Die Ausgangslage bei den Landratswahlen in Miltenberg und in Rhön-Grabfeld war ganz ähnlich: In beiden Landkreisen sind die Amtsinhaber nicht mehr angetreten, in beiden haben sich jeweils fünf Kandidatinnen und Kandidaten um den Posten als Landrätin oder Landrat beworben. Und in beiden Landkreisen war der Wahlabend ähnlich spannend.
Doch keine Stichwahl in Miltenberg
In Miltenberg lag Björn Bartels (CSU/Neue Mitte) zwar von Anfang an deutlich vorne, für lange Zeit aber knapp unter den nötigen 50 Prozent. Zunächst sah es also nach einer Stichwahl aus. Doch dann kletterte der Anteil der Stimmen weiter nach oben. Am Ende erreichte Bartels 51,2 Prozent der Stimmen. Er folgt auf Jens-Marco Scherf. Dieser war Bayerns erster Grünen-Landrat. Aufgrund seiner Migräne-Erkrankung ist er nicht mehr zur Wahl angetreten.
Rhön-Grabfeld bekommt eine Landrätin
Im Landkreis Rhön-Grabfeld gab es zunächst ein spannendes Rennen zwischen Sonja Rahm von den Freien Wählern und Christof Herbert von der CSU. Doch dann verdichtet sich immer weiter: Die Freie Wählerin setzt sich durch und bekommt knapp über 50 Prozent der Stimmen. Am Schluss sind es 50,6 Prozent. CSU-Mann Herbert unterliegt mit 37 Prozent. Sonja Rahm übernimmt den Posten von Thomas Habermann (CSU). Etwa 23 Jahre lang war Habermann Landrat – und die Region damit fest unter CSU-Führung. Mit 69 Jahren verabschiedet er sich nun in den Ruhestand.
Sonja Rahm ist neue Landrätin von Rhön-Grabfeld
Stichwahlen in Schweinfurt und Aschaffenburg
Nach dem heutigen Wahlabend stehen die Ergebnisse noch nicht überall in Unterfranken fest. Einige Kandidatinnen und Kandidaten müssen in die Stichwahl ziehen. Zum Beispiel bei der Oberbürgermeisterwahl in Schweinfurt. Hier treten Ralf Hofmann von der SPD (37,6 Prozent) und Oliver Schulte von der CSU (23,4 Prozent) gegeneinander an.
Auch in Aschaffenburg kommt es beim Oberbürgermeisteramt zur Stichwahl. CSU-Kandidat Markus Schlemmer tritt am 22. März gegen den bisherigen Amtsinhaber Jürgen Herzing (SPD) an. Heute lag Markus Schlemmer mit 41,1 Prozent der Stimmen vor Jürgen Herzing mit 38,2 Prozent.
"Same procedure" in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg
Im Landkreis Main-Spessart geht es ebenfalls in die Verlängerung – und zwar in der gleichen personellen Konstellation wie schon bei der Kommunalwahl 2020: Damals setzte sich Sabine Sitter (CSU) mit etwa 60 Prozent der Stimmen durch. Heute hat die aktuelle Landrätin 41,7 Prozent der Stimmen bekommen, knapp dahinter ihr Gegenkandidat Christoph Vogel (FW) mit 37,7 Prozent.
Auch Würzburgs Landrat Thomas Eberth (CSU) muss – wie vor sechs Jahren schon – in die Stichwahl. Sein Herausforderer ist Sven Winzenhörlein von den Grünen. Eberth hat heute 43,1 Prozent der Stimmen bekommen, Winzenhörlein 17,4 Prozent.
Drei Landräte im Amt bestätigt
Während einige Entscheidungen erst in zwei Wochen bei Stichwahlen fallen, sind heute Abend eine Landrätin und zwei Landräte in Unterfranken im Amt bestätigt worden: Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler) zum Beispiel hat sich deutlich durchgesetzt. Sie ist, mit bis jetzt 26 Amtsjahren, die dienstälteste Landrätin in ganz Deutschland. Bischof bekam heute 64,3 Prozent der Stimmen, fast genau zehn Prozent weniger als bei der vergangenen Wahl. Ihr Gegenkandidat Reinhard Klos (CSU) hat 35,7 Prozent der Stimmen geholt.
Im Amt bleibt auch Schweinfurts Landrat Florian Töpper (SPD). Der 47-Jährige hat mit 59,2 Prozent das Rennen gemacht und sich gegen seine Hauptkonkurrentin Gabriele Jakob (CSU) durchgesetzt (26,3 Prozent). Töpper ist seit 2013 im Amt und geht jetzt in seine dritte Amtszeit.
Auch im Landkreis Aschaffenburg ist das Ergebnis eindeutig: Mit 63,4 Prozent haben die Bürgerinnen und Bürger CSU-Landrat Alexander Legler wiedergewählt. Der Abstand zu seinen drei Herausforderern ist groß. Legler ist seit 2020 Landrat. Bei der Wahl vor sechs Jahren hat er 58,1 Prozent der Stimmen geholt.
Partei bleibt, Amtsinhaber wechseln
Der Landkreis Bad Kissingen ist traditionell schwarz – und er bleibt es auch in Zukunft: Mario Götz von der CSU folgt als Landrat auf Thomas Bold. Mit 74,5 Prozent der Stimmen hat sich Götz klar gegen den Erstunterlegenen Patrick Geßner von der AfD (15,4 Prozent) durchgesetzt.
Ähnlich ist das im Landkreis Haßberge: Nach zwölf Jahren als Landrat geht Wilhelm Schneider von der CSU in den Ruhestand. Sein Landkreis bleibt aber klar in CSU-Hand: Schneider wird abgelöst von Michael Ziegler. Mit 64,9 Prozent der Stimmen hat er das Rennen gemacht. Michael Ziegler ist derzeit Erster Bürgermeister von Eltmann im Landkreis Haßberge.
Bayerns dienstälteste Bürgermeisterin muss in Stichwahl
Spannend bleibt es in Geiselbach im Landkreis Aschaffenburg. Marianne Krohnen ist aktuell Bayerns dienstälteste Bürgermeisterin in der 2.500-Einwohner-Gemeinde – und will es bleiben. Seit mehr als 40 Jahren ist die 74-jährige CSU-Frau Rathauschefin. Krohnen zieht in die Stichwahl gegen ihren Herausforderer Jan Maier von der Wählergemeinschaft Bürgerforum Geiselbach. Krohnen hat heute 44,8 Prozent der Stimmen geholt, Jan Maier 35,0 Prozent.
"Wilde Wahl": Neue Bürgermeisterin in Tauberrettersheim
Tauberrettersheim im südlichen Landkreis Würzburg hat eine neue Bürgermeisterin. Die Bürgerinnen und Bürger haben Heike Wagner gewählt. Dabei konnten die Tauberrettersheimer Wagners Namen auf dem Stimmzettel gar nicht ankreuzen. Die Stimmzettel waren leer, es gab keine Kandidatinnen und Kandidaten. Weder für das Bürgermeisteramt noch für den Gemeinderat. Trotzdem stand Wagners Name am Ende auf mehr als der Hälfte der gültigen Stimmzettel.
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