Mit 18 in die Politik, mit Social Media zum Bürgermeister oder mit der Tochter im Gemeinderat – für unterschiedliche Parteien. Es sind Themen wie diese, die Michael Czygan und Thomas Fritz von der Main-Post für ein neues Projekt recherchieren. Gemeinsam mit Journalisten des BR-Studios Würzburg berichten sie über die Besonderheiten der diesjährigen Kommunalwahl. "Wir sind in der Region ganz gut vernetzt", so Czygan, so habe man zu verschiedenen Schwerpunkten spannende Protagonisten finden können.
Lokaljournalismus: "Unser Ohr immer bei den Menschen"
Das gute Netzwerk direkt vor Ort: Am Tag des Lokaljournalismus geht es darum, genau dieses Potenzial der lokalen Presse herauszustellen. "Wir haben unser Ohr immer bei den Menschen", sagt Redakteur Thomas Fritz. Ein großes Netzwerk an freien Mitarbeitern gehe in Gemeinderats-Sitzungen, in Kreistage und zu Veranstaltungen. Ein Aufwand, den überregionale Medienhäuser gar nicht stemmen könnten.
Main-Post und BR: Gemeinsames Projekt zur Kommunalwahl
In Kooperationen mit dem Bayerischen Rundfunk könne man sich aber gegenseitig ergänzen: Während der BR sich auf Bewegtbild und Social Media konzentriert, schreibt die Main-Post ausführliche Reportagen. "Gemeinsam ist uns als Qualitätsmedien, dass wir den Anspruch haben, den gesellschaftlichen Dialog ein Stück weit möglich zu machen, dass wir versuchen politische Entscheidungen transparent zu machen und das eint uns ja auch", so Czygan.
Die Kooperation schaffe nun die Möglichkeit, kommunalpolitisches Engagement, das in vielen Fällen ja ehrenamtlich ist, ein Stück weit zu würdigen. "Journalisten stehen immer im Verdacht, nur das Negative zu sehen und ich glaube, wir müssen unser Augenmerk auch auf die Dinge richten, die gut laufen", so der stellvertretende Leiter der Schwerpunktredaktion.
Lokaljournalismus kann Demokratie stärken
Trotz Wandel der Medienlandschaft kommt das nach wie vor an: Laut einer Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) nutzen über 80 Prozent der Bevölkerung wöchentlich lokale Medien, mehr als die Hälfte täglich. Der Lokaljournalismus trägt demnach dazu bei, politische und gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehbarer zu machen und so auch gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Teilhabe zu stärken.
Die Idee von funktionierendem Lokaljournalismus sei es, politische Entscheidungen transparent zu machen, sagt auch Czygan. Aber auch hinzuschauen, wenn etwas nicht so gut läuft. "Und je mehr da mitmachen, umso besser ist es tatsächlich für die Demokratie."
Wasserentnahme in Unterfranken: Preisgekrönte Recherche von Main-Post und BR
Ein solches Beispiel, wie Lokaljournalismus konkrete Missstände aufdecken kann, ist ein weiteres Kooperationsprojekt von Main-Post und BR. In einer gemeinsamen Recherche haben sie Datenlücken bei der Wasserentnahme in Bayern aufgedeckt. In vielen Fällen hatten die unterfränkischen Behörden keinen Überblick, ob genehmigte Entnahmemengen auch eingehalten werden. Durch eine Folgerecherche konnte erstmals gezeigt werden, wer die größten Wasserentnehmer in Unterfranken sind und in welche Wirtschaftszweige besonders große Wassermengen nutzen.
Angelika Kleinhenz von der Main-Post hat die Recherche mit angestoßen, für sie war vor allem die gegenseitige Ergänzung der Medienhäuser von Vorteil: Während es das BR Data-Team möglich gemacht hat, die großen Datenmengen auszuwerten, brachte sie selbst langjährige Recherche-Erfahrung zu Wasser und Klima in Unterfranken mit.
Mit der Recherche war das Team beim Deutschen Preis für Klimajournalismus erfolgreich. Die Zeitungsredakteure wurden zudem mit dem renommierten Wächterpreis ausgezeichnet.
Tag des Lokaljournalismus zum ersten Mal im gesamtdeutschen Raum
Das Tag des Lokaljournalismus am 5. Mai ist eine Aktion von Ippen.Media und DRIVE – letzteres eine Initiative von rund 30 Verlagen mit dpa und Highberg/Schickler. Über 100 Medienmarken haben sich dem Aktionstag angeschlossen und begleiten ihn unter anderem mit Vor-Ort-Aktionen.
Über 100 Medienmarken engagieren sich heute am Tag des Lokaljournalismus.
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