Wasser tropft aus einem Gartenschlauch (Archiv- und Symbolbild)
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Trockenheit in Schwaben: Kommunen rufen zum Wassersparen auf

Trockenheit in Schwaben: Kommunen rufen zum Wassersparen auf

Schwaben erlebt eine außergewöhnliche Trockenphase. Noch ist das Trinkwasser gesichert, doch Kommunen wie Mindelheim und Kaufbeuren rufen zum Sparen auf. Andernorts muss Wasser bereits mit Transportern angeliefert werden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Mindelheim, Kaufbeuren, Lengenwang – quer durch Schwaben rufen Kommunen zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser auf. Hintergrund ist eine seit Wochen anhaltende Trockenperiode, wie es sie im Juni nach Angaben des Landesamts für Umwelt so noch nicht gegeben hat.

Infolgedessen haben die Menschen deutlich mehr Wasser als üblich verbraucht. Und das könnte noch eine Weile so weitergehen: Bis mindestens Ende Juli erwartet der Deutsche Wetterdienst kaum Regen und anhaltend hohe Temperaturen.

Mindelheim: 35 Prozent mehr Verbrauch

Auch in Mindelheim im Unterallgäu ist der Wasserverbrauch in die Höhe geschnellt. "Derzeit verbrauchen wir 35 Prozent mehr an Trinkwasser als sonst in den Sommermonaten", sagt Joachim Theys, Leiter des Wasserwerks. Statt der üblichen 3.000 Kubikmeter pro Tag fließen aktuell zwischen 4.000 und 4.200 Kubikmeter durch die Leitungen. "Das ist wirklich exorbitant", so Theys.

Die Grundwasserpegel würden durch Hitze und Trockenheit sinken, teilt die Stadt mit. Bürgermeister Michael Schindler betont dennoch: "Die Trinkwasserversorgung ist gesichert." Um diese Stabilität zu halten, sei es aber "momentan besonders wichtig, bewusst und sparsam mit unserem Trinkwasser umzugehen". In Hitzephasen solle Trinkwasser vorrangig dort eingesetzt werden, wo es unverzichtbar sei: zum Trinken, Kochen, für Hygiene und medizinische Zwecke. Für die Bewässerung von Grünflächen werde derzeit sehr viel Wasser verwendet. Hier bittet die Stadt um Zurückhaltung.

Kaufbeuren: Kein Notstand, aber klarer Appell

Auch in Kaufbeuren sieht die Stadt aktuell keinen unmittelbaren Anlass zur Sorge um die Versorgung – dennoch richtet sie einen deutlichen Appell an die Bürger. Ein bewusster und gleichmäßiger Wasserverbrauch sei entscheidend, um die Versorgung auch an Tagen mit besonders hoher Nachfrage stabil zu halten.

Die Empfehlungen der Stadt:

  • Nach Möglichkeit auf das Befüllen privater Pools verzichten
  • Gärten nur in Ausnahmefällen bewässern – wenn nötig, erst ab 21 Uhr
  • Möglichst keine Rasensprenger einsetzen
  • Regenwasser nutzen, wo immer es geht

Lengenwang: Trinkwasser kommt mit Transportern

Besonders angespannt ist die Lage in Lengenwang im Ostallgäu. Hier unterstützt die Stadt Marktoberdorf seit Freitagmorgen ihre Nachbargemeinde mit Trinkwasserlieferungen. Mit Lebensmitteltransportern wird Wasser aus Marktoberdorf in das rund zehn Kilometer entfernte Lengenwang gebracht.

Der Grund: Der Pegelstand des dorfeigenen Brunnens hat einen "besorgniserregenden Tiefstand" erreicht. Weil auch in den kommenden Tagen kein nennenswerter Regen in Sicht ist, besteht die Gefahr, dass die Pumpe leerläuft und kein Trink- und Brauchwasser mehr aus den Leitungen kommt. Dieses Szenario müsse "mit allen Möglichkeiten" verhindert werden.

Deshalb ruft Lengenwang seine Bürgerinnen und Bürger eindringlich zum Sparen auf: Trink- und Brauchwasser solle nur dort verwendet werden, wo es wirklich unbedingt notwendig ist. "Jeder eingesparte Liter" helfe, die Versorgung sicherzustellen.

Maßnahmen des Landratsamts

Für Marktoberdorfs Ersten Bürgermeister Michael Eichinger ist die Hilfe selbstverständlich: "Gerade in außergewöhnlichen Situationen zeigt sich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ist. Es ist für uns selbstverständlich, unsere Nachbargemeinde in dieser Notlage zu unterstützen." Die Wasserversorgung in Marktoberdorf selbst sei durch die Lieferungen nicht beeinträchtigt, betont die Stadt.

Auch das Landratsamt Ostallgäu hat bereits reagiert. Nach einem Hinweis des Gesundheitsamtes wurde eine Chlorungsanlage in Betrieb genommen, um eine gesundheitlich unbedenkliche Trinkwasserversorgung in Lengenwang sicherzustellen. Ein Abkochen des Wassers sei derzeit nicht erforderlich, teilt die Behörde mit. Parallel steht man in engem Austausch mit dem Wasserwerk Marktoberdorf, um bei Bedarf einen Notanschluss an die Leitung des Brunnens im benachbarten Kirchthal zu ermöglichen.

Gesetzliche Einschränkungen für Wasserentnahmen gibt es in Schwaben derzeit noch nicht. Die Wasserwirtschaftsämter beobachten die Grundwasserstände aber genau.

Trockenheit in ganz Bayern

2025 war laut Deutschem Wetterdienst überaus trocken. In Bayern wurde ein Viertel weniger Niederschlag gemessen als im langjährigen Mittel. Auch das hydrologische Winterhalbjahr – gemeint ist die Zeit zwischen November 2025 und April 2026 – war nach LfU-Angaben eher trocken.

Umweltminister Glauber (Freie Wähler) mahnt: "Die aktuelle Hitzeperiode und die wenigen Niederschläge zeigen: Die Folgen des Klimawandels werden zunehmend auch in Bayern spürbar."

Mit Informationen von dpa

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