Symbolbild: Eine Frau bewässert ihren Rasen.
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Bildrechte: picture alliance / Westend61 | Konstantin Trubavin
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Appell zum Wassersparen: Welche Eskalationsstufen gibt es?

Appell zum Wassersparen: Welche Eskalationsstufen gibt es?

Ein trockener Frühling und ein heißer Sommer bringen die Trinkwasserversorgung in Bayern in eine angespannte Lage. Mehrere Stadtwerke rufen zum Wassersparen auf, in Landau gilt sogar ein Bewässerungsverbot. Wie weit können die Maßnahmen gehen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Thema des Tages am .

Münchens Oberbürgermeister klingt ernst. Es ist das zweite Video binnen weniger Tage, in dem Dominik Krause (Grüne) die Münchnerinnen und Münchner zum Wassersparen aufruft [externer Link]. "Die aktuelle Ausnahmesituation hatten wir so seit den 1970er-Jahren nicht mehr", sagt er. Weil es im Winter und Frühjahr außergewöhnlich trocken war, hat sich zu wenig neues Grundwasser gebildet. Hinzu kommen historisch heiße Sommertage, an denen die Menschen in der Landeshauptstadt gut ein Fünftel mehr Trinkwasser verbraucht haben als sonst. Ein Spitzenbedarf, wie man ihn in den vergangenen 20 Jahren nicht kannte, heißt es von den Stadtwerken München (SWM).

Nicht nur das eigentlich wasserreiche München sieht sich derzeit mit Knappheit konfrontiert. Mehrere Wasserversorger im Freistaat haben die Menschen aufgerufen, Wasser zu sparen, unter anderem in Würzburg, Deggendorf, Kaufering und Geretsried. Landau an der Isar geht sogar einen Schritt weiter: Dort gilt ein Bewässerungsverbot. Der letzte Schritt in der Eskalationskette?

München behält sich weitere Schritte vor

Aktuell sei die Trinkwasserversorgung in München gesichert, betont Krause. Gleichzeitig bittet er eindringlich: "Vermeidet unnötigen Verbrauch, da wo es nur geht." Gemeint ist die Autowäsche, das Gießen von Rasen und Blumen und das Befüllen von Pools und Planschbecken. Auch beim Zähneputzen oder Einseifen soll der Wasserhahn zugedreht werden. Die Stadt selbst hat zehn Zierbrunnen abgestellt und dutzende weitere zeitlich beschränkt. Parks und Grünanlagen bewässert sie ohnehin kaum.

Seit dem ersten Appell ist der Verbrauch leicht zurück gegangen, doch von Entspannung kann keine Rede sein. Der Regen der vergangenen Tage war für die Grundwasserneubildung laut SWM nahezu unerheblich. Da die Entnahmekapazitäten im Mangfalltal und Loisachtal nahezu ausgeschöpft sind, haben die SWM ihre Spitzenförderwerke im Süden des Stadtgebiets in Betrieb genommen. In München tagt derweil eine Taskforce. Man prüfe weitere Maßnahmen, heißt es. Welche das sind, dazu wollen sich weder die Stadt noch die SWM öffentlich äußern – weil es bei der Wasserversorgung um kritische Infrastruktur geht.

Landau entscheidet sich direkt für Bewässerungsverbot

Landau an der Isar in Niederbayern hat die nächste Eskalationsstufe schon beschritten. Dort gilt seit Montag ein Bewässerungsverbot von Grün- und Rasenflächen. Autos dürfen nicht gewaschen und private Pools nicht befüllt werden. "Wir hätten auch erst nur zum Wassersparen appellieren können", sagt Thomas Merkl, Werkleiter der Stadtwerke Landau. "Aber es gab über mehrere Tage so einen Anstieg beim Wasserverbrauch, da haben wir uns gleich für die nächste Stufe entschieden." Rund ein Viertel mehr Wasser haben die Landauer zuletzt verbraucht. Inzwischen sei eine leichte Entspannung eingetreten, aber das Verbot gelte weiter. Allein schon wegen der Wetterprognose.

Auch wenn der Rasen dran glauben muss, das Gießen von Nutzpflanzen wie Tomaten ist auch in dieser Situation weiter erlaubt. Ohnehin hoffen die Stadtwerke auf die Besonnenheit der Bürgerinnen und Bürger. "Natürlich können wir das nicht flächendeckend kontrollieren", räumt Merkl ein. Allerdings: "Wir sehen es schon bei unseren Förderanlagen, wenn besonders hohe Entnahmen auftreten." Eine Eskalationsstufe über das Verbot hinaus ist ihm nicht bekannt. Das falle in den Bereich der Katastrophenschutzbehörden.

VBEW: Verbote haben bislang immer ausgereicht

Auch der Interessenverband der Ver- und Entsorgungswirtschaft VBEW erklärt auf BR24-Nachfrage: Für die Wasserversorger sei ein Bewässerungsverbot "schon die dringendste Stufe". Bisher habe das immer ausgereicht. Fälle, in denen wegen zu hohen Wasserverbrauchs Bußgelder verhängt wurden, sind dem VBEV nicht bekannt.

Münchens Oberbürgermeister Krause fasst es in einer Sitzung des Stadtrats so zusammen: "Entscheidend ist das individuelle Verhalten" der Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt könne mit gutem Beispiel vorangehen, aber "am Ende ist es die Masse, die es ausmacht".

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