Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK hat sich für eine gerechtere Verteilung von Vermögen in Deutschland stark gemacht. In der Sendung Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen sagte sie, wenn man wisse, dass die Zahl der Millionäre und Milliardäre gestiegen sei, aber auch auf der anderen Seite die Zahl derer, die von Armut betroffen seien, dann müsse man sich fragen, "muss ich hier vielleicht tatsächlich ein Stück weit durch ein Steuersystem durch eine Besteuerung von sehr sehr großen Millionen-, Milliarden-Erbschaften, durch sehr hohe Vermögen, ran?"
Laut Statistischem Bundesamt verfügten 2021 die obersten 10 Prozent der Haushalte über 56 Prozent des Gesamtvermögens. Deutschland zählt damit im europäischen Vergleich zu den Spitzenreitern in Sachen Ungleichheit.
Bentele: "Private Altersvorsorge muss man sich leisten können"
Mit Blick auf die seit 1997 ausgesetzte Vermögenssteuer forderte Bentele, die "Menschen mehr profitieren zu lassen". Konkret sagte sie, wer wolle, dass Menschen im Alter auch privat vorsorgten, der müsse auf der anderen Seite auch der Wahrheit ins Gesicht sehen, dass die Menschen dafür auch einen angemessenen Lohn sowie bezahlbare Mieten benötigten, um sich diese Vorsorge überhaupt leisten zu können.
Gößl: "Vermögen ist die Maschine, die produziert!"
IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl bereiteten Forderungen nach einer höheren Erbschaftssteuer Sorgen. "Vorsicht! Vermögen ist die Maschine, die produziert!", warnte er. Mit Blick auf den Mittelstand sei es keinesfalls so, dass alle “ein paar Säcke Geld zuhause" hätten, von denen man einfach ein Viertel herausrücken könne. Vielmehr befänden sich die Vermögen in Anlagen und Maschinen, “die ja alle schon aus versteuerten Gewinnen investiert wurden". Er forderte deshalb, weiterhin betriebsnotwendige Vermögen zu verschonen.
Bentele: "Wichtig ist das Miteinander"
Mit Blick auf die Differenzen innerhalb der Regierungskoalition sagte die VdK-Präsidentin, dass das Miteinander wichtig sei. Sie appellierte zudem an Wirtschaftsvertreter Gößl, gemeinsam dafür zu sorgen, "dass die Menschen weniger Ängste haben und sich wieder an den guten Dingen orientieren können". Auch Gößl kritisierte das fehlende Miteinander der Regierungskoalition. Dieses habe "von vornherein gefehlt". Am Ende des Tages müsse die Regierung kompromissfähig sein, aber die große Linie müsse stimmen. "Wenn wir nur Steuern erheben oder von den Leuten mehr Beiträge verlangen, dann ändert sich ja nichts aus der Kostenproblematik heraus", so Gößl. Er forderte in diesem Zusammenhang unter anderem, die Sozialversicherungsbeiträge zu stabilisieren. Außerdem machte er sich für mehr Investitionen im Bereich der Bildung stark, hier seien andere Länder etwa mit einem Bildungsplan in den Kindertagesstätten sowie einem verpflichtenden Vorschuljahr erfolgreich.
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