule hat "Schlüsselfunktion"

Diese Problematik sieht Ministerpräsident Söder. Es gebe viele Kinder, die durch die Eltern viel mitbekämen, man habe aber auch Kinder, "wo das zu Hause nicht stattfindet. Darum hat Schule heute einen ganz anderen Auftrag als sie vielleicht in meiner Kindheit hatte".

Auch laut Kultusministerin Stolz haben Schulen eine "Schlüsselfunktion". Die Staatsregierung unterstütze da, "mit zum Beispiel Schulpsychologen, mit Schulsozialarbeit und auch mit verschiedensten Initiativen und Projekten". Stolz verweist auch auf die "Bewegungs-Halbestunde", die flächendeckend in Bayern eingeführt worden sei und die dritte Sportstunde für erste Klassen, die im nächsten Schuljahr kommen soll.

Lösungsansätze bei psychischen Belastungen

Die Landtags-Grünen schlagen vor, zusätzlich Gesundheitsfachkräfte an besonders herausgeforderten Schulen einzuführen, zuletzt mit einer Anfrage im Juli. Die Idee: Schüler hätten dadurch neutrale Ansprechpartner bei Schulangst, seelischen Belastungen oder Panikattacken. Söder lehnt diesen Vorschlag ab, Ministerin Stolz verweist auf die multiprofessionellen Teams an Schulen, die unter anderem bei der Inklusion helfen sollen. Eine Studie der Charité zu Modellprojekten in Brandenburg und Hessen deutet darauf hin, dass diese Kinder und Jugendlichen während der Schulzeit eine verbesserte Gesundheitsversorgung hätten. Außerdem gingen die Abwesenheiten aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden zurück.

Irene Moor von der Universität Halle sagt, die Ergebnisse seien vielversprechend. Aber: Gesundheitsfachkräfte seien eine von mehreren Möglichkeiten. Andere seien Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und "Lehrkräfte stärker zu sensibilisieren und zu schulen und auch Kinder und Jugendliche auch selbst zu befähigen".

Schulleiterin Nina Schäfer sagt, mehr Unterrichtsstunden, das seien ihre "Geschenke". Das Ministerium unterstütze die Schule, dennoch seien viele Sportprojekte – etwa ein Schullauf – Resultat von Eigeninitiative. Es sei ein großes Miteinander und, so Schäfer, "einfach der gute Geist".

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!