Zwei Menschen betrachten nachts den Sternenhimmel
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Kein Stau auf der Milchstraße: Sternenpark als Urlaubsziel
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Urlaub zu Hause genießen: Mikroabenteuer und Muße

Urlaub zu Hause genießen: Mikroabenteuer und Muße

Laut einer Umfrage des ADAC Südbayern bleibt ein Drittel der Bayern heuer zu Hause statt in den Urlaub zu fahren. Wie man auch ohne Strand und fremde Länder entspannt – Tipps von zwei Expertinnen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Bei jedem fünften in Bayern hat die Weltlage Auswirkungen auf die Urlaubsplanung – Kosten, Klima und Sicherheit sind die wichtigsten Faktoren, die die Wahl des Urlaubsortes beeinflussen. Das hat eine aktuelle Umfrage des ADAC Südbayern ergeben. Ein Drittel der Bayern plant überhaupt nicht, im Sommer wegzufahren. Wie aber mache ich daheim Urlaub, ohne Stress zu haben, weil ich im Urlaub endlich mal die Arbeiten erledige, zu denen ich sonst nie komme?

Verreisen kann auch Stress sein

Sabine Weizenegger ist Professorin für Tourismus-Management an der Hochschule Kempten. Verreisen, sagt sie, kann durchaus auf die Nerven gehen: Wenn man stundenlang im Stau steht, bevor man am Urlaubsort ankommt; wenn man penibel planen muss, was man im Flugzeug mitnimmt, und dann doch etwas Wichtiges vergisst; oder wenn das Wetter am Urlaubsort zu heiß, zu kalt oder zu verregnet ist.

Mikroabenteuer und Fahrt ins Blaue

Weizenegger plädiert für einen neuen Blick auf Bayern für die, die daheim geblieben sind. Etwa durch Mikroabenteuer – das kann eine Nachtwanderung sein, Zelten im Garten oder eine Fahrt ins Blaue, indem man einfach mit dem Finger auf die Landkarte tippt und den betreffenden Ort wie ein Tourist entdeckt.

Sie persönlich empfiehlt als Ausflugsort das Radom in Raisting, wo es Pop-up-Führungen für Kurzentschlossene gibt. Und die Glückswege zum Wandern im Unterallgäu – nicht so voll wie die Berge. Oder Sternenparks – Orte, an denen es so dunkel ist, dass man die Sterne besonders gut sieht. Das kann man zum Beispiel in der Rhön, auf der Winklmoosalm und im Bayerischen Wald erleben.

Mit Muße von der Muse küssen lassen

Die Psychologin Professor Julia Reif von der Bundeswehr-Universität in Neubiberg verfolgt einen grundsätzlichen Urlaubs-Ansatz. Sie sagt: Urlaub gelingt, wenn der Mensch eine von vier Erfahrungen macht: Kompetenz, etwa indem er einen Berg erklimmt; Kontrolle, also die Möglichkeit, den Tag selbst zu gestalten; Entspannung, oder Abschalten.

Für zentral hält sie den Zustand der Muße: Reif definiert Muße als "produktive Unproduktivität", ein Zustand, der sich einstellt, wenn wir uns komplett frei von Zwängen fühlen, und die Gedanken schweifen lassen. Ein Zustand, in dem man sich auch vertiefen kann in eine Tätigkeit, in dem man aber ganz da ist – zum Beispiel ganz in der Natur, oder ganz bei sich. Und das, so Reif, seien die Momente, in denen einem kreative Gedanken kommen – sogar im Urlaub.

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