Wenn das Nest überhitzt, springen manche Jungvögel aus dem Nest.
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Ein Jungvogel wird in der Wildtierauffangstation München gefüttert.
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Ein Jungvogel wird in der Wildtierauffangstation München gefüttert.

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Trockenheit in Bayern: Immense Folgen für Wildtiere und Vögel

Trockenheit in Bayern: Immense Folgen für Wildtiere und Vögel

Die extreme Trockenheit im Frühling und Sommer macht der Natur zu schaffen. Für Wildtiere wird das Zusammenspiel aus Hitze, Wassermangel und fehlender Nahrung zur Gefahr. Dabei könnten einfache Schritte helfen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Wenn Volker Zahner hinter seinem Haus im Landkreis Freising durch den Wald streift, springen ihm Folgen der Trockenheit ins Auge: vertrocknetes Gras, braune Bäume, abgeworfene Blätter, kaum Schmetterlinge und wenige Insekten. An einer Senke bleibt der Wildtierökologe von der Hochschule Weihenstephan stehen und zeigt auf einen ausgetrockneten Tümpel.

Tümpel ausgetrocknet – Lebensgrundlage für Wildtiere

"Da war die ganzen Jahre immer Wasser drin, aber die letzten zwei Jahre trocknet es aus." Die Wasserquelle sei für alle Tiere wichtig – für Amphibien sei sie lebensnotwendig. "Wir kennen von früher die Massenwanderungen vom Grasfrosch oder von der Erdkröte zum Beispiel, da hängen viele Tierarten dran, die die fressen, wie der Iltis oder der Wespenbussard. Wenn das wegbricht, bricht für diese Tiere auch die Nahrungsgrundlage weg", führt Zahner aus.

Ohne Wasser keine Blüten und keine Insekten

Der ausgetrocknete Tümpel ist nur ein Teil des Problems. Ohne Wasser vertrocknen Pflanzen und damit auch Blüten – damit fehlt auch Insekten die Nahrung. Wo Insekten fehlen, finden Vögel und andere Insektenfresser weniger Futter.

Einige Meter weiter steht ein Haselnussstrauch. Einzelne Früchte hängen noch dran. Sie sind klein, vertrocknet und manche innen hohl. Auch das ist ein Problem für Wildtiere. "Haselnüsse sind total energiereich und spielen als Winternahrung für eine ganze Reihe von Tierarten eine große Rolle, etwa für die Haselmaus oder das Eichhörnchen", so Zahner. Die Tiere verstecken die Nüsse als Wintervorrat – wenn dann keine Nuss drin ist, haben sie nichts zu fressen. Und auch der Holunder trägt nur wenige schwarze Früchte. "Das ist ein wichtiger Treibstoff für Vögel wie die Mönchsgrasmücke, die nach Afrika ziehen und das Mittelmeer und die Sahara überwinden müssen. Die brauchen das als Fettreserve. Und das fällt dieses Jahr praktisch aus", sagt der Wildtierökologe.

Hitze im Nest treibt Jungvögel raus

Auch die Hitze selbst kann für Wildtiere zum Problem werden – etwa, wenn Vogelnester überhitzen und Jungvögel deshalb aus dem Nest springen. Einige landen in einer Wildtierauffangstation wie in München, wo sie aufgepäppelt und versorgt werden. Mitarbeiter Jacek Koppe sagt, in diesem Jahr hätten sie besonders viele Vögel, trotz eines zwischenzeitlichen Aufnahmestopps: "Unser Messstandard sind die Mauersegler, die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Dieses Jahr hatten wir über 140 Tiere hier. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es knapp 90."

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Junger Igel in der Wildtierauffangstation München August 2026.

Wildtierauffangstation versorgt zahlreiche Jungvögel und Igelbabys

Etwa 70 Prozent der Singvögel könnten die Helfer durchbringen, sagt Koppe. Inzwischen kommen erste Baby-Igel an – ob wegen Hitze oder anderer Ursachen, kann Koppe nicht genau sagen. Er geht aber davon aus, dass auch Igel bei der massiven Trockenheit Probleme haben, Nahrung und Wasser zu finden. Eine mögliche Erklärung: Regenwürmer könnten sich tiefer in den Boden zurückziehen und damit schwerer erreichbar sein. Bis Ende des Jahres rechnet Koppe damit, dass die Station bis zu 1.500 Igelbabys und 3.000 bis 4.000 Jungvögel versorgt.

Bestände von Amphibien und Schwalben werden schrumpfen

Der Regen der vergangenen Tage helfe zwar, für manche Pflanzen und Tiere komme er aber nicht mehr rechtzeitig, sagt Wildtierökologe Zahner: "Die Beerenernte wird das nicht mehr retten, die Samenausbildung wird es nicht mehr geben, und für manche Bäume, Sträucher wird es zu spät sein." Langfristig rechnet er damit, dass die Population bestimmter Tiere schrumpft. "Wir starten nächstes Jahr mit einer kleineren Schwalbenpopulation. Ganz ähnlich ist es mit den Amphibien. Das heißt, diese Bestände werden immer kleiner und damit immer stärker vom Aussterben bedroht."

Was tun – Wasserschalen, heimische Pflanzen, Hilfestellen

Was im Kleinen möglich ist, versucht Wildtierökologe Zahner in seinem Garten umzusetzen: Vogelkästen hat er Richtung Norden ausgerichtet, Wassertränken aufgestellt, heimische Sträucher gepflanzt. Tierpfleger Koppe ergänzt: Wer Wildtieren helfen wolle, sollte Wasserschalen aufstellen, idealerweise mehrere. "Es reicht eine flache Keramikschale und da sollten auf jeden Fall Steine oder Stöckchen rein, sodass Vögel oder Insekten darin nicht ertrinken können." Ansonsten empfiehlt Koppe: Wer offensichtlich hilfsbedürftige Tiere entdecke wie einen nackten, blinden Igel oder einen nackten Vogel, sollte eine Wildtierauffangstation kontaktieren und das Tier nach Absprache vorbeibringen.

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