Er rattert nicht wie ein gewöhnlicher Traktor, sondern surrt wie ein Elektro-Auto: der über 50 Jahre alte John Deere von Peter Aigner in Simbach bei Landau. Etwa hundert Stunden hat der Landwirt getüftelt, um den Traktor umzurüsten.
Mit 25 Kilowatt, umgerechnet 34 PS, bringt das Fahrzeug nun die gleiche Leistung wie vorher mit Dieselmotor. Für Aigner war es "die schönste Arbeit überhaupt", wie er sagt, "alles rauszuschmeißen, den Tank, den Dieselmotor, den Auspuff, sogar die Kupplung. Und dann wird eben alles neu für den Elektrobetrieb umgebaut."
E-Traktor ideal für Alltagsarbeiten am Hof
Peter Aigner ist Nebenerwerbslandwirt. Im Hauptberuf war er Vermessungsingenieur. Seit zwei Jahren ist er in Rente und widmet sich mit ganzer Leidenschaft dem Traktor-Umbau.
Auf seinem Hof hat er eine Photovoltaik-Anlage installiert. Jetzt kann er den selbst erzeugten Strom direkt in seinen Traktor laden. 14 Kilowattstunden passen in die Batterie. Damit kann er etwa eine Stunde lang Gras mähen oder zwei Stunden Heu wenden. Schwerere Arbeiten wie Pflügen sind dagegen nicht möglich. Dafür braucht Peter Aigner noch einen großen Diesel-Traktor. Aber für die meisten alltäglichen Arbeiten am Hof ist der E-Bulldog ideal, wie er sagt.
Umbau zu E-Traktoren immer häufiger
Hilfe bekam Peter Aigner vom befreundeten Besitzer einer Autowerkstatt, Heiko Fleck aus Pfarrkirchen. Er hat vor 15 Jahren schon begonnen, Oldtimer-Autos mit Elektromotoren auszustatten. Seitdem beliefert er auch Tüftler wie Peter Aigner mit Bauteilen und berät, wenn es Probleme gibt. Die Nachfrage von Landwirten, die ihren Traktor umrüsten wollen, wird gerade immer größer, bemerkt Fleck.
Vor allem Hoflader für den Futtertransport zu den Tieren werden umgerüstet, weil dann in den Ställen keine Dieselabgase mehr entstehen. Da viele Landwirte Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach haben und Strom für den Eigenverbrauch produzieren, verringern sich auch die Energiekosten für die Landwirte.
Traktor-Akku: Auch ein Stromspeicher für den Haushalt
Etwa 15.000 Euro hat Peter Aigner für alle Bauteile zur Umrüstung des Dieseltraktors bezahlt. Darin enthalten sind der Elektromotor, die Hydraulikpumpe für den Frontlader und der Akku mit den 14 Kilowattstunden Speicherkapazität.
Wobei der Akku unter der Motorhaube bald noch eine zusätzliche Funktion bekommen soll. Nämlich als Batteriespeicher für den Haushalt. Wenn der Traktor nicht gebraucht wird, soll er ans Stromnetz angeschlossen werden und Aigners Wohnhaus mit Strom versorgen können, wenn zum Beispiel gerade kein Sonnenlicht da ist.
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