Großalarm auf dem Polizeigelände: Brennende Fahrzeuge, schreiende Menschenmengen und feindliche Drohnen - das war ein Szenario der Terror- Großübung in Dachau. Der Name: GETEX - was für "Gemeinsame Terrorismusabwehr-Exercise" steht. Gemeinsam mit Feldjägern der Bundeswehr und Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr München will die Polizei die Koordination in besonderen Gefahrenlagen verbessern.
Anschlagsszenario auf dem Polizeigelände
Knapp 300 Teilnehmer mussten sich in einem aufwendigen Anschlagsszenario zurechtfinden. Auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Dachau klingt es wie in einem Actionfilm. Bei der Großübung trainieren Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr gemeinsam. Polizeipräsident Thomas Hampel sieht darin große Vorteile für alle Einsatzkräfte: "Gerade in Krisen muss man Köpfe kennen, man muss den Sprachgebrauch kennen. Was auch deutlich geworden ist, dass ein taktisches Verständnis entsteht."
Zentrale Aufgabe ist die Koordination
Für die Einsatzkräfte geht es vor allem um Koordination: Wer übernimmt wann die Führung und wie läuft die Kommunikation zwischen den Beteiligten. Neben Polizei und Bundeswehr ist auch die Feuerwehr in Dachau dabei. Etwa bei der Rettung von Verletzten oder beim Umgang mit möglichen gefährlichen Chemikalien. Für den stellvertretenden Leiter der Führungskräfte in Ausbildung, Rudolph Kühnl ist die Terrorübung unverzichtbar: "Wir haben täglich im Geschäft Austausch mit der Polizei, auch natürlich mit Liegenschaften der Bundeswehr. (...) Und da ist so eine Übung Gold wert."
Positives Fazit von Innenminister Herrmann
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann macht sich vor Ort ein Bild – und zieht ein positives Fazit. Man werde diese Übungen fortführen und verstärken, sagte Herrmann im Gespräch mit dem BR. Angesichts der aktuellen Gefährdungen für unser Land, im Inneren wie im Äußeren, sei die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bundeswehr noch wichtiger ist als in der Vergangenheit.
Drei Tage Training für den Ernstfall
Unterstützt wurde die Übung von rund 120 Übungsdarstellern der Bayerischen Polizei. Drei Tage hat die Großübung gedauert. Und es war sicher nicht die letzte, versichert Polizeipräsident Thomas Hampel. Man habe in den letzten Tagen gesehen, dass man von Tag zu Tag besser werde. Und deshalb müssten diese Kommunikationsstrukturen zwischen Feuerwehr und Polizei weiter intensiviert werden. Klar ist: Terrorlagen kommen plötzlich und lassen sich nur gemeinsam bewältigen – und genau das wurde in Dachau trainiert.
Bundesweite Großübungen GETEX
Für die Bevölkerung gab es keine Einschränkungen. Parallel lief die GETEX 2026 auch in mehreren anderen Bundesländern – darunter Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hamburg und Rheinland-Pfalz. Mehr dazu auf tagesschau.de
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